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Tempo 30 – am besten im ganzen Ort

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Von: Gero Franitza

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Personen hasten über eine Straße.
Sicher die Straße überqueren: Gefährliche Stellen, da waren sich die Teilnehmer einig, gibt es in Huntlosen außerhalb der 30er-Zone genug. © Franitza

Huntlosen – Nur etwas mehr als 100 Meter vom Huntloser Friedhof entfernt beginnt die Tempo-30-Zone im Bereich der dortigen Grundschule. Dort sei es noch sicher, die Hauptstraße zu überqueren, befinden die Grünen im Rat der Gemeinde Großenkneten. Doch auf dem Rest der Strecke, die sich kilometerlang durch den Ort zieht, sei dem nicht so. Bereits am besagten Friedhof sei es für Fußgänger schwierig – und mitunter gefährlich – die Fahrbahn zu queren.

In einem ersten Schritt sollte die Reduzierung, die im Bereich der Schule gilt, entsprechend ausgeweitet werden: bis zum Friedhof, aber am besten auch auf die gesamte Ortsdurchfahrt, wünschen sich die Grünen.

Um ihre Idee vorzustellen und dem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hatte die Partei zusammen mit dem Bürgerverein Huntlosen am Freitagmittag Landrat Christian Pundt zu einem Ortstermin eingeladen. Der hörte zu, zeigte Verständnis – und dämpfte die Erwartungen der knapp 20 Huntloser, die ihn auf dem Parkplatz in Empfang genommen hatten – einige von ihnen mit Rollatoren. „Der Landkreis schiebt das Problem seit Jahren vor sich her“, sagte der Huntloser Eduard Hüsers, der für die Grünen auch im Kreistag sitzt. Vor einiger Zeit habe er schon auf die Stelle hingewiesen. Damals habe es jedoch geheißen, dass die Straßenverkehrsordnung dies nicht zulasse. Vor Schulen, Kindergärten und Seniorenzentren sei ein Tempolimit machbar – aber nicht vor Friedhöfen.

Dass es an der Stelle – aber auch in anderen Bereichen entlang der Ortsdurchfahrt – immer wieder zu brenzligen und sogar gefährlichen Situationen gekommen ist und kommt, konnten die Anwesenden bestätigen. Er selbst habe an dieser Stelle „diverse Erlebnisse“ gehabt, berichtete etwa Lars Hildebrand, zweiter Vorsitzender des Bürgervereins Huntlosen. Die Bahnhofstraße sei in diesem Bereich eine „Transitstraße“ für den gesamten Verkehr zwischen Oldenburg und Wildeshausen, sagte er. Hinzu kämen große landwirtschaftliche Maschinen und weitere Lastverkehre. Ein Tempolimit begrüße der Verein daher „ausdrücklich“. Er kenne solche Probleme noch aus seiner Zeit als Bürgermeister der Gemeinde Hatten, entgegnete Pundt. Insofern sei er, was die grundlegende Problematik innerorts angehe, „nicht ganz weit weg“. Das Anliegen der Huntloser finde er daher vom Ansatz her „gut“.

Personen im Gespräch
Landrat Christian Pundt (2.v.l.) im Gespräch mit Anwohnern und Lokalpolitikern. © Franitza

Eine Umsetzung, das machte der Kreishauschef ein ums andere mal deutlich, könne er nicht zusagen. Der Landkreis könne sich nicht über Dinge hinwegsetzen, die Bundesgesetze eindeutig geregelt haben. Vielmehr gelte es, im Zweifelsfall Argumente für eine Verlangsamung des Verkehrs zu finden. Aber er wolle dies als eine Anregung für eine Gesetzesänderung etwa in den Landkreistag mitnehmen. Die Rücksichtnahme im Straßenverkehr, das habe er in den vergangenen Jahren beobachtet, habe deutlich abgenommen, so Pundt.

Jede erreichte Verbesserung sei hilfreich, entgegnete Hüsers. Ein Ziel sei es, Huntlosen als Modellprojekt für weitgehende Tempo-30-Zonen zu etablieren, wie es gerade in der Stadt und Region Hannover umgesetzt wird. Darüber hinaus riet er den Anwesenden, ihre Bundestagsabgeordneten zu kontaktieren, und auf diesem Weg eine Veränderung der Gesetzeslage zu erreichen.  

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