Hubert Fenske sorgt sich um die Artenvielfalt an den Ahlhorner Fischteichen

Ein Naturfreund mit einer klaren Botschaft

45 Jahre Erfahrung: Hubert Fenske beobachtet das Gebiet der oberen Lethe und der Ahlhorner Fischteiche. Foto: Fass

Ahlhorn - Von Dirk Fass. Seit 45 Jahren ist Hubert Fenske aus Ahlhorn in dem Gebiet der Ahlhorner Fischteiche zu Hause. Ob am Dianasee oder einem ehemaligen trockengelegten Teich im Norden der Anlage – Fenske kennt jede Pflanze, jedes Ufer. 2000 veröffentlichte er einen Bildband, der einen weitgefächerten Eindruck von diesem von Menschenhand geschaffenem Paradies gibt. Informationstafeln bringen heute Interessierten die wichtigsten Schutzinhalte und Regelungen des Naturschutzes nahe und werben für eine naturgerechte Erholung. Einerseits sorgen die Aufsteller für Orientierung auf dem rund 430 Hektar großen Gelände, das seit November 1993 unter Naturschutz steht, anderseits werden Informationen über die Tier- und Pflanzenwelt vermittelt. Unter den Naturaufnahmen steht der Name des Fotografen: Hubert Fenske. Er ist kein Ornithologe und auch kein Berufsfotograf für Naturaufnahmen, sondern ein selten eifriger Beobachter.

Wenn Fenske von seiner Leidenschaft für das Ahlhorner Areal berichtet, mischt sich auch Schwermut in seine Erzählungen. So gehe die Artenvielfalt an Pflanzen, Insekten und Vögeln immer weiter zurück. Seit 2004 beobachte er, dass es immer häufiger zu Brutabbrüchen bei den Wasservögeln komme. Ausschlaggebend sei der Quellenbereich der Lethe. Fenske hat über die vielen Jahre den Naturschutzbehörden der Landkreise Cloppenburg und Oldenburg, auch manchem kommenden und gehenden Umweltminister, ein Arbeitspapier in die Hände gegeben, in dem er seinen Standpunkt vertritt. „Je mehr Grünland zu Ackerland oder Intensivgrasflächen umgewandelt wird, umso stärker werden bedrohte Wiesen- und Sumpfvögel zurückgedrängt, oder die Bestände erlöschen völlig.“

Für den Naturfreund stellt sich das Problem so dar: Grüne Randstreifen zwischen Lethelauf und bewirtschafteten Flächen seien so schmal, dass sie für die Natur- und Pflanzenwelt keinen Raum mehr lassen. Mehrere Zulaufgräben ließen die Lethe in ihrem Quellgebiet zu einem Abflusskanal werden. Die überdüngte Fracht fließe fortlaufend in das Gebiet der Ahlhorner Fischteiche – und verursacht dort ernst zu nehmende Probleme, die seit einiger Zeit durch die Landesforsten aufgezeichnet und analysiert werden (wir berichteten). Mit ihren Ergebnissen waren die Förster bereits bei der Landesregierung vorstellig. Doch hat Fenske auch einen Vorschlag parat, wie die Situation seiner Ansicht nach verbessert werden könne: Vor dem Lethestau müsste es demnach ein großes Rückhaltebecken, einen sogenannten Vorfluter, geben, in dem Wasserpflanzen – wie in einem Nachklärwerksteich – das Lethewasser filtern. Das sei besonders wichtig, sagt er, und erläutert seinen Ansatz weiter mit deutlichen Worten: „Man muss den Einzugsbereich der oberen Lethe und das Naturschutzgebiet Ahlhorner Fischteiche als eine Einheit sehen. Wenn ein Mensch zum Arzt geht, wird ja auch nach der Ursache der Krankheit gesucht, und nicht hier und da herumgeflickt.“

Der engagierte Naturfreund hat eine Vision: Nachfolgende Generationen sollten in den Bereichen der Lethe und der Ahlhorner Fischteiche wieder eine artenreiche Natur- und Pflanzenwelt erleben und die Musik der Natur hören: quakende Frösche, schnatternde Enten, summende Hummeln und ein Konzert vieler Singvögel.

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