Schießstand in Ahlhorn: Erkenntnisse aus Garlstorf sollen Skeptiker überzeugen

Eine Art Blick in die Zukunft

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Eine Delegation aus Ahlhorn verschaffte sich einen Eindruck von der Anlage in Garlstorf.

Ahlhorn/Garlstorf - Welche Lärmkulisse erwartet die Anwohner, wenn die Jägerschaften Cloppenburg und Vechta den geplanten Schießstand in Ahlhorn bauen? Um diese Frage ging es bei einem gemeinsamen Ausflug zu einer ähnlichen Anlage in Garlstorf. Das Fazit fiel positiv aus – allerdings waren auch längst nicht alle Skeptiker dabei.

Anlässlich der Sorgen um den Lärm, den das geplante jagdliche Ausbildungszentrum in Ahlhorn mit sich bringen würde, sollte ein ähnlich angelegter Schießstand besichtigt und „belauscht“ werden. Die Jägerschaften wollten sich Anregungen für ihre Detailplanung holen, die Ahlhorner sollten sich ein realistisches Bild von einer derartigen Anlage im laufenden Betrieb machen. So lautete die Devise.

Neben Vertretern aus Gemeinderat und Verwaltung waren zahlreiche Mitglieder des Bürgervereins Ahlhorn an Bord. Allerdings waren weder der Verein für Lebensqualität in Ahlhorn noch die Bürgerinitiative (BI) „Ahlhorn ohne Schießlärm“ vertreten. Zumindest Peter Dobrunz, Vorsitzender des Vereins für Lebensqualität in Ahlhorn, hatten die Jägerschaften zu dem Ausflug nach Garlstorf eingeladen. Jedoch ausschließlich ihn und nicht noch weitere Mitglieder des Vereins, wie Dobrunz erklärte. Zudem habe ihn das Schreiben erst kurzfristig erreicht, so dass er selbst nicht habe an der Fahrt teilnehmen können. Dobrunz sprach von einer „Einladung zweiter Klasse“ und fand die Vorgehensweise der Jägerschaften „befremdlich“ – zumal nicht nur Mitglieder des Bürgervereins, sondern auch noch viele andere Ahlhorner ein solches Angebot sicher gerne angenommen hätten.

Zumindest den Teilnehmern der Informationsfahrt gegenüber zeigten sich die Jägerschaften ausgesprochen offen: „Dies soll der Beginn eines Dialoges sein, den wir auch über diesen Tag hinaus mit Ihnen führen möchten, um Bedenken und Ideen aufzunehmen, aber auch unsere Anliegen, Vorgehensweisen und den aktuellen Stand der Dinge mitzuteilen“, sagte Thomas große Beilage, Vorsitzender der Cloppenburger Jägerschaft.

In Garlstorf stellte der Betreiber des Schießstandes, Matthias Carstens, die moderne Wurftaubenanlage mit mehreren Trap- und Skeetständen, die auch als Olympiastandort geeignet wäre, vor. Ebenso wie in Ahlhorn geplant, wird dort in Richtung eines etwa 20 Meter hohen Walles geschossen, an dem sowohl die Wurftauben als auch das Bleischrot gefangen und gesammelt werden. „Bevor der große Wall da war, gab es schon mal Beschwerden aus dem circa 600 Meter entfernten Ort, denn die Schüsse waren dort je nach Windrichtung deutlich und in unangenehmer Tonlage zu hören“, berichtete Carstens. Heute gebe es diese Probleme nicht mehr.

Jürgen Voss, Bauplaner sowie Ingenieur für Immissionsschutz und Sicherheit auf Schießstätten, stellte die geplanten Maßnahmen auf dem ehemaligen Militärgelände in Ahlhorn vor. Danach folgte der spannendste Teil der Fahrt: Die Teilnehmer wollten sich selbst vom Lärm während des Schießbetriebes überzeugen und hatten dafür Messgeräte mitgebracht. Entscheidend sei schließlich, was nach Außen dringt. Fazit: 300 Meter hinter dem Wall sei das Knallen schon deutlich leiser, aber noch immer wahrnehmbar gewesen. Im Abstand von 700 Metern wären die Schüsse nicht mehr zu hören und auch mit Messgeräten nicht mehr von anderen Geräuschen zu trennen gewesen.

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