Tierschutzgruppe Wildeshausen erhebt schwere Vorwürfe gegen Halter

Pferde hausen im halbverfallenen Stall

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Diese Aufnahme aus dem Stall eines Pferdehalters in Huntlosen hat ein engagierter Tierschützer im vergangenen Jahr gemacht.

Huntlosen - Von Sophie Filipiak. Schwere Vorwürfe erhebt ein privater Tierschützer gegen einen Pferdehalter aus Huntlosen. Er soll seine Tiere vernachlässigen, die Ställe seien zu klein und sehr verdreckt.

Der Pferdehalter ist der Tierschutzgruppe Wildeshausen schon seit Anfang der 1990er-Jahre bekannt. „Wir haben uns regelmäßig mit dem Veterinäramt in Verbindung gesetzt, aber die Mitarbeiter haben nicht konsequent durchgegriffen“, erklärte Edith Kaminski von der Tierschutzgruppe. Auch mit dem Pferdehalter selbst seien die Tierschützer in der Vergangenheit in Kontakt getreten. „Aber der ist beratungsresistent“, sagte Kaminski.

„Die Pferde erhalten auf einigen Weiden nur Wasser aus dort aufgestellten Badewannen“, führte sie weiter aus. Wenn diese leer seien und die Pferde nichts mehr zu trinken hätten, würden die Tiere apathisch werden. „Die Pferde resignieren einfach und leiden ohne einen Klagelaut“, berichtete Kaminski. Denn die großen Tiere seien sehr defensiv in ihrer Art.

Die Zäune bestünden zu einem großen Teil aus verrosteten Stacheldraht, wobei die Haltung von Pferden hinter solchem Stacheldraht verboten ist, so Kaminski. „Wir von der Tierschutzgruppe haben mehrmals Meldungen erhalten, dass die Bedingungen im Stall sehr schlecht sind für die Tiere“, führte Kaminski weiter aus. Der Pferdehalter selbst sei zu alt, um sich noch ausreichend um die Tiere zu kümmern. Die Tierschutzgruppe würde es begrüßen, wenn die Mitarbeiter des Veterinäramtes einschreiten und dem Pferdehalter die Tiere wegnehmen würden. „Wir haben keine rechtlichen Befugnisse, etwas gegen ihn zu unternehmen“, erklärte Kaminski.

Anders stellte es Dr. Gero Leiner vom Veterinäramt des Landkreises Oldenburg dar: „Normale Bürger merken nicht, dass wir etwas unternehmen. Wir kommen ja nicht mit Blaulicht angefahren.“ Der Pferdebesitzer in Huntlosen ist den Mitarbeitern beim Veterinäramt bekannt. „So wie alle Halter im Landkreis.“ Regelmäßig würden unangemeldete Kontrollen durchgeführt. „Wir können aber auch nicht jede Woche kontrollieren, deswegen sind wir auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, so Leiner. Vor zwei Tagen sei bei ihm eine anonyme Anzeige eingegangen, der er sofort nachgegangen sei.

„Es gab ein paar kleinere Mängel bezüglich der Hufpflege, aber ansonsten waren die Tiere in einem guten Zustand“, sagte er. Auch beim Stall und den Weiden habe es einige Beanstandungen gegeben, die der Tierhalter nun beheben müsse.

Sollten bei einer Kontrolle Mängel an der Haltung oder dem Gesundheitszustand der Tiere festgestellt werden, so würden verschiedene Maßnahmen vom Veterinäramt angeordnet. „Wir achten auch immer darauf, dass die Pferde mit fließendem Wasser und Selbsttränken versorgt sind“, erklärte Leiner.

Der Pferdehalter aus Huntlosen hat bereits einen Großteil der Tiere verkauft. „Ich bin zu alt, um mich noch um die Tiere zu kümmern“, sagte der Mann auf Nachfrage unserer Zeitung. Auch das Gelände mit dem Stall und die Weiden würden in Kürze verkauft.

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