Osterhase oder Osterkaninchen?

Max Hunger erklärt, wie Hase und Kaninchen auseinandergehalten werden können

Ein Osterhase oder doch eher ein Osterkaninchen? Anhand der Größe der Tiere sind die Unterschiede schwer zu erkennen.
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Ein Osterhase oder doch eher ein Osterkaninchen? Anhand der Größe der Tiere sind die Unterschiede schwer zu erkennen.

Sie sind klein und flauschig, haben zwei lange Ohren und hoppeln auf den Wiesen dieser Region: Hasen. Oder doch Kaninchen? Auf den ersten Blick sind beide Arten kaum auseinanderzuhalten. Wo sind die Unterschiede? Wo die Gemeinsamkeiten? Und welches Tier bringt an Ostern eigentlich die Eier?

  • Hase oder Kaninchen? Für einen Laien manchmal schwer zu erkennen.
  • Der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Oldenburg erklärt Differenzen und Gemeinsamkeiten.
  • Der Unterschied ist nicht unbedingt an der Größe der Tiere auszumachen.

Sage-Haast – „Viele Menschen denken, man könne die beiden Arten einfach nur anhand ihrer Größe unterscheiden“, meint Max Hunger, ehrenamtlicher Beauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege im Landkreis Oldenburg. Das stimme jedoch nur bedingt. „Allein von der Größe, wenn man mal ein Tier sieht, sind die beiden Arten nicht zu unterscheiden.“ Das liege vor allem daran, dass man nicht wisse, in welchem Alter die Tiere während der Sichtung sind. Wildkaninchen würden in freier Wildbahn etwa 35 bis 45 Zentimeter groß, während Feldhasen eine Größe von 42 bis 68 Zentimeter erreichen können. „Ein ausgewachsenes Kaninchen ist demnach von einem Junghasen in der Größe kaum zu unterscheiden“, so Hunger.

Hase und Kaninchen sind Fluchttiere

Beide seien außerdem Fluchttiere, die gut sehen und hören könnten. Deshalb hätten sie die ausgeprägten Ohren entwickelt, die Löffel. Diese brauchten sie, um frühzeitig natürliche Fressfeinde zu erkennen. Füchse, Dachse und neuerdings Wölfe machten den beiden Arten nämlich das Leben schwer. Aber auch die „Armee aus der Luft“ sei gefährlich für die Tiere, meint Hunger. Besonders Habichte und Eulen hätten es auf sie abgesehen.

Das Kaninchen müsse sich jedoch mehr vor ihnen fürchten als der Feldhase. Das komme daher, dass ausgewachsene Hasen bis zu 6,5 Kilogramm wiegen können, für viele Vögel sei das viel zu schwer. „Kaninchen wiegen nur ein Drittel davon und sind viel leichter von oben zu packen.“ Beide Arten sind im Oldenburger Raum zu Hause. In den Naturregionen links der Weser habe es aber in regelmäßigen Abständen starke Besatzschwankungen der Feldhasen gegeben, die sich in den vergangenen Jahren jedoch weitestgehend stabilisiert haben. „Der Bestand sollte in der kommenden Zeit sogar wachsen“, verrät der 66-Jährige, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit auch Leiter des Hegering Großenknetens der Jägerschaft Oldenburg-Delmenhorst ist. „Dies kommt vor allem von den Gesellschaftsjagden, die durch die Corona-Beschränkungen verboten waren.“

Max Hunger, Naturschutzbeauftragter des Landkreises, kennt alle Fakten über die kleinen Nager.

Spräche jemand in dieser Region von einem Hasen, sei immer der Feldhase gemeint, so Hunger. Der heiße so, weil er sich fast ausschließlich auf Äckern oder eben Feldern aufhalte. „Ein Feldhase geht nämlich nicht in einen Bau, Kaninchen schon.“ Junghasen seien Nestflüchter und viel früher alleine überlebensfähig als Kaninchen, erklärt der 66-Jährige. Kaninchen hingegen würden nackt und blind geboren und seien dementsprechend auf einen unterirdischen Bau angewiesen. „Aus diesem Grund brauchen Kaninchen einen sandigen Boden und sind so häufig in Stadtgebieten, wie Parks oder Friedhöfen, anzutreffen.“ Außerdem lebten Kaninchen in Kolonien, während Hasen Einzelgänger seien.

Unterschied ist an den Ohren erkennbar

„Wir hatten sogar mal Kaninchen am Haus“, erzählt Hunger. Einige Pflanzen im Garten seien von ihnen kaputtgemacht worden und er habe Kratzspuren entdeckt, dort, wo sich die Kaninchen ihre Krallen schärfen. Auch wenn sie mittlerweile weg seien, geht Hunger davon aus, noch einmal Besuch zu bekommen. „Generell werden leere Kaninchenbauten gerne übernommen. Ob nun wieder von Kaninchen oder von anderen Tieren, ist allerdings schwer, zu sagen, einige Tierarten nutzen vorhandene, leere Bauten.“ Doch wie kann man die beiden Arten nun am besten auseinanderhalten? „Die Unterschiede sind am besten zu erkennen, wenn man beide Tiere von hinten betrachtet“, erklärt Hunger. Beim Feldhasen seien auf der Rückseite der Löffel große, schwarze Striche erkennbar. Diese seien bei dem Wildkaninchen nicht gegeben. Außerdem bewege sich der Schwanz – also die Blume – des Feldhasen beim Laufen parallel zum Boden. Das Kaninchen hingegen behalte seine Blume immer oben.

Welche der beiden Tiere zu Ostern die Eier bringt, kann Hunger jedoch aber nicht beantworten. „Rein biologisch ist es bei beiden Arten natürlich kompletter Blödsinn.“ Da sich der Hase aber etabliert habe, solle er das ruhig weiter machen. Er sei im Zweifel ja auch größer und könne mehr Eier tragen.

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