Attacke auf „Ehefrau“ in Ahlhorn unmittelbar nach der Tat zugegeben / Flüchtling hatte Angst, abgeschoben zu werden

Sprachnachrichten widerlegen Version des Angeklagten

Die Spurensicherung war in Ahlhorn stundenlang bei der Arbeit, um Beweise zu sichern. - Archivfoto: Kater

Ahlhorn - Im Prozess vor der Oldenburger Schwurgerichtskammer gegen den 22 Jahre alten Flüchtling aus dem Irak, der am 28. November vergangenen Jahres in Ahlhorn seine „Ehefrau“ mit elf Messerstichen in Hals und Oberschenkel lebensgefährlich verletzt hatte, haben am Freitag Sprachnachrichten auf einem Handy die Version des Angeklagten widerlegt, sich an die Tat nicht erinnern zu können. Das Smartphone soll dem Angeklagten gehören und ist nun ausgewertet worden. Direkt nach der Tat teilte der 22-Jährige einem Bekannten laut den Ermittlungen mit: „Ich habe sie mit dem Messer gestochen, ich muss wissen, ob sie noch lebt oder nicht.“ Weiter machte sich der Angeklagte Sorgen, „jetzt in den Irak abgeschoben zu werden“. Das schien auch seine größte Sorge zu sein.

Das Gericht hat am Freitag den mutmaßlichen Gesprächspartner des Angeklagten als Zeugen gehört. Auch er ist ein Flüchtling aus dem Irak. Dass er der Gesprächspartner sein könnte, bestritt er. „So, so“, kommentierte der Vorsitzende Richter Sebastian Bührmann diese Erklärung. Er wies den Zeugen darauf hin, dass sich eine Falschaussage auf das Asylverfahren auswirken werde.

Dieser blieb aber bei seiner Aussage. Damit nicht genug: Auch der Angeklagte bestritt, nach der Tat Sprachnachrichten getätigt zu haben. Er habe erst am anderen Morgen telefoniert und zwar aus einer Telefonzelle heraus, erklärte er.

Das Gericht will nun weitere Handynachrichten auswerten lassen. Wie berichtet, soll das Motiv der Tat verletzte Eitelkeit sein. Der Angeklagte hatte behauptet, mit der Frau verheiratet zu sein. Dabei soll es sich aber um eine Zwangsheirat handeln. Nach der gemeinsamen Flucht nach Deutschland wollte die 19-Jährige von Ehe aber offensichtlich nichts mehr wissen. Das hätte sie laut Anklage beinahe das Leben gekostet. Der 22-Jährige hatte ihr am Tattag im Hausflur eines Mehrfamilienhauses in Ahlhorn aufgelauert und laut Anklage auf sie in direkter Tötungsabsicht eingestochen. Im Ort wohnt auch die Schwester der 19-Jährigen. Der mutmaßliche Täter selbst war in Schwanewede untergebracht. Von dort aus war er mit dem Fahrrad nach Ahlhorn gefahren. - wz

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