Metalldieb zu Freiheitsstrafe verurteilt

Tonnenschwere Beute

Buntmetall ist eine begehrte Beute, weil die Rohstoffpreise sehr hoch sind. Foto: dpa

Wildeshausen – Wegen Metalldiebstahls in besonders schwerem Fall hat das Wildeshauser Schöffengericht einen 49-jährigen Mann aus Großenkneten zu einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten auf fünf Jahre zur Bewährung sowie 120 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Der Dieb muss 11 345 Euro zurückzahlen, die er durch den Verkauf des Metalls eingenommen hatte.

Die Taten wurden in der Zeit vom 2. April 2017 bis 21. Mai 2018 verübt. Wie oft der Angeklagte auf einem Betriebsgelände in Großenkneten war, ließ sich rückblickend nicht mehr feststellen. Am Ende gab es das Urteil für acht vollendete sowie eine versuchte Tat.

Der Schaden soll bei 62 750 Euro liegen

Laut Anklage verursachten der Mann und ein Kumpan, der zeitweise mit ihm zusammengewohnt haben soll, auf dem Gelände der Firma, die mit Trafostationen handelt, einen Schaden von 62 750 Euro. Sie drangen immer wieder ein, indem sie unter dem Tor hindurch schlüpften oder es kletternd überwanden. So sollen sie unter anderem 30 Trafostationen geöffnet haben, um Kabel zu entwenden.

Der Angeklagte hatte früher in der Firma gearbeitet – allerdings in einem anderen Bereich. Da er spiel- und und drogensüchtig war, wurde ein paar Monate, nachdem ihm dort gekündigt worden war, das Geld knapp. „Ich wusste nicht, dass es auf dem riesigen Gelände Metall gab“, so der Mann zur Richterin.

Gauner kannten das Gelände genau

Offenbar war es jedoch im Ort in gewissen Kreisen bekannt, dass man auf dem Firmengelände Altmetall entwenden konnte, sodass der Großenkneter davon erfahren hatte. „Wenn ich mit meinem Mitbewohner dort war, waren zumeist auch andere anwesend“, berichtete der 49-Jährige. Die Diebe hätten sich alle nicht von Kameras sowie Bewegungsmeldern abhalten lassen. „Die konnte man ja sehen. Da sind wir eben andersherum gegangen“, erzählte der Angeklagte freimütig. An manchen Tagen habe er mit seinem Kumpel drei Touren absolviert, den Kofferraum seines Wagens gefüllt und die Beute im Keller gelagert. Das Metall verkauften die Männer an eine Recyclingfirma in Wildeshausen.

Dem Angeklagten, der wegen seiner Süchte einen Betreuer hat, kam es zugute, dass er sich geständig zeigte. Zudem war seine letzte Verurteilung bereits zwölf Jahre her. Deshalb durfte er noch einmal mit einer Bewährungsstrafe den Gerichtssaal verlassen.  dr

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