Großschlachterei Heidemark in Ahlhorn erläutert Maßnahmen während der Pandemie

„Permanent angepasst und verbessert“

Die Lether Gewerbestraße in Ahlhorn: Die hier ansässige Großschlachterei Heidemark beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. Archivfoto: Franitza

Landkreis – Schlachtbetriebe sind in den vergangenen Tagen immer stärker in den Fokus von Politik und Öffentlichkeit geraten. Dabei geht es aber nicht nur um das Thema Corona, sondern ebenso um die Wohn- und Arbeitsbedingungen der Angestellten, bei denen es sich oft um Arbeitsmigranten mit Werkverträgen handelt. Erst Ende vergangener Woche hatten drei der hiesigen Kreistagsfraktionen (Linke, Grüne und SPD) unter anderem Corona-Testungen der Mitarbeiter gefordert (wir berichteten).

„Wir warten auf klare Vorgaben vom Land“, sagte dazu Kreispressesprecher Oliver Galeotti auf Anfrage unserer Zeitung. Sollten diese vorliegen, werde der Landkreis dem natürlich nachkommen und die Arbeitnehmer in den entsprechenden Betrieben auch untersuchen. Bislang gebe es eine solche Anweisung aus Hannover allerdings noch nicht. Die Einhaltung von Hygienevorschriften obliege dem Gewerbeaufsichtsamt, so Galeotti. Die eigentliche Schlachtung werde von Mitarbeitern des Veterinäramtes kontrolliert.

Doch wie haben sich einzelne Unternehmen der Branche auf die neue Situation eingestellt? Gab es Probleme? „Dass Heidemark bislang nicht von einem Covid-19-Infektionsgeschehen betroffen war, führen wir darauf zurück, dass schon zu Beginn der Pandemie zahlreiche Maßnahmen zum Schutz unserer Mitarbeiter gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus getroffen wurden“, berichtet Rita Benölken vom Putenschlachtbetrieb in Ahlhorn, der rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt, auf Anfrage unserer Zeitung (Stand Freitagnachmittag). Diese würden zudem „permanent angepasst und stetig verbessert“. Bisher habe das Unternehmen unter anderem einen Krisenstab eingerichtet, es gebe „fortlaufende mehrsprachige Information unserer Mitarbeiter in der Produktion und Verwaltung“ sowie Schulungen der Angestellten auf Einhaltung der Hygienemaßnahmen.

Zudem seien letztere erhöht worden: Benölken nennt unter anderem die Einrichtung von zusätzlichen Händedesinfektionsmöglichkeiten, die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im kompletten Produktionsgebäude sowie die Anordnung auf dem gesamten Betriebsgelände zwingend Mindestabstände einzuhalten.

Doch auch die jeweilige Personalstärke sei angepasst worden: im Bürobereich durch Homeofficeregelungen, im Produktionsbereich durch eine angepasste Schichtorganisation. Die Anzahl von Meetings, Publikumsverkehr und Dienstreisen sei reduziert worden, heißt es in der Heidemark-Antwort weiter.

Zusätzlich sei in Zusammenarbeit mit den dafür zuständigen Behörden sowie der zuständigen Berufsgenossenschaft „eine umfassende Gefährdungsbeurteilung vor Ort hinsichtlich der notwendigen Maßnahmen“ erfolgt, die sich aus dem „Sars-CoV2- Arbeitsschutzstandard des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für den Schutz von Mitarbeitern ergeben. Das Unternehmen befinde sich in ständigem Austausch mit Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten, zuständigen Behörden und Verbänden. „Eingehende Informationen zur Lage bezüglich der Entwicklung der Corona-Pandemie sowie sich daraus ableitende Konsequenzen für Heidemark werden täglich aufgenommen und bewertet.“ Notwendige Maßnahmen und deren Umsetzung würden von der Geschäftsführung gesteuert, so Benölken.

„Wir sind davon überzeugt, dass wir aufgrund der Summe unserer Maßnahmen, an deren Optimierung wir ständig arbeiten, die erforderlichen Voraussetzungen geschaffen haben, um den Gesundheitsschutz für unsere Mitarbeiter zu gewährleisten“, so Heidemark abschließend. Und dies bei „unveränderter Lieferfähigkeit und Qualitätsstandards“, wie es heißt.  fra

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