Landwirt soll Passanten bedrängt haben

Nötigung im Straßenverkehr: Bauer zu saftiger Geldstrafe verurteilt

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Der Landwirt steuerte damals mit seinem Gespann auf den Mann zu und fuhr dann weiter.

Wildeshausen/Großenkneten – Einigermaßen glimpflich davongekommen ist ein Landwirt aus der Gemeinde Großenkneten, der am 20. März vergangenen Jahres absichtlich mit einem Treckergespann auf einen Wildeshauser zugefahren und knapp an ihm vorgefahren sein soll.

Das Verfahren gegen den Landwirt wurde jetzt vor dem Amtsgericht in der Kreisstadt gegen die Zahlung von 1000 Euro an eine gemeinnützige Organisation eingestellt. Im Strafbefehl hatte die Staatsanwaltschaft noch die Zahlung von 3500 Euro und eine sechsmonatige Führerscheinsperre gefordert. Dagegen hatte der Landwirt jedoch Einspruch eingelegt.

Zeuge sprach damals von „Attentat“

Was genau damals auf einer Straße in Amelhausen geschehen ist, ließ sich vor Gericht nicht zweifelsfrei klären. Ein damals 70-jähriger Wildeshauser sprach in diesem Zusammenhang sogar von einem „Attentat“ auf ihn. Er war nach eigenen Angaben damit beschäftigt gewesen, Güllepfützen auf einem Feld zu fotografieren, als der Landwirt ihn bemerkt habe. Der Mann habe mit seinem Treckergespann die Gegenfahrbahn und den Radweg überquert und auf ihn zugehalten, so der Vorwurf, der auch bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurde. Nur durch einen Sprung zur Seite habe er sich retten können, hieß es damals vom Anzeigenden. Er konnte Fotos von dem Vorgang vorlegen, da er sein Mobiltelefon mit der Kamera in der Hand gehalten hatte.

Gericht begutachtet Fotos

Diese Aufnahmen wurden nach Angaben der Richterin auch im Prozess begutachtet. Die Staatsanwaltschaft und sie seien jedoch zu der Einschätzung gekommen, dass die Situation wohl nicht so dramatisch war, wie vom Zeugen geschildert worden war. Zudem habe sich der Angeklagte „sehr reumütig“ gezeigt und zugegeben, dass sein Verhalten nicht in Ordnung gewesen sei. Der Vorfall sei in eine Zeit gefallen, als es wiederholt Auseinandersetzungen um einen gerade neu errichteten Geflügelstall der Familie gegeben habe. Er habe bemerkt, dass wieder jemand Fotos macht, und dann sei ihm die Sicherung durchgebrannt, sodass er in Richtung des Fotografierenden gefahren sei, erklärte der Angeklagte.

Führerscheinentzug wäre existensbedrohend

Die Polizei hatte den Vorfall aufgenommen und den Treckerfahrer ermittelt. Nach Aussage der Richterin war die Anzeige wegen Straßenverkehrsgefährdung aber schon nach Sichtung der Aktenlage zurückgenommen worden. Die Nötigung sei aber unzweifelhaft gewesen. Für einen Führerscheinentzug, der die berufliche Existenz des Landwirtes gefährden könnte, sahen am Verhandlungstag weder die Staatsanwaltschaft noch die Richterin eine Notwendigkeit, zumal der Landwirt vorher noch nie polizeilich aufgefallen war.

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