Johanniter in Ahlhorn ohne Musiker

Spielmannszug hat ausgespielt

Ein Bild aus alten Tagen zeigt die Ahlhorner Musiker in ihren Uniformen. - Archivfoto: Beumelburg

Ahlhorn - 32 Jahre nach seiner Gründung wurde der Spielmannszug der Johanniter in Ahlhorn aufgelöst. Damit zollte die Leitung des Ortsverbands dem schon seit Langem herrschenden Personalmangel Tribut. Zuletzt war nur noch eine Handvoll Spielleute aktiv dabei, die Leitungsposition war schon längere Zeit unbesetzt.

Fachbereichsleiter Martin Gobert sprach von einem andauernden und schleichenden Prozess, denn das Ende des Spielmannszuges hatte sich aus seiner Sicht schon früher abgezeichnet. Die Hoffnung, eine adäquate Leitung zu finden, hatte sich nicht erfüllt. Schon längere Zeit konnte der Zug aufgrund von Mitgliedermangel nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten.

Von einem Mangel an Interesse war zu Anfang noch keine Rede gewesen. Der damalige Landesjugenddezernent Jörg Beumelburg hatte schnell mehr als 50 junge und ältere Bewohner aus Ahlhorn zusammen, die gemeinsam musizierten. Mit den schon vor einiger Zeit verstorbenen Mitbegründern Werner Neumann und Erika Kirchgeorg war schnell ein Konzept gefunden. Die erste Querflöte spendierte Kirchgeorg, die auch später die Schirmherrschaft übernahm. Weitere Instrumente wie eine Pauke und Marschtrommeln kamen unter anderem vom Ahlhorner Schützenverein dazu. Nach einigen Umzügen in Ahlhorn kamen die mittlerweile rund 60 Mitglieder im Jugendhaus an der Königsstraße in Ahlhorn unter.

„Damals traten wir in schwarzer Hose und weißem Hemd auf“, erzählt Beumelburg. Nach und nach seien weitere Auftritte dazu gekommen, sodass eine eigene und historische Uniform entwickelt wurde. „Neben dem musikalischen Können war die Gruppe jetzt perfekt ausgestattet.“ Auftritte im Rheinland, beim Gildefest in Wildeshausen wie auch im Ausland, zum Beispiel in Evergem, der belgischen Partnergemeinde von Großenkneten, waren die Folge. „Wir wollten nicht nur klassische Spielmannszug-Musik produzieren, sondern auch moderne Stücke entwickeln“, fügt Beumelburg hinzu.

Doch viel ist Jahre später nicht mehr davon übrig geblieben. Ab 2010 nahm das Interesse stetig ab. Versuche, den Musikzug am Leben zu erhalten, scheiterten. Es fehlte an Nachwuchs, vor allem in der Leitungsfunktion. Die aktiven Mitglieder wurden älter, Krankheit machte Auftritte schwieriger. „Wir bedauern diese Entwicklung sehr, doch die Zeiten haben sich einfach geändert. Es wird immer schwieriger, junge Menschen zu finden, die sich für eine solche Sache begeistern“, sagte Johanniter-Pressesprecher Stefan Greiber. - jb

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