Ortstermin von NDR und Bürgerverein vor Kasernengelände in Ahlhorn

„Kaum noch zu kontrollieren“

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NDR-Redakteurin Nadia Yaqub (r.) informierte sich vor Ort in Ahlhorn bei Willi Flerlage (v.l.), Stephan Buschermöhle, Petra Hermann, Samuel Stoll, Rolf Löschen und Siegfried Dams über den Stand der Dinge.

Ahlhorn - Noch immer halten sich hartnäckige Gerüchte, dass Gebäude auf dem Gebiet des ehemaligen Flugplatzes in Ahlhorn für eine Erstaufnahmeeinrichtung des Bundes für Flüchtlinge genutzt werden sollen. Unterdessen werden auch andere Medien auf die Thematik aufmerksam und informieren sich vor Ort.

„An unserem Wissensstand hat sich nichts geändert“, betonte der Erste Gemeinderat von Großenkneten, Klaus Bigalke, am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung. Danach hat das Innenministerium zugesichert, die Gemeinde sofort zu informieren, wenn es Überlegungen zur Nutzung von Liegenschaften auf dem Gelände der Metropolpark Hansalinie gibt. „Bislang haben wir von dort nichts gehört“, so Bigalke. Da die Hilfsdienste allerdings jeden Montag im Rahmen von Krisensitzungen im Innenministerium zusammen kommen, könnte ein Ertüchtigungsauftrag zur Bereitstellung von neuen Einrichtungen wöchentlich neu ergehen.

Unterdessen informierte sich NDR-online am Donnerstag vor Ort und sprach mit Mitgliedern des Bürgervereins Ahlhorn. Die Gruppe hatte mit einem Brief darauf aufmerksam gemacht, dass Ahlhorn einen weiteren massiven Zuzug von Menschen aus dem Ausland kaum verkraften könnte.

Reporterin Nadia Yaqub fragte kritisch nach: „Es ist doch gut, wenn es eine Lösung wie die Nutzung des ehemaligen Fliegerhorstes gibt“, meinte sie. „Worin bestehen nun konkret die Probleme?“

„Wir sind keineswegs gegen die Integration von Flüchtlingen in Ahlhorn“, erklärte darauf Samuel Stoll, der auch für die CDU im Gemeinderat sitzt. Ahlhorn sei jedoch schon jetzt extrem belastet. Wenn 300 oder gar bis zu 1500 Flüchtlinge neu in den Ort kommen würden, sei die Situation kaum noch zu kontrollieren. Er selbst, so Stoll, sei vor 26 Jahren aus Russland nach Ahlhorn gekommen und gut aufgenommen worden, aber damals sei die Situation eine ganz andere gewesen.

Auch anderen Menschen aus verschiedenen Herkunftsländern sei es in Ahlhorn ähnlich gegangen wie Stoll, bestätigten die Vorstandsmitglieder des Bürgervereins, Willi Flerlage, Stephan Buschermöhle, Petra Hermann, Rolf Löschen und Siegfried Dams. Sie befürchten jedoch, dass es bei den Plänen für den Metropolpark weniger um die Menschen geht, sondern mehr um den Profit – insbesondere der Unternehmensgruppe Bunte, der das Gelände gehört.

„Menschen so konzentriert in einem Lager unterzubringen, wie es in Ahlhorn geplant ist, kann von der Politik nicht gewollt sein. Wir sehen hier massive Integrationsprobleme“, so Löschen.

Schon jetzt hätten rund 60 Prozent der Grundschulkinder im Ort einen Migrationshintergrund. „Und wir registrieren, dass sich hier im Dorf eine Parallelgesellschaft bildet“, ergänzte Dams.

jb/dr

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