Illegal Prüf-Plakette fürs Auto besorgt

Statt zum TÜV einfach ins Café - Gericht spricht Urteil

Ahlhorn - Wenn die Hauptuntersuchung am Auto mal wieder fällig ist, reicht manchmal auch ein Gang ins Café statt zum TÜV oder zur Dekra.

In einem Geschäft in Ahlhorn gab es zumindest im Jahr 2014 neben Internetzugängen offenbar auch die Möglichkeit, an die Prüf-Plakette zu kommen, ohne dass das Fahrzeug eine Werkstatt von innen sieht. Dumm nur, wenn der Autobesitzer danach in einen anderen Landkreis zieht und den Wagen neu anmeldet. So flog eine Urkundenfälschung auf, wegen der das Amtsgericht Wildeshausen nun einen 35-jährigen Geschäftsmann aus Ahlhorn zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilte.

Dabei stützte sich die Richterin hauptsächlich auf die Aussage eines 43-jährigen Schlachthofmitarbeiters, der angab, im August/September 2014 in dem Café vorstellig geworden zu sein, weil er gehört habe, dort könne er eine neue Plakette erhalten. Man sollte meinen, Autobesitzer mit gesundem Menschenverstand würden die Finger von so einem zwielichtigen Angebot lassen. Aber der Rumäne erklärte, es sei sein erster Wagen gewesen, er habe es nicht besser gewusst. Er muss sich deswegen in einem gesonderten Verfahren verantworten.

Auskunftsfreudiger Zeuge vor Gericht

In dem Prozess gegen den Geschäftsmann war der 43-Jährige auskunftsfreudig und schilderte, wie er in dem Café wegen einer neuen Plakette angefragt und seinen Fahrzeugschein abgegeben habe. Zwei, drei Tage später sei er wiedergekommen, und der Angeklagte habe die alte, abgelaufene Plakette abgekratzt und durch eine frische ersetzt. Die war allerdings gefälscht, wie sich bei der späteren Ummeldung des Fahrzeuges herausstellte. Ein internes Kontrollsystem hatte Alarm geschlagen.

„Ich glaube dem Zeugen kein Wort“, sagte der Verteidiger, der auf einen Freispruch für seinen Mandanten aus war. Dieser bestritt die Vorwürfe. Sein Anwalt ging davon aus, dass der Zeuge gelogen habe, um einen Landsmann zu schützen. Diese These stützte sich auf die Angabe des 43-Jährigen, den Campingplatz Kokenmühle unweit von Ahlhorn in der Gemeinde Visbek nicht zu kennen. „Es ist allgemein bekannt, dass dort viele Rumänen sind und es dort falsche Papiere gibt.“ Es sei etwas faul, wenn der Zeuge sage, er kenne diesen Platz nicht.

Das sah die Richterin anders, die die Angaben des 43-Jährigen plausibel fand und deswegen dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgte. Die hatte die 1500 Euro Geldstrafe gefordert. Ob das der letzte Gerichtstermin für den bis dato nicht vorbestraften Geschäftsmann war, bleibt abzuwarten. Die Richterin sprach davon, dass die Polizei Anhaltspunkte dafür habe, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele.

bor

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