Die Gemeinde Großenkneten sucht neue Plattdeutschbeauftragte

Das Plattdeutsche pflegen, damit es nicht verschwindet

Ein Frau zeigt auf ein Türschild. Ein Mann steht daneben.
+
Viel Freude an der niederdeutschen Sprache: Sylvia Varnhorn, Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, und Hartmut Giese, der sie bei ihrer Arbeit unterstützt.

Großenkneten – „Ik snack ok platt“ steht in einer gut sichtbaren Sprechblase am Türschild von Monika Westermann im Rathaus der Gemeinde Großenkneten. Es ist in dem Gebäude nicht der einzige Hinweis darauf, dass hinter den Bürotüren „Platt- snacker“ sitzen. An anderen Türen findet sich der Hinweis „Ik verstah ok platt“. So oder so: Im Kneter Verwaltungssitz ist Plattdeutsch keine Fremdsprache.

Sylvia Varnhorn gefällt das: Sie ist die Plattdeutschbeauftragte der Gemeinde. Doch sucht sie nach einem oder mehreren Nachfolgern, die diesen Posten übernehmen wollen. Denn Varnhorn denkt langfristig: Der Erhalt des Plattdeutschen sei ihr wirklich wichtig, sagt die Ahlhornerin, die das Ehrenamt im Frühjahr 2020 von Margret Büsselmann aus Huntlosen übernommen hat. „Und das müsste auch weitergehen“, erläutert sie bei einem Pressegespräch im Kneter Rathaus. Doch habe sie in Ruhe über das Thema nachgedacht: „Ich werde im August 74 Jahre alt“, begründet sie ihren Rückzug, „in ein paar Jahren müsste dann wieder jemand gesucht werden.“ Ihre Hoffnung: Dass vorher jemand gefunden wird, „der etwas jünger ist“ und den Posten ein paar Jahre lang innehat. „Wir werden wohl keinen ganz jungen finden – das wäre dann ein Sechser im Lotto“, so Varnhorn, die in ihrem Heimatort unter anderem einen „Plattdeutschen Nachmittag“ ins Leben gerufen hat. „Das ist mein Baby“, sagt sie und lacht herzlich. Die ursprüngliche Sprache der Region habe hier immer noch einen besonderen Stellenwert, berichtet sie: „Wenn man bei älteren Leuten ein Wort auf Platt sagt, dann ist das Eis schon gebrochen.“ Unterstützt wird sie bei ihrer Arbeit vom stellvertretenden Bürgermeister Hartmut Giese. „Diese Sprache darf nicht aussterben“, sagt er mit Nachdruck, „darauf müssen wir hinarbeiten.“

„Das ist ein wichtiges Thema für eine ländlich geprägte Gemeinde“, ergänzt Bürgermeister Thorsten Schmidtke. Nach der Corona-Phase sei jetzt ein Moment gekommen, die Bemühungen um den Erhalt und die Pflege der Sprache auf neue Beine zu stellen. „Das liegt auch der Verwaltung am Herzen“, ergänzt Hauptamtsleiterin Antje Oltmanns. In der Verwaltung gebe es mit Benjamin Bak und Arne Kunz auch zwei Unterstützer, die bei Planungen von Veranstaltungen – wie der „Plattdeutschen Woche“, die erstmals 2017 in der Gemeinde über die Bühne ging – mithelfen könnten. Solche Aktionen würden über den Haushaltsansatz für kulturelle Aufwendungen finanziert werden. Die Gemeinde nimmt zudem am kreisweiten Arbeitskreis „Plattdüütsch in’n Landkreis Ollnbborg“ teil.

Wer Interesse an der Pflege des Plattdeutschen in der Gemeinde hat, kann sich an Oltmanns wenden: Sie ist unter der Telefonnummer 04435/600110 oder per E-Mail an antje.oltmanns@grossenkneten.de zu erreichen. Für Fragen zu dem Thema steht Varnhorn unter der Telefonnummer 04435/1750 persönlich zur Verfügung.  fra

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

Meistgelesene Artikel

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden

Ein Hilfskonvoi und 150 000 Euro an Spenden
Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden

Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden

Marko Bahr will Wildeshauser Bürgermeister werden
Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden

Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden

Sattelzug brennt: 180.000 Euro Schaden
Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Selbstlose Hilfe in der Pandemie

Kommentare