Erntehelfer und Schauspieler treten zusammen in Ahlhorn auf

Theaterstück mit Untertiteln

Ein Frau sitzt an einem Tisch, ein Mann trägt Essen auf.
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Eintritt frei: Die Gage für die Aufführung des Schauspielhauses übernimmt der Verfügungsfond Ahlhorn.

Ahlhorn – Ein Theaterstück über Nahrung, Migration und Kapitalismus mit rumänischen Erntearbeiter präsentiert das Düsseldorfer Schauspielhaus am kommenden Sonntag im Dorfgemeinschaftshaus Ahlhorn, Katharinenstraße 15. Unter dem Titel „Ernte? Hilfe!“ stellen die Künstler ab 18 Uhr ihrem Publikum unter anderen Fragen: „Wie pflückst du einen Apfel? Wie erntest du Erdbeeren? Wie stichst du Spargel? Und wie geht die Abschaffung der ,modernen Sklaverei‘ in Deutschland?“

„Das Theaterstück und Social-Media-Projekt erzählt die Geschichten rumänischer Erntearbeiter in Deutschland“, heißt es in der Ankündigung. „Sie holen unsere vitaminreichsten Lebensmittel aus der Erde. Sie arbeiten auf unseren Feldern und kommen selten in unsere Städte. Sie ernähren uns und wir ignorieren sie.“

Obwohl das Schauspielkollektiv aus dem Raum Düsseldorf kommt, führt ihre erste Station nach der Premiere nach Ahlhorn. „Es ist toll, da das Dorfgemeinschaftshaus ja auch eine Begegnungsstätte für die Erntehelfer hier in der Umgebung ist. So wird auch der soziale Zusammenhalt gefördert“, erklärt die Mitorganisatorin Anda Nicolae-Vladu von der Arbeitslosenselbsthilfe Oldenburg, die außer in Ahlhorn auch in Wildeshausen Hilfesuchende berät. Der Auftritt sei ein absoluter Gewinn, da viele Menschen selbst schon einmal Erfahrungen gemacht hätten, die im Stück aufgegriffen werden. Ihre Probleme würden nicht gehört werden und sie müssten beispielsweise während der Pandemie reisen, obwohl der Rest der Gesellschaft im Corona-Lockdown steckte. „Eine weitere Besonderheit an diesem Theaterstück ist, dass die Schauspieler teilweise professionelle Künstler, teilweise aber auch selbst rumänische Erntehelfer sind“, verrät Nicolae-Vladu. Aufgrund dessen hätten sie immer nur sonntags proben können. „Das war der einzige freie Tag, der den Helfern zur Verfügung stand“, sagt sie. Seit Anfang des Jahres habe das Kollektiv so geübt. Eine spezielle Herausforderung sei die Sprache gewesen. „Sie treten auf Deutsch und Rumänisch auf. Dementsprechend wird im Dorfgemeinschaftshaus ein Beamer aufgebaut, der eine Übersetzung an eine Wand wirft. Sozusagen ein Theaterstück mit Untertiteln.“

Seit sechs Jahren ist die Mitorganisatorin zweimal wöchentlich im Dorfgemeinschaftshaus, um mit verschiedenen Organisationen Migranten und Hilfesuchende zu informieren. Deshalb freue es sie, dass die Einrichtung den Schauspielern kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Die Gage der Künstler finanziere der Verfügungsfond Ahlhorns. Deshalb sei der Eintritt zur Veranstaltung kostenlos. „Wir sammeln aber vor Ort Spenden, für gemeinnützige Organisationen. Es wäre schön, wenn jeder etwas geben könnte“, so Nicolae-Vladu. Für den Besuch der Aufführung gilt die 2G-Regel.

Das Ensemble besteht aus professionellen Schauspielern und Laien, die selbst als Erntehelfer gearbeitet haben.

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