Spektakel in Ahlhorn trotzt dem schlechten Wetter

Mittelaltermarkt zieht Hunderte von Besuchern an

Zwei Mittelalterfans gaben sich das Ja-Wort: alles in stilechter Kleidung und mit einem Bischof aus dem 14. Jahrhundert. - Foto: jb

Ahlhorn - Trotz kräftiger Regenschauer und Kälte ließen sich weder die Händler und Gaukler, noch die Besucher ihren Spaß an der dritten Auflage des Ahlhorner Mittelaltermarkts am Pfingstwochenende nicht nehmen. Dabei befanden sich die mehr als 30 Heerlager und ebenso viele Marktstände fast nur auf Matsch und nasser Rasenfläche. Doch den vielen Hundert Akteuren machte das nichts aus.

„Für das schlechte Wetter ist der Besucherandrang sogar richtig gut“, lobte Merle Hausmann. Sie hatte neben weiteren Mittelalterfans den Markt auf die Beine gestellt.

So abenteuerlich, wie die Ritterkämpfe und die Feuershow auch waren, den Höhepunkt bildete die nachempfundene mittelalterliche Hochzeitszeremonie. Corinna und Marc Pöhla aus der Nähe von Neumünster hatten sich schon im vergangenen Jahr auf dem Mittelaltermarkt verlobt und kamen nun am gleichen Ort für die Hochzeit zusammen. Vorgenommen wurde sie von Alexander Brüggemann, der den Bremer Erzbischof Jens Grand aus dem 14. Jahrhundert darstellte, und Sascha Hein, der Herzog Rainald von Geldern spielte.

Nicht nur das Hochzeitspaar bewältigte einige Kilometer Fahrt. Einige Händler, Gaukler und Mitwirkende der Heerlager waren aus der gesamten Bundesrepublik, der Schweiz, den Niederlanden und Österreich angereist, sodass die Veranstaltung einen internationalen Charakter bekam. Mehr als 400 Kilometer nahm auch Manja Kullmann in Kauf, sie kam von Leipzig in die Gemeinde Großenkneten. „Ich bin das erste Mal hier in Ahlhorn, und es ist ein wunderschönes Ambiente sowie eine tolle Stimmung“, sagte die Händlerin. Sie hatte einen Stand mit ungarischen Hefefladen und zieht von Markt zu Markt. Fast jedes Wochenende sei sie irgendwo in Deutschland anzutreffen.

Für den Durst hielten verschiedene Garküchen zünftige Mittelalterkost und Getränke wie Hexengesöff, Met oder Kirschbier vor. Die Akteure kamen mittelalterlich und fantasievoll verkleidet zum Markt. Dabei zeigte sich die Veranstaltung etwas waffenlastiger als in den Jahren zuvor. Es gab jede Menge Schwert- und Lanzenkämpfe zu sehen. An einem Stand konnte mit Pfeil und Bogen geschossen werden. Dazu gab es an vielen weiteren Stationen gewohnt vielseitige Angebote: Seifen, Kräuter, Schmuck, Holzutensilien und Steinskulpturen aus eigener Herstellung.

Die Organisatoren zeigten sich mehr als zufrieden mit dem Zuspruch. Für sie steht fest, dass es auch im kommenden Jahr zu Pfingsten wieder einen Mittelaltermarkt in Ahlhorn geben wird. - jb

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