Ruhestand, aber gar kein Stillstand

Max Hunger geht am 1. Februar nach 39 Jahren als Lehrer in Rente

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Freude an der Tierwelt und an Naturbeobachtungen: Max Hunger im heimischen Garten. 

Sage-Haast – Deutscher Meister, Seniorenweltmeister, Jäger, Hegeringleiter, Lehrer, Faustballer, Ornithologe, Naturschutzbeauftragter des Landkreises, Schiedsrichter, Fachberater für Schulsport ... wer sich ein Bild über Max Hungers Tätigkeiten machen möchte, kann bei deren Fülle leicht durcheinander kommen. In wenigen Wochen gestaltet der 64-Jährige die Angelegenheit leichter – wenn auch nur etwas. Im April feiert der gebürtige Ahlhorner seinen 65. Geburtstag – zum 1. Februar geht der Lehrer am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium in den Ruhestand.

Wie er zum Lehrerberuf gekommen ist? „Ich habe einfach das studiert, wozu ich Lust hatte: Bio und Sport“, sagt Hunger. Als er dann noch ein Praktikum an einer Schule absolvierte, habe er gemerkt „das liegt mir“. Und hat es dann konsequent weiterverfolgt. Spätere Ausbilder während dieser Phase hätten ihn in seiner Entscheidung bestärkt und unterstützt. Nach seinem Studium in Hannover und ersten Stellen in Norddeutschland führte ihn sein beruflicher Weg schließlich 1997 an das Ahlhorner Gymnasium zurück. Dort hatte er 1973 sein Abitur gemacht, damals allerdings noch am „alten“ Bonhoeffer-Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft.

Was zeichnet ihn als Lehrer aus? „Ich habe mich immer auf eine Ebene mit den Schülern begeben“, sagt Hunger, „nie von oben herab.“ Und was hat sich in den fast vier Jahrzehnten geändert? „Der Umgang mit den Kindern macht noch immer Spaß“, antwortet er. Die Schüler seien heute letztlich noch so, wie sie schon immer waren, doch die Elternhäuser hätten sich geändert. „Früher waren die Eltern immer auf der Seite der Lehrer – heute ist das häufig ein Gegeneinander“, schildert er seine Erfahrungen. Als Lehrer ist der 64-Jährige buchstäblich viel herumgekommen, und kennt sich persönlich auch an Haupt-, Real-, Ober- und Gesamtschulen aus.

Seit 15 Jahren ist er Fachberater für den Sportunterricht der 53 Schulen im Landkreis Oldenburg sowie der Stadt Delmenhorst. In dieser Funktion organisiert er unter anderem alle Wettkämpfe für „Jugend trainiert für Olympia“ und die Zertifizierung „sportfreundlicher Schulen.“ Ergriffe er den Beruf heute wieder? „Ja, sofort“, sagt Hunger ohne lange darüber nachdenken zu müssen, „ich habe immer noch Spaß“. Und eben dieser sei dabei wichtig – wer den aber nicht mehr aufbringt, sagt er selbstbewusst, habe den Beruf verfehlt. „Aber 39 Jahre sind genug. Andere haben schon früher das Handtuch geschmissen.“ Kommt er denn mit einem 24-Stunden-Tag aus? Hunger lacht. „Eigentlich ganz gut.“ Fast jeden Tag stehe er um 6.15 Uhr auf und mache Frühstück für sich sowie seine Frau.

„Ich bin nicht hibbelig“, sagt Hunger, „aber ich würde mich nicht vor den Fernseher setzen – lieber auf den Hochsitz! Da kann man stundenlang gucken und hören, was in der Natur los ist.“ Besagter Hochsitz ist übrigens eine ausrangierte und umfunktionierte Schiedsrichterkabine des TSV Großenkneten. Zum Faustball ist er in Ahlhorn gekommen, 1983 wurde er erstmals Deutscher Meister, viele Jahre später Seniorenweltmeister mit dem VFB Stuttgart. Quer durch Europa führten ihn die Fahrten zu den Spielen, und sogar bis nach Chile und Brasilien. Leider hatte er immer zu wenig Zeit, sich vor Ort umzusehen, blickt er auf diese ereignisreiche Zeit zurück.

Detailverliebt und humorvoll berichtet er selbst von Erlebnissen und Begebenheiten, die schon lange zurückliegen und kommt im Erzählen immer auf die vielen verschiedenen Dinge, die er noch vor hat: Reisen außerhalb der Ferienzeiten, Kochen (lernen), verstärkter Einsatz für den Naturschutz, fotografieren. Aber auch Kurse für die Ländliche Erwachsenenbildung Großenkneten, berichtet er. Zwei stehen bereits fest: Der eine werde ein Einsteigerkurs in die Ornithologie sein, die andere ein Vortrag über die Tiere in der Gemeinde Großenkneten „Von A bis Z“, verrät Hunger. „Und es kommen alle Buchstaben vor.“

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