Grüne und Kommunale Alternative diskutieren

„Qualität statt Quantität“

Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft diskutierte mit Eduard Hüsers (Die Grünen) und Uwe Behrens (Kommunale Alternative, von links). - Foto: Beumelburg

Huntlosen - Hat die bäuerliche Landwirtschaft noch eine Zukunft? Dieser Frage gingen die Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen undder Partei Kommunale Alternative (KA) am Dienstagabend im Gasthof Meyer in Huntlosen nach. Die aktuelle Milchkrise zeige die Misere deutlich auf, denn nach dem Wegfall der Quote habe eine Erhöhung der Milchmenge eingesetzt, die wiederum nur mit Preisabschlägen abgesetzt werden könne, sagte KA-Ratsherr Uwe Behrens. „Der außenpolitische Konflikt mit Russland leistet dabei sein Übriges, um den Milchpreis weiter fallen zu lassen“, ergänzte er.

„Wir müssen zurück zu Qualität statt Quantität“, forderte Ottmar Ilchmann, Stellvertretender Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL). Er selbst führt einen Familienbetrieb in Rhauderfehn und hat rund 60 Milchkühe auf seinem Hof. „Deutschland müsse marktfreudiger zu landwirtschaftlichen Produkten werden und dabei auf Qualität setzen“, sagte er. „Denn was haben wir davon, Milch in Länder der Dritten Welt oder nach China zu exportieren?“

Aus Ilchmanns Sicht ist das Überangebot von Milch- und Fleischproduktion die Folge einer falschen Agrarpolitik. Er stellt sich die Frage, wie die Landwirte da wieder herauskommen. „Das Problem im Absetzen der Produktion ist nicht etwa der Binnenmarkt, sondern der Export“, ist eine seiner Thesen.

Weiter fallende Preise würden sich auch bei Tierärzten, Lohnunternehmen und im Landhandel niederschlagen, führte Ilchmann weiter aus. „Es wird sich nachhaltig auf die gesamte Wirtschaft auswirken“, ist sich der Landwirt sicher.

„Hohe Kapitalaufnahmen für den Bauern, um zusätzliche Ställe zu bauen, und fortlaufender Preisfall, beziehungsweise niedrige Erzeugerpreise gefährden die wirtschaftliche Existenz vieler Betriebe“, stimmte Behrens zu. Um die Zukunft der Landwirtschaft ist es also nicht zum Besten bestellt. - jb

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