Grabstein Julius Keimers soll an seine Wirkungsstätte verlegt werden

Späte Würdigung des Fischteich-Schöpfers

Ein Frau und zwei Männer stehen in einem Wald.
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Forstamtsleiterin Regina Dörrie, Hans-Georg Keimer und Ingo Keimer (v.l.) haben den zukünftigen Platz für das Ehrenmal an Julius Keimer in Augenschein genommen.

Ahlhorn – Die Ahlhorner Fischteiche sind eine von Menschenhand geformte Naturoase. Julius Keimer ist dies zu verdanken: Er ließ von 1906 bis 1929 im Auftrag der Verwaltung des Landeskulturfonds, aus Sanddünen, Heideflächen und kleinen Mooren die „Staatliche Teichwirtschaft Ahlhorn“ entstehen. Keimer widmete seine ganze Arbeitskraft dem Ausbau der Teichanlagen, sodass mit Sicherheit gesagt werden darf, dass die heutigen Ahlhorner Fischteiche sein Lebenswerk waren. Und auch wenn diese einmalige Landschaft dort inzwischen nicht mehr wegzudenken ist: Bislang ist ihm zu Ehren noch nie ein Gedenkstein aufgestellt worden. Doch das soll sich demnächst ändern.

Denn auf dem Ahlhorner Friedhof befindet sich eine Grabstelle mit einem großen Findling, der seine Lebensdaten und die seiner Frau Helene trägt. Diese soll nun allerdings aufgelöst werden. Denn sein Enkel Ingo Keimer aus Hannover und dessen Cousin Hans-Georg Keimer aus Cloppenburg sind sich einig, dass dieses Grab in Zukunft niemand mehr pflegen wird. So traten die beiden Nachfahren des Fischteich-Erschaffers an die Leiterin des Forstamtes Ahlhorn, Regina Dörrie, heran: Sie fragten, ob es denn nicht möglich wäre, diesen beschrifteten Naturstein als Erinnerung im Bereich der Teiche aufzustellen. In Absprache mit Fischereimeister Friedrich von Heydebrand wurde bereits ein Platz nahe dem Helenensee gefunden: Denn dieser ist schließlich nach Julius Keimers im Jahr 1958 verstorbenen Ehefrau benannt. Auch ein schmaler, lang gezogener Wanderweg, der an dem zukünftigen Platz endet, soll nach Keimer benannt werden, stellte Dörrie den beiden Nachfahren in Aussicht.

Gegen viele Widerstände

Julius Joseph Keimer wurde am 19. März 1878 in Osterkappeln, Kreis Wittlage, geboren. Der „Fischerdirektor“, so sein offizieller Titel, widmete sich voll und ganz dem Ausbau der Teichanlagen. Das hatte ihm seinerzeit nicht nur Freunde gemacht. Er wurde vielfach angefeindet und hatte sich in späteren Jahren sogar die scharfe Kritik des Oldenburger Landtages zugezogen. Dadurch wären die Arbeiten an der künstlichen Teichanlage fast ganz zum Erliegen gekommen. Zwischenzeitlich war sogar erwogen worden, die gesamte Teichwirtschaft zu verpachten oder gar zu verkaufen, weil sie als nicht rentabel erachtet wurde. Doch hatte es Keimer immer wieder verstanden, maßgebliche Persönlichkeiten für seine Ideen zu gewinnen.

Durch die Anlegung der Teiche hatte sich der Wasserhaushalt bis an die angrenzenden umliegenden Gebiete, die größtenteils nur aus armen Sandböden bestanden, wesentlich verbessert. Dadurch hat sich die Pflanzen- und die Tierwelt inzwischen in das heute wichtige Naturschutzgebiet gewandelt.

Heute sind die Teiche ein geschütztes Idyll.
Der Grabstein des Ehepaars in Ahlhorn.

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