Motorradstaffel der Johanniter begeistert vom Erfolg ihrer Spendenaktion

Spendenbereitschaft rührt die Helfer

Dank der vielen Spenden von Privatleuten und Unternehmen ist die Ahlhorner Motorradstaffel nun in der Lage, ein inzwischen dringend benötigtes Ersatzfahrzeug anzuschaffen.
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Dank der vielen Spenden von Privatleuten und Unternehmen ist die Ahlhorner Motorradstaffel nun in der Lage, ein inzwischen dringend benötigtes Ersatzfahrzeug anzuschaffen.

Ahlhorn/Landkreis – Während die Bereitschaft der Johanniter in Ahlhorn vom letzten Tag des alten Jahres noch bis zum heutigen Sonnabend damit beschäftigt ist, Corona-Schnelltest anzubieten, kann sich eine andere Gruppe des Hilfsdienstes in dem Ort über die Spendenbereitschaft der Menschen und Firmen im Landkreis Oldenburg und darüber hinaus freuen: Mit einer groß angelegten Spendenaktion hatte die Motorradstaffel der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) aus Ahlhorn um Unterstützung beim Kauf einer neuen Maschine gebeten. Der Erfolg sei überwältigend gewesen, berichtet der Hilfsdienst: „Wir können die Anschaffung der neuen Einsatzmaschine voll durch die Spenden finanzieren, der Rest fließt in den Unterhalt der anderen Motorräder“, sagt Staffelleiter Ulrich Lobenberg. Insgesamt spendeten zahlreiche Unternehmen und Privatleute eine Gesamtsumme von circa 31300 Euro, wobei 26 000 Euro an Geldspenden und die restlichen rund 5 300 Euro als Sachspenden zusammenkamen.

Berührend für die Motorradstaffel war der Beitrag einer Privatperson aus Wüsting in der Gemeinde Hude: Sie hatte von Bekannten von der JUH-Sammlung erfahren und spendete daraufhin den Erlös eines privaten Hausflohmarktes in Höhe von 84,87 Euro. Die Spenderin schrieb in einer E-Mail an die Staffel, dass sie gerne mehr gegeben hätte, es ihr aber durch die aktuellen Umstände finanziell nicht möglich sei. Dennoch sei es ihr ein Herzenswunsch, das Projekt „Retter auf zwei Rädern“ zu unterstützen.

„Die Anerkennung der einzelnen Förderer in diesen harten Pandemiezeiten zeigt, dass unsere ehrenamtliche Arbeit von vielen Menschen geschätzt wird“, sagt Lobenberg. Die Pressemitteilung der Johanniter listet namentlich knapp 40 Firmen auf, die sich der Aktion angeschlossen haben: vom überregionalen Konzern bis zum lokalen Handwerksbetrieb aus der Gemeinde Großenkneten und dem Landkreis Oldenburg.

Grund für die Spendensammlung sei der technische Zustand der Einsatzmotorräder gewesen, so die Johanniter weiter: „In diesem Jahr zeigte sich in der Mitte der Saison, dass zwei der drei zur Staffel gehörenden Maschinen final an ihre Belastungsgrenze angekommen sind.“ Die Motorräder vom Typ „BMW 1200 RT-P“, vor einigen Jahren von Polizei und Bundeswehr gebraucht erworben, seien mittlerweile 16 Jahre alt und haben Laufleistungen jenseits der 120 000 Kilometer. „Dieses mag nicht viel klingen, aber die Laufleistung von Motorrädern liegt erheblich unter der von Autos. Vergleicht man die der Ahlhorner Einsatzmotorräder mit einem Auto, so hätte dieses etwa 300 000 Kilometer auf dem Tacho.“

Noch während der Sommersaison schnellten daher die Wartungs- und Reparaturkosten in die Höhe, sodass über eine Neuanschaffung der betreffenden Einsatzmaschinen nachgedacht worden sei, erläutern die Johanniter die Ausgangssituation. Der Kaufpreis einer neuen, vollausgestatteten „BMW 1200“ liege bei rund 25 200 Euro. Geld, das es im Budget der Johanniter-Unfall-Hilfe nicht gebe. „Auch die Johanniter haben durch die Beschränkungen im Corona-Jahr erhebliche finanzielle Verluste hinnehmen müssen“, so Dienststellenleiter Martin Gobert. Somit konnte der Wunsch der Staffel, zwei der drei Fahrzeuge durch Neuanschaffungen zu ersetzen, aus finanziellen Gründen auch nicht erfüllt werden.

Gobert, Staffelleiter Lobenberg und dessen Stellvertreter Heiner Terwey sowie der Projektleiter der Spendenaktion Günther Behrendt seien zu dem Ergebnis gekommen, dass die Beschaffung von nur einer Maschine möglich wäre, aber auch dies nur mit einer flankierenden Spendenaktion realisiert werden könne. So wurde kurzerhand ein Projektteam gebildet und dann Mitte September die Spendenaktion „Retter auf zwei Rädern“ ins Leben gerufen: „Wir hatten gehofft, bis Heiligabend 10 000 Euro zu sammeln, um einen Grundstock für die Anschaffung der neuen Maschine zu bekommen“, erzählt Behrendt in dem Bericht der Johanniter weiter.

Dass am Ende sogar mehr als das Dreifache gespendet wurde und die Anschaffung voll finanziert werden kann, habe alle Beteiligten regelrecht „überwältigt“. Durch die geleisteten Förderungen sei es nun möglich, eine neue Einsatzmaschine in den Ahlhorner Bestand aufzunehmen, die den immer komplexeren Anforderungen im Verkehr Rechnung trage.

„Wir danken allen Unternehmen und Privatpersonen herzlich für jede große und für jede kleine Spende und dafür, dass die Staffel auch weiterhin mobil auf zwei Rädern in der Region ehrenamtlich retten, helfen und unterstützen kann“, unterstreicht Lobenberg.

Die Motorradstaffel des Ortsverbands Ahlhorn kümmert sich mit ihren schweren Maschinen als einzige Johanniter-Staffel im Nordwesten Niedersachsens um die Autobahnen  1,  28 und  29 (nördlich bis Bremen und Oldenburg, südlich bis zum Rasthof Dammer Berge) sowie die umliegenden Bundes- und Landesstraßen im Landkreis Oldenburg.

In diesem Jahr fuhren die ehrenamtlich arbeitenden Frauen und Männer an 112 Tagen nach JUH-Angaben insgesamt 610 Stunden im Landkreis und der Region und legten dabei insgesamt rund 20 000 Kilometer zurück, heißt es abschließend.

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