Die Lethe-Heide wurde erst 1964 von tatkräftigen Naturfreunden geschaffen

Von der Vision zum Ausflugsziel

Die Heide hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt.
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Die Heide hat sich im Laufe der Jahre zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt.

Bissel – Durch die Corona-Pandemie sind nicht nur zahlreiche Veranstaltungen ausgefallen, viele Menschen vermeiden oder verzichten auf Urlaubsaufenthalte, bei denen mit Menschenansammlungen zu rechnen ist. Sie besinnen sich auf vielmehr auf nahe Ausflugsziele, vorrangig im Freien. Ein solches findet sich in der Gemeinde Großenkneten. Doch was heute so urwüchsig-alt wirkt, ist dies nur auf den ersten Blick.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1964 mit dem Oldenburger Hans Plesch. Seine Vision: Er wollte etwas für den Naturschutz tun und kaufte ein Grundstück in der Bauerschaft Bissel, direkt am Ufer der Lethe gelegen. In mühevoller Kleinarbeit begann er, das zweieinhalb Hektar große Gelände in eine ursprüngliche Heidelandschaft zu verwandeln. Das Experiment trug Früchte: Von Anfang an hatte Plesch die benachbarten Bisseler Landwirte in seine Vorstellung der Rekultivierung mit einbezogen.

Die ersten Jahre an der Lethe verbrachten Plesch und ein paar freiwillige Helfer in ständigem Kampf gegen jährlich Tausende neu angesamte Birken- und Eichenpflanzen. Sein Traum ging in Erfüllung und es entwickelte sich eine für die Geest typische Heidelandschaft, optisch geprägt von einigen Wacholdern, die übrigens ein Geschenk der Revierförsterei Wilsede in der Lüneburger Heide waren. Unterstützung kam auch aus der Nachbarschaft von dem Schafhalter Friedrich Schwantje, der seine Heidschnuckenherde in der Lether Heide zur Pflege der Heide grasen ließ. Eine „Dienstleistung“, die nach Schwantjes Tod von dessen Familie übernommen wurde.

Zehn Jahre später erfüllte Plesch sich einen weiteren Traum: Zu einer Heidefläche gehört auch ein landschaftstypischer Schafkoben mit Schilfdach. Dieser Nachbau mit einem hohen Findlingssockel erfüllt zwei Funktionen: In der hinteren Hälfte befindet sich ein kleiner Aufenthaltsraum mit Tischen und Bänken. Die vordere Hälfte dient zur Unterbringung einer kleinen Heidschnuckenherde. 1981 kam es zu Gesprächen mit Plesch, der Naturschutzbehörde des Landkreises und dem Vorsitzenden der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems, Dr. Remmer Akkermann. Noch im Dezember desselben Jahres trafen sich Plesch und Akkermann in Sachen einer Übergabe vor dem Notar wieder. Urkundlich wurde damals unter anderem Folgendes festgehalten: „Herr Hans Plesch hat sich entschlossen, Natur und Landschaft im Weser-Ems-Gebiet durch Errichtung dieser Stiftung zu fördern. Die Stiftung führt den Namen ,Hans Plesch-Stiftung Lethe-Heide‘“. der Zweck der Stiftung sei die Erhaltung des ursprünglichen Typs der Lethelandschaft im Raum Bissel mit den bei der Übergabe des Grundstücks bestehenden Teilen (Heidelandschaft, Eichen-Birkenwald, Liebellenteich, Feuchtwiese mit Erlenbruch und einem Schafstall mit Aufenthaltsraum).

Die Lethe-Heide ist heute ein abwechslungsreiches und von Naturliebhabern und Wanderern gern besuchtes Ziel. So bilderbuchmäßig sich die Lethe-Heide auch für manchen zeigt, sie bedeutet auch regelmäßige Pflegemaßnahmen: Die Heide wird ständig bedrängt von Birken, Kiefern, Gräsern, Adlerfarn und Ginster sowie durch das dominierende Pfeifengras. Ebenso bedarf es der Feuchtwiese, der Liebellenteich, der umliegende Baumbestand, und das Dach des Schafkobens einer regelmäßigen Pflege. Wie Akkermann einmal bei einem Besuch des Landstrichs sagte: „Die Bisseler Oase mit weitgehend unverändertem Talcharakter bietet dem Naturfreund eine seltene Möglichkeit, die Natur zu erleben. Dieses verbleibende Stück Lethe-Heide ist also ein historisches Dokument.“

Von Dirk Fass

Idyllisches Ensemble: Im Schatten der Bäume wartet der Schafskoben auf Besucher in der Lethe-Heide.

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