Jobmesse an der Graf-von-Zeppelin-Oberschule in Ahlhorn / 31 Firmen treffen auf 370 Schüler

Den Traumberuf vor der Haustür finden

Eröffnung: Rektor Dirk Richter, Bürgermeister Thorsten Schmidtke, WLO-Chef Hans-Werner Aschoff (v.l.)

Ahlhorn – „Wir sind hier das beste Team“, sagen Martina Freyberg und Marcel Adler, sichtlich gut gelaunt, bereits vor Beginn der zweiten Jobmesse in der Graf-von-Zeppelin Oberschule in Ahlhorn. Zusammen wollen sie an diesem Vormittag nicht nur über ihren Arbeitgeber, die Ahlhorner Firma Dr. D. Müller, informieren, sondern falls möglich auch gleich für den August zwei Ausbildungsplätze – einen in der Bürokommunikation und einen in der Lagerlogistik – vergeben. Die Firma, die unter anderem spezielle Isolier- und Wärmeleitfolien vertreibt, hat schon an der ersten Messe teilgenommen. Das Konzept habe bereits damals überzeugt, sagt Freyberg: „Wir sind gerne hier.“ Manche Schüler seien zwar sehr schüchtern, doch der Laufzettel, den die Schule ausgegeben hat, lockere die Situation gut auf. Die drei Jahrgänge, die an der Messe teilnehmen, haben jeweils unterschiedliche Aufgaben zu bewältigen, vom einfachen Informationssammeln bis hin zum probeweisen Bewerbungsgespräch.

„Wir wollen ihnen eine Chance geben, sich vorzustellen“, sagt Freyberg lächelnd weiter. Und ihr junger Kollege ergänzt: „Wir gucken nicht nur auf die Noten, es muss auch menschlich passen.“ Er sei seit fünf Jahren bei der Ahlhorner Firma beschäftigt und habe in den vergangenen drei Jahren deren Online-Handel mit aufgebaut. Das sei ein Beispiel dafür, dass sie jungen Menschen durchaus eine Perspektive böte.

Die Jobsuche aus einem langfristigen Blickwinkel zu betrachten, diesen Rat hatten der Schirmherr der Veranstaltung, Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Landkreis Oldenburg, Hans-Werner Aschoff (WLO), während der kurzen Eröffnung.

Die Ahlhorner Jobmesse suche „landkreisweit ihres gleichen“, lobte Schmidtke die Veranstaltung. Er riet den Jugendlichen, Schule als Chance zu verstehen. Als er noch Schüler war, habe er sich eher auf die Pausen denn auf den Unterricht gefreut. Erst später habe er gemerkt, dass das falsch sei. „Ihr könnt so viel tun für euch, ihr habt alle Möglichkeiten – bleibt dran und macht was daraus“, appellierte er an die Oberschüler. Und vielleicht lasse sich über die Teilnahme an der Messe der Traumberuf finden – und das quasi direkt vor der Haustür: „Findet die Zukunft, die zu euch passt, ihr habt das alle verdient.“ WLO-Chef Aschoff trug – für ihn keine Seltenheit – sein Grußwort in Gedichtform vor. „Es wäre traurig, wenn Du nicht hast, einen Beruf, der zu Dir passt“, reimte er. Der falsche Beruf könne bedeuten, sich jahrzehntelang Morgen für Morgen zu einem ungeliebten Job quälen zu müssen – ein Leben „wie im Hamsterrad“, veranschaulichte er. Aschoff riet seinen jungen Zuhörern, selbstbewusst in die Gespräche zu gehen: „Stellt hemmungslos die dümmsten Fragen!“ Dabei sollten sie nicht vergessen, dass die Chefs von heute auch einmal Schüler waren.

Als „Profilierungsmerkmal“ hatte Rektor Dirk Richter die Veranstaltung bezeichnet. Mit jetzt 31 Firmen und Betrieben aus der Region gebe es deutlich mehr externe Teilnehmer als bei der Premiere. Er danke Schülern, Eltern und Firmen sowie Kollegen für ihr Engagement im Vorfeld. Dies gelte insbesondere für die Lehrerinen Imke Haake und Theresa Merz. Die Vorbereitung sei sicherlich zeitraubend gewesen, sagte Letztere bei einem Rundgang durch das Erdgeschoss. In den Fluren und Fachräumen hatten sich die Aussteller mit ihren kleineren und größeren Ständen positioniert. Die Schüler hätten sich im Unterricht inhaltlich gut auf die Veranstaltung vorbereitet. „Viele wissen nicht, was es in der Gemeinde alles gibt“, ergänzte Haake. Neu sei am Nachmittag die Öffnung der Messe für andere Schulen sowie Eltern. „Beide Seiten suchen“, benennt sie das verbindende Moment zwischen den Jugendlichen und den Firmen: „Wir haben ein gemeinsames Ziel.“  fra

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Insgesamt 11 Tote in Hanau, mutmaßlicher Täter tot

Insgesamt 11 Tote in Hanau, mutmaßlicher Täter tot

Wie man Blühstreifen für Insekten fördert

Wie man Blühstreifen für Insekten fördert

Auf Art-Safari durch Kapstadt

Auf Art-Safari durch Kapstadt

Durch Belfast mit einem Ex-Terroristen

Durch Belfast mit einem Ex-Terroristen

Meistgelesene Artikel

Schulleiter Jan Pössel: „Die tägliche Arbeit wird anspruchsvoller“

Schulleiter Jan Pössel: „Die tägliche Arbeit wird anspruchsvoller“

Mehr als Blumen braucht es nicht

Mehr als Blumen braucht es nicht

„Ausbildungsreader“ gibt Orientierung

„Ausbildungsreader“ gibt Orientierung

Zu viel Gülle ausgefahren: Landwirt muss 6.000 Euro Strafe bezahlen

Zu viel Gülle ausgefahren: Landwirt muss 6.000 Euro Strafe bezahlen

Kommentare