Landkreis Oldenburg wird Teil eines bundesweiten „Hotspots“ / Fünf Millionen Euro fließen in die Region

Ökologisch und lehrreich

Das Leegmor im Emsland.
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Zusammenarbeit über die Kreisgrenzen hinaus: Das Leegmoor im Emsland ist ein zentraler Arbeitsbereich des „Hotspot 23“.

Wildeshausen – Für das englische Wort „Hotspot“ gibt es viele Übersetzungen ins Deutsche: Je nach Kontext kann es sich um einen Brennpunkt handeln, einen Krisenherd oder auch einen drahtlosen Zugangspunkt für das Internet. Im Landkreis Oldenburg – zusammen mit drei angrenzenden Kreisen – steht es künftig für Ökologie, Geschichte und Bildung: Im Rahmen des Bundesprogrammes „Biologische Vielfalt“ fördern das Bundesamt für Naturschutz sowie das Bundesumweltministerium über sechs Jahre im Nordwesten eines der bundesweit 30 „Hotspot“-Projekte zu dem Thema.

Der hiesige „Brennpunkt“ trägt die Nummer 23, sein Titel lautet „Vielfalt in Geest und Moor – Landschaft im Wandel der Zeiten“. Im Blickpunkt sind die Hunte-Leda-Moorniederung, die Delmenhorster Geest sowie der Hümmling. Daher sind auch die Landkreise Vechta, Cloppenburg sowie Emsland mit im Boot. Im Einzelnen geht es um Heiden und Hochmoore, Sandgruben, Wallhecken, Fließgewässer sowie historische Wälder. Evaluiert wird das Projekt von der Universität Osnabrück, wie Tilla Schulte Ostermann von der Naturschutzbehörde dem Umweltausschuss des Kreises während dessen jüngster Sitzung berichtete. Ziel sei es, die „naturraumtypische Vielfalt von Landschaften und Lebensräumen“ sowie die gebietstypische, natürlich und historisch entstandene Artenvielfalt zu erhalten beziehungsweise zu verbessern und den Wert der Biodiversität zu vermitteln und erlebbar zu machen.

Verbesserung und Bildung

Neben Maßnahmen zur Biotopverbesserung stehen hier Partizipation sowie insbesondere die Umweltbildung in Mittelpunkt. Dafür seien gegenwärtig insgesamt 20 verschiedene Maßnahmen, Veranstaltungen, Führungen, Ausstellungen und Theateraufführungen geplant. Im Projektzeitraum fördert der Bund bis 2027 den „Hotspot“ mit rund fünf Millionen Euro, rund 1,2 Millionen davon fließen in den Landkreis Oldenburg.

Zu den Maßnahmen im Landkreis zählen unter anderem ein Lehrpfad entlang der Lethe, die Anlage von Wallhecken sowie die Beweidung von Sandgruben und ein Beraternetzwerk von verschiedenen Nutzern der Hunte. Zentrale Maßnahme, so Schulte Ostermann, sei jedoch die „Torfmoosbeimpfung“ des emsländischen Leegmoores. Dadurch sollen dort eine „eigendynamische Entwicklung“ initiiert und die Artenvielfalt gesteigert werden – Letzteres nicht zuletzt durch eine Neuansiedlung fehlender Arten.

Sager Meer mit einbezogen

Der Lethe-Lehrpfad soll, so die Planungen, neben dem Fluss selber auch die Naturschutzgebiete Sager Meere, „Kleiner Sand“ und Heumoor als auch die Ahlhorner Fischteiche umfassen. Mit einbezogen werden könnten abgesehen von lokalen Akteuren – unter anderem auch das Landschulheim Bissel, das Blockhaus Ahlhorn aber auch der Schafstall der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte Weser-Ems (BSH). Dies, so die Expertin, könnte dann in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Cloppenburg umgesetzt werden. Auf eine zweijährige Konzeptphase könnte dann 2024 und 2025 die konkrete Umsetzung erfolgen.

Die Auflösung von Nutzungskonflikten und die Minderung des Nutzungsdrucks. sind Ziele in Zusammenarbeit mit allen dort Beteiligten (Jäger, Angler, Wassersportler und anderen) entlang der Hunte. Ziel ist der Schutz sensibler Bereiche, etwa durch eine gezielte Besucherlenkung. Auch die Schaffung von „Hunter Rangern“ sei grundsätzlich vorstellbar, erläuterte Schulte Ostermann dem Fachausschuss.  fra

Die Lethe soll im Rahmen des Projekts durch einen Lehrpfad ergänzt werden.

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