Großenkneten und Sage profitieren 

Straßensanierung auf den Weg gebracht

Die kleinen Anwohner der Straße Unter den Eichen in Großenkneten haben ihren Spaß mit den Pfützen. Damit könnte aber bald Schluss sein, weil der Weg saniert werden soll. - Foto: bor

Großenkneten - Es war eine der heftig umstrittenen Entscheidungen des vergangenen Jahres in der Gemeinde Großenkneten: Die Erhöhung der Grundsteuer, um die Sanierung von Straßen zu finanzieren.

Nun hat sich der Infrastrukturausschuss während seiner Sitzung am Donnerstagabend damit befasst, wie die Erneuerung konkret umgesetzt werden soll. Das Gremium sprach sich bei einer Gegenstimme von AfD-Ratsherr Hermann Sobierei mehrheitlich dafür aus, in diesem Jahr die Straßen Unter den Eichen in Großenkneten und Auf der Höhe in Sage für insgesamt 230 000 Euro zu erneuern. Beide Fahrbahnen sind schwer beschädigt, weil das Wasser nicht ordentlich versickern kann. Sobierei hatte sich gesperrt, weil in Sage kein Wendehammer am Ende der Fahrbahn geplant ist. Dafür sei Grunderwerb nötig, informierte Bürgermeister Thorsten Schmidtke. „Die Eigentumsverhältnisse sprechen dagegen.“ Der AfD-Ratsherr beharrte auf seinem Standpunkt, was Kopfschütteln bei den übrigen Volksvertretern auslöste.

Blieb noch die Frage, welche Straßen in den kommenden Jahren saniert werden sollen. Das von der Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro Hirsch aus Oldenburg wird ein halbes Jahr lang alle Straßen und Wege erfassen sowie hinsichtlich des Zustands und der Wichtigkeit bewerten. Beispielsweise sind Schulbus-Routen wichtiger als Wege in der Feldmark. Dieses sogenannte Erhaltungsmanagement soll der Verwaltung als verbindliche Liste der demnächst abzuarbeitenden Straßen dienen. Eine Einbindung der Politik in die konkrete Entscheidung, welcher Weg wann dran ist, ist von Verwaltungsseite nicht vorgesehen. Im Abstand von zwei bis drei Jahren sollen die Straßen erneut untersucht und wiederum priorisiert werden, um Entwicklungen wie die Belastung durch neue Baugebiete nicht aus den Augen zu verlieren. 

bor

Lesen Sie dazu auch einen Kommentar unseres Redakteurs Ove Bornholt:

Sobierei auf Abwegen

Ove Bornholt

Lieber Populismus als konstruktive Mitarbeit: Wenn es nach AfD-Ratsherr Herbert Sobierei geht, werden die Straßen Unter den Linden in Großenkneten und Auf der Höhe in Sage nicht saniert. Er stimmte dagegen, weil es für Letztere keinen Wendehammer geben soll. Einen Änderungsantrag zu stellen, hielt der Ratsherr nicht für nötig. Stattdessen verweigerte er sich der Maßnahme lieber gleich komplett. Sollte sich der AfD-Fraktionsvorsitzende so eine konstruktive Zusammenarbeit im Rat zum Wohl der Gemeinde vorstellen, dann gute Nacht Marie. Wenn er unbedingt einen Wendehammer haben will, soll er dafür kämpfen, aber deswegen doch nicht gleich die ganze Sanierung ablehnen. Denkbar ist jedoch auch, dass er davon ausging, dass schon genug andere Ratsmitglieder für die Sanierung stimmen würden und er sich nur bei den Anliegern einschmeicheln wollte. Das wäre dann Populismus in Reinform.

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