VR Bank Oldenburg Land West kann mit Wildeshauser Volksbank verschmelzen

Vier Ehrenworte für eine Fusion

Vier Volksbank-Vorstände auf Fusionskurs: Martin Spils, Jürgen Poppe, Peter Bahlmann und Frank Ostertag (v.l.)
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Vier Volksbank-Vorstände auf Fusionskurs: Martin Spils, Jürgen Poppe, Peter Bahlmann und Frank Ostertag (v.l.)

Großenkneten – Es war aller Wahrscheinlichkeit nach die letzte Generalversammlung der VR Bank Oldenburg Land West – und der Rahmen hätte wohl kaum ungewöhnlicher sein können: In einem großen, permanent durchlüfteten Zelt auf dem Wilhelm-Wellmann-Platz in Großenkneten haben am Dienstagabend rund 200 Mitglieder der Bank getagt und über die Zukunft des Kreditinstituts abgestimmt. Wie berichtet, strebt die VR Bank eine Fusion mit der Volksbank Wildeshauser Geest an. Deren Vertreter stimmen heute Abend an gleicher Stelle über die Verschmelzung der beiden Genossenschaftsbanken ab.

Das Votum der Mitglieder der VR Bank (mit Hauptsitz in Kirchhatten) fiel recht eindeutig aus: 182 der 201 anwesenden Genossen stimmten nach nur zwei Rückfragen für die Verschmelzung, lediglich drei dagegen, 16 enthielten sich. Die Zustimmungsquote lag somit bei 98,4 Prozent. Für die Befürwortung des Zusammenschlusses war eine Drei-Viertel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen notwendig. Sollten die Vertreter der Wildeshauser Volksbank ebenfalls einwilligen, ist die Gründung der neuen Bank, die dann als „VR Bank Oldenburg Land“ firmiert, perfekt. Die Fusion gilt rückwirkend zum Beginn dieses Jahres.

Die Veranstaltung, in deren Verlauf penibel auf die Corona-Schutz-Regeln geachtet wurde, moderierten der Aufsichtratsvorsitze der „alten“ VR Bank, Günther Lübben, sowie die beiden Vorstände Martin Spils und Peter Bahlmann. Die Vorstände des Fusionspartners aus der Kreisstadt, Frank Ostertag und Jürgen Poppe, nahmen zwar an der Sitzung teil, hatten jedoch nicht im Rahmen der Tagesordnung zu den Anwesenden gesprochen.

Bahlmann und Spils referierten und erläuterten den Jahresabschluss 2019, bei dem die Bilanzsummen der VR Bank mit ihren rund 19 400 Kunden auf 439,7 Millionen Euro gestiegen waren (2018: 419,3 Millionen). Doch auch dies ließen die beiden Volks-Banker nicht unangesprochen: So sei die Entwicklung des Geschäfts in Zeiten der Pandemie alles andere als gewiss. Vielmehr müsste mit Firmenpleiten oder Arbeitslosigkeit von Privatkunden und damit mit Ausfällen von Krediten gerechnet werden. Der Bilanzgewinn von 313 000 Euro (2018: 306 000) sollte daher auch nicht an die Mitglieder ausgeschüttet, sondern zur Stärkung der eigenen Position den Rücklagen zugeführt werden. Die Versammlung genehmigte dies mit einer deutlichen Mehrheit bei neun Gegenstimmen und 25 Enthaltungen. „Ich weiß, es ist nicht schön, aber es geht dieses Jahr nicht anders“, kommentierte Lübben.

Spils und Bahlmann hatten vor der abschließenden Abstimmung über die Fusion noch einmal für die Zustimmung der Anwesenden geworben. Es gebe keinen unmittelbaren Zwang zur Fusion, beide Bankhäuser seien solide aufgestellt und von vergleichbarer Größe, so Spils. Man begegne sich auf Augenhöhe. Und das sei keine Phrase, „hier ist es wirklich so“. Nicht ohne Grund arbeiteten beide Partner bereits seit Jahren vertrauensvoll zusammen. Doch wollten beide Banken sich für die Geschäfte der Zukunft wappnen. Als Herausforderungen nannte er die Digitalisierung sowie gestiegene Anforderungen an die Kreditvergaben. Nicht nur Firmen fragten immer größeren Summen an. Und dafür werde die neue Volksbank – mit einer Bilanzsumme von dann knapp einer Milliarde Euro – nicht nur an allen ihren bisherigen, dann insgesamt neun, Geschäftsstellen festhalten – sondern ebenso an seinem „Top-Personal“: „Wir brauchen jeden einzelnen von Ihnen“, sagte Spils. Er gebe an dieser Stelle vier Mal das Ehrenwort der künftigen vier Vorstandsmitglieder, dass Niemandem fusionsbedingt gekündigt werde.  fra

Eingangskontrollen und Abstandsregelungen: Die Volksbank tagte in Großenkneten in einem großen Zelt.

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