Im Rennen um den Titel „Landwirt des Jahres“

Mit innovativer Schweinehaltung zum Erfolg

Eine Frau und ein Mann stehen vor einem Hofschild, davor steht ein Plastikschwein.
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Vor ihrem Hof in Haschenbrok: Kerstin und Torsten Deye haben ihren Hof nach Tierwohl ausgerichtet.

Haschenbrok – Einen Preis hat ihnen ihre selbst entwickelte Methode, Schweine zu halten, bereits eingebracht: Im November sind Kerstin und Torsten Deye aus Haschenbrok (Gemeinde Großenkneten) mit dem „Innovationspreis Tierwohl 2020“ der „Initiative Tierwohl“ ausgezeichnet worden – sie belegten den dritten Platz. Jetzt könnte ihnen eine weitere Anerkennung ihrer Arbeit ins Haus stehen:

Die beiden Landwirte sind für den „Ceres Award“ nominiert worden. Der Gewinner des nach der römischen Göttin des Ackerbaus und der Tierzucht benannten Preises darf sich „Landwirt des Jahres“ nennen. Der Wettbewerb wird von einer deutschen Agrarzeitschrift ausgerichtet, Schirmherr ist der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Im Vorfeld hatten die Organisatoren einiges zu tun: 180 Betriebe waren vorgeschlagen worden, 30 – je drei in zehn Kategorien – seien letztlich vorab ausgewählt worden, berichten Deyes. Ihr Hof falle in die Sparte „Schwein“. Jeder dieser Betriebe nimmt darüber hinaus an der Gesamtwertung zum Titel „Landwirt des Jahres“ teil.

„Wir haben nicht damit gerechnet“, sagt Kerstin Deye. Doch sei allein schon die Teilnahme an dem Wettbewerb eine Bestätigung für ihre aufreibende Arbeit. „Wir haben uns jahrelang ins Zeug gelegt und jahrelang umgebaut“, sagt Torsten Deye. Ihr Hof – mit seinen 80 Sauen, 500 Ferkeln und 700 Mastplätzen – umfasse heute die gesamte Wertschöpfungskette. Doch es sind die Ställe, die sich von denen auf vielen anderen Höfen unterscheiden – und das nicht nur in der Region. „Das Tier soll sich wohlfühlen, das ist der oberste Grundsatz“, so der Landwirt. Unter anderem die Schweinebuchten entsprechend zu gestalten, sei ein kontinuierlicher Prozess gewesen – und der sei noch nicht abgeschlossen. Dabei hätten sie auf ihre eigene lange Erfahrung in der Landwirtschaft zurückgegriffen, sich aber auch bei Kollegen in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz umgesehen. Inzwischen ist es umgekehrt: Viele Landwirte, weitere Agrarexperten, aber auch Studenten besuchen den Betrieb und informieren sich über die Lösungen, die Deyes gefunden und immer weiter verfeinert haben. Die Schweine auf dem Hof in Haschenbrok werden in Ställen mit „Außenklimareizen“ gehalten – und nicht abgeschottet von der Umwelt. Den Tieren steht dabei deutlich mehr Platz zur Verfügung, als gesetzlich vorgeschrieben ist, auch können sie sauber auf Stroh liegen. Es gibt unter anderem einen Beschäftigungs- und einen separaten Kot-Bereich. Auch für die Sauen gibt es einen besonderen Bereich, in der das Muttertier mit den Ferkeln frei laufen kann.

„Viel Innovationen verbaut“

„Wir haben viele Innovationen verbaut“, erläutert Torsten Deye. Für einige Vorrichtungen und Methoden haben sie inzwischen erfolgreich Patente beantragt. „Bio“ sei ihr Hof aber nicht, unterstreicht das Paar. Für den Wettbewerb hatten die Haschenbroker vor zwei Monaten Besuch von drei Juroren bekommen, alle Fachleute auf je einem Spezialgebiet, darunter ein Tierarzt. „Totale Experten“, so Torsten Deye. Nach einer Präsentation durch die Inhaber habe sich das Trio gründlich umgesehen: „Die haben den Betrieb einige Stunden lang auseinandergenommen“, berichtet der Züchter. Und natürlich wollten sie auch die Ställe betreten – das ist bei Deyes jedoch nicht so ohne Weiteres möglich und nur erlaubt, nachdem eine Schutzkleidung angelegt worden ist. Später bekamen sie dann noch Besuch von einem Filmteam, der die Eheleute und ihren Hof für einen Imagefilm aufgenommen hat.

Die beiden Landwirte freuen sich über ihre Nominierung und die Teilnahme an dem „Ceres Award“. Bis zur Bekanntgabe der Gewinner im November ist allerdings noch etwas Zeit. Und wie schätzen die innovativen Schweinehalter ihre Chancen ein? „Wir fahren da natürlich hin, um zu gewinnen“, sagt Deye scherzhaft und winkt aber gleich ab wieder. Beide lachen herzlich. „Wir gehen mit Spannung da hin“, ergänzt seine Frau Kerstin. „Wir freuen uns sehr, auf der Liste zu stehen.“

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