1,3 Millionen Euro Gesamtkosten

Unauffällig aber unbedingt notwendig: Anbau an die Grundschule Ahlhorn offiziell übergeben

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Der kompakte, unauffällige Anbau an die Grundschule Ahlhorn löst die Platzprobleme.

Eine Schule muss allen Schülern gerecht werden – sei es im Unterricht, im Bereich Integration oder in der Inklusion, sagte der ehemalige Leiter der Grundschule Ahlhorn, Ulrich Meiners, in seiner alten Wirkungsstätte. Und diesem Ziel müsse nicht zuletzt auch die Architektur entsprechen – insofern sei der Anbau an das Schulgebäude sehr gelungen.

Ahlhorn – Vertreter von Schule, Rat, Verwaltung und beteiligten Firmen haben den neuen Trakt am Dienstagnachmittag jetzt offiziell seiner Bestimmung übergeben. Doch solange hatten die Mädchen und Jungen nicht warten wollen, erzählte Meiners weiter: „Zwei Klassen haben die Räume schon vor den Ferien gestürmt.“ Denn diese beiden haben mit am längsten darauf gewertet, um wie alle anderen dritten Klassen auch, in einem richtigen Klassenzimmer unterrichtet zu werden. Denn die beiden Jahre seit ihrer Einschulung haben sie in angemieteten Containern auf dem Schulgrundstück verbracht, ergänzte die neue Schulleiterin Darja Kaper, die seit Anfang des Schuljahres in Amt und Würden ist. Betreuungsklassen hätten zudem immer wieder in den Räumen anderer Klassen untergebracht werden müssen – keine glückliche Lösung. Doch das habe nun ein Ende. Dafür sei die Schule „dankbar und glücklich“. Neben drei Klassen- und Gruppenräumen sind zudem noch Bereiche für die Schulsozialarbeit sowie eine weiterer, flexibel zu nutzender Raum entstanden. Von außen fügt sich der Anbau mit seinen zusätzlichen 500 Quadratmetern Fläche unauffällig-harmonisch an den bisherigen Trakt der dritten Klassen an.

Eingangs der kleinen Feierstunde hatte Bürgermeister Thorsten Schmidtke für alle Anwesenden noch einmal den Werdegang des Anbaus rekapituliert: „Wer Uli Meiners kennt, der weiß, dass schon ganz viel passiert sein muss, bevor er mit Wünschen ankommt“, sagte der Verwaltungschef humorvoll. Und so habe es im Dezember 2016 die ersten Gespräche zwischen der damaligen Schulleitung und der Verwaltung gegeben. Da war schon klar, das Ahlhorn eine „Brennpunkt“-Schule werden wird, wie es sie auch in Wildeshausen gebe. 320 Kinder aus 15 Nationen besuchen in dem Ortsteil die Grundschule, 70 Prozent von ihnen haben einen Migrationshintergrund, so Schmidtke. 90 Prozent aller Sozialhilfeempfänger in der Gemeinde lebten in Ahlhorn, verdeutlichte er das Umfeld mit einer hohen Anzahl an Integrations- sowie Inklusionskindern als auch einer Hortgruppe.

Die Situation sei seinerzeit in vielerlei Hinsicht „nicht ausreichend“ gewesen und musste eher provisorisch gelöst werden, fuhr Schmidtke fort: Die Lernmittel waren im Keller deponiert, ein Textilraum musste für normalen Unterricht umgenutzt werden, das Lehrerzimmer war zu klein, es fehlte ein Aufzug im Sinne der Barrierefreiheit der Schule. Doch hatte die Lösung der Probleme ihren Preis, berichtete Schmidtke: 1,3 Millionen Euro – „eine stolze Summe“. Allerdings nicht unbedingt für die Gemeinde Großenkneten, denn rund 1,15 Millionen Euro stammen aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ von Bund und dem Land Niedersachsen, sodass nur ein kleiner Rest zur Gegenfinanzierung verblieb.

Durch den Anbau stehe für alle Angebote der Schule ausreichend Platz zur Verfügung, sogar für einen separaten Raum nur für Beratungsgespräche, berichtete Kaper bei einem kleinen Rundgang. Das sei fast schon „Luxus“. Und sollte die Grundschule später einmal fünfzügig werden, ließe sich das ohne neue Raumnot bewältigen.

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