Die „Kommunale Alternative“ in der Gemeinde Großenkneten stellt eigene Pläne vor

Ökologische Gewerbeflächen in Sannum?

Die „Kommunale Alternative“ macht Vorschläge für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet bei Sannum: Uwe Behrens, Axel Janßen, Matthias Reinkober, Eduard Hüsers (Grüne) und Carsten Grallert (v.l.).
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Die „Kommunale Alternative“ macht Vorschläge für das geplante Gewerbe- und Industriegebiet bei Sannum: Uwe Behrens, Axel Janßen, Matthias Reinkober, Eduard Hüsers (Grüne) und Carsten Grallert (v.l.).

Huntlosen/Sannum – Das von der Gemeinde Großenkneten an der Sannumer Straße bei Huntlosen geplante Gewerbe- und Industriegebiet bewegt seit einiger Zeit die Gemüter in den angrenzenden Ortschaften. Insbesondere die unmittelbaren Anwohner wehren sich gegen die Umsetzung der Planungen. Die 6,3 Hektar große Fläche soll insbesondere von dem Bio-Großhändler „Kornkraft“ genutzt werden. Dieser sieht an seinem Standort im unweit gelegenen Hosüne keine Chancen zur Erweiterung mehr und möchte auf dem neuen Areal bauen (wir berichteten). Doch auch dagegen sind – nicht zuletzt aus Umweltschutzgründen – Einwendungen in der Gemeinde vorgebracht worden. Die Ratsfraktion der „Kommunalen Alternative“ (KA) hat derweil einen Plan ausgearbeitet, der beide Seiten versöhnen soll: der Firma die Expansion ermöglichen, dabei aber auch in besonderem Maße ökologische Aspekte berücksichtigen. Damit könnte das Gebiet sogar zu einem Aushängeschild der Gemeinde werden, berichteten die KA-Mitglieder während eines Ortstermins in Sannum: Denn ihre Planungen sehen vor, dass das neue Gewerbegebiet komplett CO2-neutral sein soll.

So sehen die Pläne, die KA-Ratsherr Matthias Reinkober entworfen hat, unter anderem vor, dass die neuen Gebäude auf dem Gelände unter anderem über Fotovoltaik-Anlagen verfügen müssen. Heizungsanlagen dürften nicht mittels fossiler Energieträger betrieben werden. Dafür könne dann auf einen Anschluss des Areals an das Erdgasnetz verzichtet werden. Ein notwendiges Regenrückhaltebecken solle zudem ein Areal für Amphibien beinhalten. Reinkober ist vom Fach: Er arbeitet als Stadtplaner bei der Stadt Lohne. Zusätzlich könnten Dachbegrünungen die Temperaturen bei extremen Wetterereignissen abmildern und abschirmend wirken sowie eine gewisse Menge Regenwasser aufnehmen. Ein ähnliches Gewerbe- und Industriegebiet gebe es seines Wissens im Nordwesten noch nicht. Doch sähen die Bebauungsplan-Entwürfe der Gemeinde diese Maßnahmen noch nicht vor, so Reinkober und KA-Vorsitzender Grallert weiter.

Deswegen beantrage ihre Fraktion, die gemeindlichen Pläne dahingehend zu aktualisieren. Auch die „Kornkraft“-Inhaberfamilie habe während einer öffentlichen Diskussionsrunde gesagt, dass sie sich durchaus vorstellen könne, solche umweltfreundlichen Techniken zu verwenden, merkt Grallert an. Dem komme entgegen, dass bei den Planungen des Unternehmens der Kälte- und nicht etwa der Heizbedarf im Vordergrund stehe, so Reinkober.

Einer der beiden weiteren Interessenten an Flächen in dem künftigen Gewerbegebiet, ein Outdoorausrüster, habe sich „im Prinzip bereit erklärt“, diesen Weg ebenfalls mitzugehen, so Grallert. Es sei wichtig, dass die Regelungen nicht nur für „Kornkraft“ gelten. Die Firma plant, bis 2036 gegebenenfalls zwei Drittel der Fläche, die bisher intensiv landwirtschaftlich genutzt wird, zu bebauen. Auch alle anderen Unternehmen müssten mitziehen: Es dürfe „keine Zweiteilung“ geben. Klimafreundliches Bauen könne er sich übrigens genauso gut für Wohngebiete vorstellen, sagte Reinkober abschließend: „Das muss die Zukunft sein“, findet er.

Doch nicht nur um das Klima hat sich die KA Gedanken gemacht: Eine Geschwindigkeitsbegrenzung an der Sannumer Straße könnte die Verkehrsanbindung sicherer gestalten, das Geräuschniveau senken. Und ein kleines Feldgehölz an der geplanten Zufahrt solle so weit wie möglich erhalten werden, ergänzt KA-Ratsherr Uwe Behrens abschließend.  fra

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