Radio zeichnet Beitrag über das Gülle-Problem in Huntlosen auf

„Das stinkt zum Himmel“

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Josef Voss, Godehard Hennies, Stefan Pulß, Helmut Dammann-Tamke und Heinz Erdmann sprachen in Huntlosen über die Gülle-Problematik in der Region.

Huntlosen/Landkreis - Wasserverbände schlagen Alarm: Die Nitratwerte im Grundwasser steigen. Als Verursacher gelten die Landwirte, die Gülle auf ihre Felder sprühen. Geplante Gesetzesmaßnahmen gehen den Bauern zu weit, dem Land aber nicht weit genug.

Unter dem Titel „Das stinkt zum Himmel – Der Streit um das neue Güllegesetz“ hat sich am Mittwoch das Nordwestradio in seiner Reihe „Unterwegs“ mit dem Thema befasst. Im Grünen Zentrum in Huntlosen (Gemeinde Großenkneten) führte Moderator Stefan Pulß eine Diskussion mit vier Gästen. Mit dabei waren der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke, Heinz Erdmann, Kooperationslandwirt im Landkreis Oldenburg, der Geschäftsführer des Wasserverbandstags Niedersachsen, Godehard Hennies, und Josef Voss (Grüne), Referent für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

„Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer eins“, stellte Hennies am Ende des rund einstündigen Gesprächs fest. Und genau das sei durch die Nitratbelastung der Böden gefährdet. Niedersachsen sei viel zu klein für die Menge an Gülle, die bei den hiesigen Landwirten anfällt.

Die Ursache dafür allein in der Massentierhaltung zu suchen, griff Dammann-Tamke zu kurz. Auch die Biogasanlagen spielten dabei eine große Rolle, weil die dort bei der Energiegewinnung entstehenden Gärreste ebenfalls auf den Feldern landen. Die momentan praktikabelste Lösung sei es, die überschüssige Gülle über die Straßen dorthin zu transportieren, wo sie noch Verwendung finden kann.

Vor allem ging es in der Runde aber um gesetzliche Rahmenbedingungen und die Möglichkeiten, ihre Einhaltung zu kontrollieren. Die Landwirte befürchten vor allem den zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Das machte Erdmann deutlich. Schon jetzt ist Niedersachsen das erste Bundesland, das Landwirte dazu verpflichtet, die Menge an ausgetragener Gülle zu melden.

Bei der Frage nach einer effektiveren Kontrolle gibt es auch datenschutzrechtliche Hindernisse. Den Vorschlag von Dammann-Tamke, die Freigabe der Daten den Landwirten freizustellen, konterte Voss: „Das kann nicht von Freiwilligkeit abhängen.“

Eine Lösung muss auch deshalb zeitnah her, weil wegen der prekären Werte im Grundwasser Strafzahlungen an die EU drohen. „Was hier jedoch dagegen unternommen wird, ist nichts, was dem standhalten würde“, sagte Voss.

jb

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