Sanierung des alten Stellwerks Ahlhorn kommt voran/Arbeiten sollen Mitte 2016 fertig sein

Bahnbrechende Begeisterung

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Stefan Effenberger und Peter Nieslony (von links) hinter einem der wenigen Originalteile in dem Stellwerk: einer Brückenwange.

Ahlhorn - Es ist ein kalter aber trockener Dezembertag, als Peter Nieslony und Stefan Effenberger neben dem schlammigen Weg stehen, der zu dem Gebäude führt, das Begeisterung in ihnen weckt: das alte Stellwerk in Ahlhorn. Aus Rücksicht auf sein sauberes Auto habe er vorne an der Straße geparkt, sagt Nieslony. Die letzten knapp 100 Meter ging er zu Fuß im Gleisbett zwischen den Schienen, die neben dem Weg verlegt sind.

Der Fußweg macht ihm offenbar nichts aus. Kein Wunder, wandelte er doch auf geliebtem Grund. Seine Begeisterung für die Züge, die dort rollen könnten, und alles, was mit ihnen zu tun hat, ist ihm anzumerken, wenn er über Eisenbahnen spricht. Ein Bahnverrückter im positiven Sinne, der gemeinsam anderen Enthusiasten in einem Förderverein seit Jahren die Sanierung des alten Stellwerks in Ahlhorn vorantreibt.

Nach langem Werben um Spenden und dem Gestalten eines Konzepts begannen im Juni die Bauarbeiten an dem von Vandalen verunstalteten Gebäude. Ganze Wände rissen Unbekannte im Innenbereich ab und beschmierten das 1930/31 errichtete Haus mit Graffiti.

Als Nieslony, der hauptberuflich Bauamtsleiter beim Landkreis Oldenburg ist, und Effenberger, der als Denkmalschützer beim Landkreis arbeitet, das rund 15 Meter hohe, viergeschossige, gemauerte Gebäude hinter der Vechtaer Straße betreten, beginnt das Zeigen und Erklären. Obwohl das Gebäude von außen größer wirkt, entpuppt sich das Erdgeschoss als ein großer Raum, der daneben nur noch Platz für einen abgetrennten Toilettenbereich und den Aufgang zum ersten Obergeschoss bietet.

Bauarbeiten am Stellwerk Ahlhorn

Früher war das Erdgeschoss voller Technik, jetzt sind noch ein paar Eisenträger und Spuren der Seilwinde an der Wand übrig. Mit dieser bediente jahrzehntelang ein Stellwerksmitarbeiter der Deutschen Bahn beziehungsweise der Reichsbahn vom ersten Obergeschoss die Weichen. Eine Aluminiumleiter führt nun zu seinem Arbeitsplatz, der im Schichtbetrieb von 5 bis 1 Uhr besetzt war.

Auch hier ist kaum etwas übrig. Durch Fotos, die Nieslony von ehemaligen Angestellten bekommen hat, ist nachzuvollziehen, wie der Raum früher aussah. Fest steht, dass es nicht der komfortabelste Arbeitsplatz gewesen sein kann. Nach der letzten Schicht musste der jeweilige Angestellte unbedingt den kleinen Ofen vorheizen, sonst saß sein Kollege frühmorgens in der Kälte. Das Gebäude ist nach heutigen Maßstäben kaum gedämmt.

Auch um die zu erwartenden immensen Heizkosten zu senken, soll der Wassertank im dritten Obergeschoss befüllt und das Wasser durch Solarenergie erwärmt werden. Doch erst einmal müssen die Fenster rein. Das geschieht in dieser Woche. Im Frühjahr werden neue Versorgungsleitungen gelegt und der Putz saniert. In der Folge beginnt der Innenausbau. Mitte 2016 könnte das Gebäude fertig sein. Der Monumentendienst, der noch im Museumsdorf Cloppenburg sitzt, bezieht dann Büros in dem alten Stellwerk. Im Erdgeschoss sollen Ausstellungen für die Öffentlichkeit möglich sein.

bor

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