Angebot der Gemeinde Großenkneten für Ehrenamtliche, die Flüchtlinge betreuen

Unterstützung für ausgelaugte Helfer

Die Helfer versammelten sich im Dorfgemeinschaftshaus, um in geselliger Atmosphäre von ihren Erfahrungen zu berichten und sich über Schwierigkeiten auszutauschen. Die Gemeinde hatte dazu eingeladen. - Foto: Beumelburg

Großenkneten - Es gibt zwar viele Angebote zum Thema Integrations- und Flüchtlingshilfe. Doch was ist, wenn sich Helfer körperlich und psychisch verausgaben und sich der Gefahr eines Burnouts aussetzen? Diese und andere Fragen stellt sich die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, Andrea Schröder. Sie hatte für Mittwochabend zu einem Austausch der örtlichen ehrenamtlichen Helfer ins Dorfgemeinschaftshaus eingeladen. Ein Termin, der fortan jeden ersten Mittwoch im Monat von 18 bis 20 Uhr geplant ist.

Dieser Abend soll auch zur weiteren Optimierung der Hilfsangebote dienen. „Ohne das vielseitige Engagement ehrenamtlicher Helfer wären der Flüchtlingszustrom und die Integrationshilfe kaum zu bewältigen“, betonte Schröder. Aber auch die Ehrenamtlichen kämpfen mit vielen Problemen. Das jedenfalls wurde während des ersten Treffens klar.

Schröder geht von mindestens 40 Freiwilligen in der Gemeinde aus. Umso wichtiger sei es, die Hilfsangebote und Kräfte entsprechend zu bündeln. Doch das sei mit manchen Hürden im bürokratischen Ablauf verbunden. Und so mancher Helfer gelange hier an seine Grenzen.

Die Ehrenamtlichen reden mit den Ankömmlingen, hören ihre Geschichten, erklären ihnen ihre Situation und heißen sie willkommen. „Auch wenn dieses Engagement freiwillig geschieht, hat es dennoch seinen Preis. Denn so manche brauchen selbst Hilfe, da sie ihre Grenzen nicht rechtzeitig erkannt haben, ausgepowert sind und nicht mehr wissen, wo sie mit dem Erlebten hin sollen“, meinte Teilnehmer Ralf Bock.

Er kennt diese Situation, denn auch er hatte schon die eine oder andere E-Mail bekommen, in der er um Hilfe gebeten wurde. Meistens seien es zwar Gründe organisatorischer Art, „doch auch seelische Belastungen werden schon mal geäußert“, so der Integrationslotse. Die Hauptursache sei, dass man die Menschen sehe und sich sogar Freundschaften bilden würden. Dabei sei es oft nicht möglich, die Distanz zu wahren. „Es kann extrem hart sein, viele Helfer fühlen sich für sie verantwortlich und bieten solange ihre Hilfe an, bis sie nicht mehr können“, war auch die Meinung von Teilnehmer Thomas Bendfeldt.

„Mit der Einrichtung des Austausches soll nun ein Versuch gestartet werden, Abhilfe zu leisten und ein ,Wellnes-Treffen‘ in ganz lockerer Atmosphäre zu bieten“, erläuterte Schröder. - jb

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