Großenkneten will Landes- und Bundesmittel

Millionenförderung für Ahlhorn lässt auf sich warten

Großenkneten - Von Ove Bornholt. Dass eine Entscheidung über Fördermittel aus Berlin auf sich warten lässt, könnte die Gemeine Großenkneten teuer zu stehen kommen.

Eigentlich sollte inzwischen klar sein, ob der 8 000-Einwohner-Ort Ahlhorn in das Bundes-Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wird. Maßnahmen für 13 Millionen Euro sind im Antragsverfahren gelistet und könnten in dem Dorf, das als sozialer Brennpunkt gilt, umgesetzt werden. Es geht um jeweils vier Millionen vom Land, Bund und der Gemeinde plus eine Million aus dem Erlös von Grundstücksverkäufen. Doch eine Bewilligung aus Berlin ist wegen der verzögerten Regierungsbildung ausgeblieben. „Es ist nicht zu erwarten, dass zeitnah entschieden wird“, so Bürgermeister Thorsten Schmidtke. Mit einem Teil des Geldes wollte die Gemeinde unter anderem einen rund zwei Millionen Euro teuren Kindergarten in Ahlhorn bauen. Nun müsste sie die Maßnahme zu deutlich größeren Teilen aus eigener Tasche finanzieren. Länger warten will Schmidtke nicht. „Wir haben die Entscheidung ja schon geschoben.“

Die Planungen für das Gebäude an der Straße Am Lemsen laufen und kamen am Donnerstagabend während der Sitzung des Infrastrukturausschusses der Gemeinde im Rathaus auf den Tisch. Erst sollten es nur zwei Gruppen sein, inzwischen sollen noch 15 Krippenkinder dazukommen. Ein Erweiterungsplatz für eine vierte Gruppe ist eingeplant. Und auf Wunsch der Politik wurde nun angeregt, das Gebäude so zu errichten, dass noch Platz für eine fünfte Gruppe bleibt. „Wir wissen absolut nicht, welche Bedarfe noch kommen“, begründete Carsten Grallert (Kommunale Alternative) die Entscheidung. Der Ratsherr hob hervor, dass mehr Plätze nachgefragt werden könnten, wenn die ersten beiden Kindergartenjahre beitragsfrei gestaltet werden, wie es die Landesregierung plant.

Auch im Untergrund lauern Kosten

Doch nicht nur an der Oberfläche, auch im Untergrund lauern Kosten, die den Gemeinde-Etat belasten werden. Eingewachsene Wurzeln, ausgespülter Beton und undichte Verbindungen: Teilweise sind die unterirdischen Abwasserkanäle in Ahlhorn, gelinde gesagt, in keinem guten Zustand. Eine Sanierung würde rund eine Million Euro kosten. Mit Videos und Fotos gewährte Ingenieur Michael Bollweg den Mitgliedern des Infrastrukturausschusses einen Blick in den Untergrund der Gemeinde. Besonders betroffen sind die Kirch- und die Schulstraße, bei der eine zügige Behebung der Schäden ratsam wäre.

An anderen Stellen muss die Gemeinde erst mittelfristig ran. Grundsätzlich geht es darum, Rohre auszubessern oder neu zu verlegen, bevor sie komplett versagen und die Anwohner ihre Fäkalien nicht mehr loswerden können – dann wäre das Geschrei sicherlich groß. Bollweg untersucht auch noch die weiteren Ortsteile der Gemeinde. Welche Kosten sich noch im Untergrund verbergen, bleibt also abzuwarten.

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Brücke von Genua unterlag besonderen EU-Sicherheitsauflagen

Brücke von Genua unterlag besonderen EU-Sicherheitsauflagen

Gladbecker Geiseldrama: Landeschefs besuchen Grab

Gladbecker Geiseldrama: Landeschefs besuchen Grab

Das können Outdoor-Smartphones

Das können Outdoor-Smartphones

Vom Apple zum Androiden wechseln

Vom Apple zum Androiden wechseln

Meistgelesene Artikel

Schummelei bei Bauplätzen: Verwaltung schaut genauer hin

Schummelei bei Bauplätzen: Verwaltung schaut genauer hin

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Teurer Brandschutz: 600.000 Euro mehr für Umzug der Polizei

Moto-Cross-Club geschockt: Stadt will Anlage kaufen

Moto-Cross-Club geschockt: Stadt will Anlage kaufen

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Unfall in Dötlingen: 50-jähriger Motorradfahrer schwer verletzt

Kommentare