Zwei Unternehmen aus Emstek füllen aktuell offenbar eine Marktlücke im Landkreis

Vor dem Urlaub sind die Covid-Tests gefragt

Im Inneren ist die Test-Box schlicht: Im Eingangsbereich werden die Daten der Besucher gespeichert, in einem abgetrennt Bereich die Abstriche genommen. Das von der IDL gemietete Gelände liegt nahe der Autobahnauffahrt.
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Im Inneren ist die Test-Box schlicht: Im Eingangsbereich werden die Daten der Besucher gespeichert, in einem abgetrennt Bereich die Abstriche genommen. Das von der IDL gemietete Gelände liegt nahe der Autobahnauffahrt.

Ahlhorn – „Es ist ganz unterschiedlich, meisten kommen die Leute stoßweise“, sagt Florian Brüers. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Fabian Imholte betreibt er seit Mitte November die „IDL Testbox“ an der Cloppenburger Straße bei Ahlhorn. „Mal sind es 30 Personen am Tag, mal 80“, berichtet Brüers. An der Testbox – einem kleinen roten Container – können sich insbesondere Privatleute auf eine Infektion mit dem Corona-Virus testen lassen. An diesem Montagmorgen sind es augenscheinlich meist Familien, die vor dem Container anhalten. Je nach Uhrzeit der Testung und der Auslastung des untersuchenden Labors in Visbek liegen die Ergebnisse der Virusanalyse nach dem PCR-Verfahren (Polymerasekettenreaktion) am Abend des selben Tages beziehungsweise im Laufe des nächsten Vormittages vor. Zwei bis dreimal täglich werden die Proben in den Nachbarort gebracht. Wenn etwa durch Fälle in Seniorenheimen einmal mehr Proben anfallen sollten, stellt das Labor die von Privatleuten einstweilen zurück, so Brüers.

In diesem Moment klingelt das Telefon. Ein Anrufer erkundigt sich nach dem Ablauf des Tests, er möchte in den Urlaub fahren. Brüers rät ihm unter anderem, bei der Anmeldung zum Test den Reisewunsch mit anzugeben – dann gebe es die Auswertung auch auf Englisch. „Nicht alle wollen in den Urlaub“, berichtet er mit Hinblick auf die Reise-Problematik in Zeiten der grassierenden Pandemie. „Manche wollen auch wieder zurück in ihre Heimat reisen.“ Doch nutzten auch Geschäftsreisende die Gelegenheit, sich kurzfristig testen zu lassen. „Wir sind nicht das Gesundheitsamt und keine Doktoren“, unterstreicht Brüers, der sich insbesondere um die buchhalterische Seite der Unternehmung kümmert. Doch viele Anrufer kennten sich nicht mit den wechselnden Corona-Anordnungen des Landes nicht richtig aus.

Werten möchte er die aktuell häufigen Reisewünsche nicht, sagt Imholte, der auch die Abstriche nimmt. Er sei Vater von fünf Kinder und habe ein gewisses Verständnis für den Wunsch nach einen Tapetenwechsel. Die Corona-Situation habe vielen Leuten zu schaffen gemacht. Insoweit sei das Anliegen, Urlaub zu machen, oder das eigene Ferienhaus in Spanien zu besuchen, nachvollziehbar.

Manche der Kunden wollten nicht nur in die Ferne reisen, sondern nehmen auch eine weite Anreise in Kauf, sagt Imholte. So seien schon Leute aus Bielefeld und sogar aus Köln nach Ahlhorn gekommen, weil sie rund um ihren Wohnsitz als Privatpersonen keine Testmöglichkeit mehr bekommen hätten.

Dass sie die Test-Station in Ahlhorn betreiben, habe sich aus ihren anderen Geschäftstätigkeiten entwickelt, so Brüers, Geschäftsführer der Firma „IDL Immobilien Dienstleistungen“, weiter. Imholte ist der Geschäftsführer der Firma F-I-Service, die Personaldienstleistungen anbietet. Beide kooperierenden Unternehmen haben ihren Sitz in Emstek. Von dort aus seien sie sonst unter anderem im Auftrag der Fleischindustrie tätig. Dabei habe sich der Aufgabenbereich auch auf das Nehmen von Abstrichen erweitert. Die dafür notwendigen Fachkenntnisse habe ein Arzt in dem kooperierenden Visbeker Labor vermittelt und dies auch schriftlich bestätigt. Um Corona-Abstriche zu nehmen, seien ihre Mitarbeiter im ganzen Nordwesten – vom Emsland bis nach Bremen – unterwegs, so Brüers. Und als die Visbeker aufgrund von Kapazitätsproblemen das Geschäft mit Privatleuten einstellen wollten, habe sich für die beiden die Gelegenheit geboten, in die Unternehmung einzusteigen.

Das gemietete Gebäude an der Cloppenburger Straße, gegenüber dem Sitz der Autobahnpolizei und quasi direkt an der Abfahrt der Autobahn 29 sei prinzipiell ideal gelegen, sagen Imholte und Brüers. Doch mancher Außenstehende brächte es noch immer mit dem ehemaligen Bordell in Verbindung, das dort allerdings Ende Oktober nicht mehr existiert. Das sei natürlich sehr bedauerlich – denn die Testbox habe schließlich nichts mit dem ehemaligen „Etablissement“ zu tun. Wie lange sie die Box dort noch betreiben werden, könne er noch nicht sagen, meint Brüers. Es bleibe abzuwarten, wie die Monate Januar und Februar verlaufen und insbesondere, wie sich die begonnene Impfkampagne auf die Gesamtsituation auswirken werde.  fra

Betreiben zusammen die Test-Station in Ahlhorn: Fabian Imholte (links) und Florian Brüers.

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