Gut Moorbeck: Rest-Inventar wird am Sonntag bei einem Flohmarkt angeboten

„Unter Missachtung jeglichen Zeitdrucks“

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Das reetgedeckte Gutshaus von 1669 in Fachwerkbauweise beherbergte bis Ende September 2013 das Restaurant.

Moorbeck - Von Karsten Tenbrink. Rund anderthalb Jahre nach seiner Schließung ist Gut Moorbeck zuletzt wieder ein beliebtes Ziel für Ausflüge geworden. Allerdings nicht, um wie früher im Restaurant zu speisen oder im Hotel zu übernachten. Vielmehr nutzten viele die Gelegenheit, Gegenstände aus dem Inventar zu erstehen. Und auch die komplette Immobilie steht nach wie vor zum Verkauf.

Ruhig war es geworden um die einst überregional bekannte Gaststätte, nachdem Margret Zdun und Wilfried Papenhusen Ende 2013 bekannt gaben, den Betrieb aufzugeben. Im September schloss das Restaurant, das Hotel folgte wenig später zum Jahreswechsel. Vor allem gesundheitliche Probleme haben laut Papenhusen zu dem Entschluss geführt, den Betrieb nach rund 19 Jahren aufzugeben. Der heute 64-Jährige und seine zwei Jahre ältere Lebensgefährtin Zdun sahen sich reif für den Ruhestand. Hinzu kam, dass die Belastung durch Personalengpässe nicht weniger wurde.

„Gastronomen hatten es damals schon nicht leicht“, erklärt Papenhusen, „und wenn ich heute sehe, was dank Andrea Nahles noch hinzugekommen ist, kann ich nur sagen: Es war die richtige Entscheidung.“ Mit der Anspielung auf die Bundesarbeitsministerin (SPD) meint er das Gesetz zum Mindestlohn, das viele Gastronomen kritisieren. Demnach bedeutet die damit verbundene Pflicht zur genauen Dokumentation der Arbeitszeit ihres Personals für sie deutlich mehr bürokratischen Aufwand. Durch die verstärkte Kontrolle seien außerdem Konflikte mit dem Arbeitszeitgesetz vorprogrammiert, das in dieser Branche nicht praktikabel sei.

Doch darüber müssen sich Zdun und ihr Lebensgefährte nicht den Kopf zerbrechen. „Wir haben das Jahr 2014 genutzt, um alles abzuschütteln, um eine Pause zu machen“, berichtet Papenhusen. „Und jetzt schauen wir unter Missachtung jeglichen Zeitdrucks, wie es weitergeht.“ Seit März bieten die beiden das Inventar der Gaststätte – von Küchengeräten über Mobiliar bis hin zu Geschirr und Besteck – bei regelmäßigen Flohmärkten auf dem Gutsgelände an. Den voraussichtlich letzten gibt es am Sonntag ab 14 Uhr. „Was keinen Abnehmer mehr findet, bieten wir sozialen Einrichtungen an“, erklärt Papenhusen.

Bleibt die Frage, was aus der Immobilie wird. „Wir wollen alles verkaufen und damit einen sauberen Strich ziehen“, sagt der 64-Jährige, „aber wir haben keine Eile.“ Im Gegenteil: Momentan genieße er es regelrecht, in dem einstigen Drei-Sterne-Hotel zu wohnen, die idyllische Anlage samt eines großen Sees direkt vor der Tür. Nicht ganz so hübsch ist die Aussicht auf das alte Mühlengebäude, an dem der Zahn der Zeit genagt hat. Aber Interessenten dürfte das kaum abschrecken, meint Papenhusen: „Für uns hat sich eine Sanierung nicht mehr gelohnt, aber ein neuer Besitzer könnte es mit einer neuen Turbine versehen und als kleines Wasserkraftwerk nutzen.“ Oder einfach abreißen, denn im Gegensatz zum reetgedeckten Gutshaus stehe das Mühlengebäude nicht unter Denkmalschutz.

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