Sozialamt überlegt weiter, Sammelunterkunft im Metropolpark einzurichten

Landkreis bleibt trotz Ahlhorner Sorgen hart

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Mediengruppe Kreiszeitung

Großenkneten - Von Ove Bornholt. Der Landkreis Oldenburg überlegt weiter, eine Sammelunterkunft auf dem Gelände des Metropolparks „Hansalinie“ in Ahlhorn einzurichten. Trotz der Bedenken der Gemeinde Großenkneten.

In die Höhle des Löwen hatte sich der Leiter des Kreis-Sozialamts gewagt, als er im Großenkneter Sozialausschuss die Flüchtlingspolitik des Landkreises Oldenburg erläuterte. Bodo Bode meisterte seinen Auftritt am Donnerstagabend dennoch souverän und beantwortete auch unbequeme Fragen.

So erklärte er klipp und klar, dass der Landkreis die Zustimmung der Gemeinde nicht braucht, wenn es um die Einrichtung einer Sammelunterkunft mit 300 Plätzen auf dem Gelände des Metropolparks „Hansalinie“ geht. Die Gemeinde hat im Bebauungsplan eigentlich festgelegt, dass keine Fremdbeherbung erlaubt ist. Doch Bode erklärte: „Wir können uns darüber hinwegsetzen.“ Das habe er mit dem Kreis-Bauamt geklärt.

In diesem Moment realisierten viele Ausschussmitglieder erst, wie konkret sich der Landkreis tatsächlich mit der Sammelunterkunft beschäftigt. Nach der guten Nachricht, dass das Land derzeit keine Erstaufnahme-Einrichtung in Ahlhorn anstrebt (wir berichteten), war das schon eine kalte Dusche für einige.

„Es geht um 300 Plätze. Das gucken wir uns an, und das kann man nicht vom Tisch fegen. Das ist unsere Meinung und die der Mehrheit der Bürgermeister“, sagte Bode. Gleichzeitig räumte er aber auch ein, dass es zwar Gespräche mit dem Betreiber des Metropolparks, der Firma Bunte, gebe, aber noch keine konkreten Verhandlungen. So sei zum Beispiel noch offen, welcher Aufwand zur Ertüchtigung der ehemaligen Bundeswehrgebäude notwendig ist und was das kostet. Zudem sei eine weitere wichtige Frage noch unbeantwortet: „Was für einen Preis verlangt der Betreiber?“

Bode befürchtet, dass die Flüchtlingslage noch dramatischer wird. „Die Situation ist ernst. Und sie wird noch ernster werden. 800 bis 1000 Flüchtlinge sollen jeden Tag nach Niedersachsen kommen.“

Ratsfrau Andrea Oefler (SPD) beklagte, die Gemeinde Großenkneten habe immer gut Flüchtlinge aufgenommen. Auch die aktuelle Quote kann dezentral untergebracht werden. Es sei nicht fair, hier eine Sammelunterkunft einzurichten.

Bode bestätigte die bisherige gute Zusammenarbeit mit der Kommune. Er kenne die Zustände in Ahlhorn. Laut Gemeinde haben gut 3000 der 8000 Einwohner eine andere Staatsbürgerschaft als die deutsche. „Wenn dort eine Sammelunterkunft entstehen sollte, habe ich den Eindruck, dass das ganze Konstrukt zusammenbrechen könnte“, sagte Bürgermeister Thorsten Schmidtke.

Bode betonte hingegen, er müsse den gesamten Landkreis im Blick haben. „Ehe wir alle Turnhallen belegen, haben wir eine Sammelunterkunft.“

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