Runder Tisch zum Wasserhaushalt stellt Ergebnispapier vor

Viele Anregungen für OOWV

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Günter Wolters (links) und Peter Brieber moderieren den Runden Tisch und präsentierten am Donnerstagabend das Ergebnispapier der Arbeitsgruppe Wasserbedarf.

Großenkneten - Der Runde Tisch zum Wasserhaushalt in Großenkneten und Emstek hat ein wichtiges Etappenziel erreicht: Die Arbeitsgruppe „Wasserbedarf“ hat am Donnerstagabend ihr Ergebnispapier im Landhaus Otte vorgestellt. Das teilte der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) mit, der die Treffen organisiert.

Das neun Seiten umfassende Werk beinhaltet Aussagen zu Bedarf und Erwartungen sowie Forderungen an die künftige Wasserversorgung. Das Papier dient als Grundlage für die weitere Arbeit einer zweiten Gruppe, die Ursachen für niedrige Grundwasserstände und die Folgen für die Umwelt untersucht.

„Das Ergebnispapier gewährt tiefe Einblicke in die komplexe Welt eines Wasserversorgers. Es mag nicht alle Probleme lösen und Fragen klären. Aber es hilft, ein gemeinsames Verständnis zu schaffen“, sagte Moderator Peter Brieber. Er leitet gemeinsam mit Günter Wolters den Runden Tisch.

An fünf Abenden beleuchteten die Mitglieder der AG Wasserbedarf bis spät in die Nacht Kundenstruktur, Versorgungsnetz, Preise und Konzepte des OOWV zum Wassersparen. Auch externe Fachleute kamen zu Wort. Vertreter der Wasserbehörden aus den Kreisen Cloppenburg und Oldenburg erläuterten die Entnahmemengen und die Berechnung der nutzbaren Ressourcen.

Lebhaft und kontrovers sei es zugegangen, heißt es in der Mitteilung. Ein Beispiel: Das OOWV-Wasserwerk in Großenkneten versorgt nicht nur das Oldenburger Land, sondern auch die Wesermarsch. Dort sind die Wasserressourcen zu salzig, um eine Eigenversorgung mit Trinkwasser zu ermöglichen. Auch die Wasserwerke in Sandelermöns (Landkreis Friesland) und Nethen (Landkreis Ammerland) stellen die Versorgung der Bevölkerung und Industrie in der Wesermarsch sicher. Dieses gilt seit der Gründung des OOWV nach Kriegsende im Jahr 1948. Der Streitpunkt: Fast die Hälfte des Wasserbedarfs in der Wesermarsch entfällt auf die Industrie. In Großenkneten wird das Trinkwasser dagegen zu 67 Prozent für die Versorgung von Haushalten und Kleingewerbe benötigt. Im Ergebnispapier taucht daher die Forderung nach alternativen Versorgungsmöglichkeiten für das produzierende Gewerbe auf. Diesem Wunsch stehen jedoch häufig die technische Machbarkeit, Bezahlbarkeit sowie die rechtlichen Grundlagen entgegen.

Auch der Versorgungsvertrag mit der Stadt Delmenhorst wurde kritisch hinterfragt. Tenor einiger Teilnehmer: Der OOWV solle die Lieferung einstellen, da die Wassermengen anderweitig benötigt würden. Doch dem Wunsch stünden rechtliche Verpflichtungen entgegen, so der Verband.

Einigkeit besteht derweil darüber, die Ressourcen noch besser zu schonen. In dem Ergebnispapier wird der Verband aufgefordert, Abwasser speziell für andere Verwendungswecke aufzubereiten. Auf diesem Weg soll wertvolles Trinkwasser gespart werden. Der OOWV beteiligt sich bereits an einem Forschungsprojekt zur Aufbereitung von Abwasser zu Brauchwasser. Und zwar dort, wo die Industrie viel Wasser benötigt: in Nordenham in der Wesermarsch.

OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht dankte den Teilnehmern für ihr Engagement und für ihre Ideen: „Wasserförderung hat viele Facetten und natürlich auch Auswirkungen. Umso wichtiger ist es, die Zusammenhänge anschaulich zu machen und gemeinsam auch strittige Fragen fair zu diskutieren.“

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