Mercedes plant Nutzung als Parkfläche

Bald keine Starts und Landungen mehr in Ahlhorn?

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Mercedes Benz statt Transall: Dem Vernehmen nach plant der Automobilhersteller, auf der Landebahn des Flugplatzes Ahlhorn mehrere Tausend Fahrzeuge abzustellen.

Ahlhorn - Voraussichtlich zum letzten Mal für eine längere Zeit werden im August Flugzeuge vom ehemaligen Fliegerhorst Ahlhorn abheben: Nach Informationen dieser Zeitung vermietet der Inhaber des Areals, die Firma Metropolpark Hansalinie, die Fläche an den Automobilhersteller Mercedes Benz.

Demnach sollen bereits ab dem 1. September die ersten von bis zu 15.000 Fahrzeuge auf der 2,5 Kilometer langen Landebahn abgestellt werden. Auf Anfrage wollte eine Sprecherin des Metropolparks die Angaben nicht bestätigen, aber auch nicht völlig dementieren: Es gebe mehrere Anfragen von verschiedenen Herstellern, hieß es. Man führe gegenwärtig „Gespräche“. Über etwaige Hersteller, Art und Umfang der Nutzung wollte sie keine Angaben machen.

Auch Mercedes gibt sich mehr als schmallippig: „In Ahlhorn werden im Rahmen unserer Logistikprozesse und des dort bereits seit Jahren bestehenden Logistik-Zentrums eines Dienstleisters auch Mercedes-Benz Fahrzeuge vorübergehend zwischengeparkt“, antwortet Mercedes-Sprecher René Olma schriftlich auf Anfrage unserer Zeitung. Wie lange die Fahrzeuge auf dem Areal abgestellt werden, mochte er nicht sagen. Zu der Anzahl der Fahrzeuge wollte er ebenfalls keine Angaben machen.

Metropolpark hatte bereits vor rund vier Wochen der Verkehrswacht im Landkreis Oldenburg den Nutzungsvertrag gekündigt (wir berichteten). Der Verein nutzt die Landebahn und das Vorfeld. Nach Auskunft der Landesverkehrswacht – die die Anmietung der Flächen landesweit koordiniert – hatte Metropolpark dafür ein zeitlich drängendes „spezielles Ansiedlungsansinnen“ als Grund genannt. Von der Vermietung der Fläche wären weiterhin der Luftfahrtverein Wildeshausen-Alhorn und die Sportfluggruppe Ahlhorn betroffen.

„Das ist ein Schlag ins Kontor“

Die Kündigung des Nutzungsvertrages bestätigt hat der zweite Vorsitzende der Sportflieger, Christopher Bergmann, gegenüber unserer Zeitung. „Das ist ein Schlag ins Kontor“, sagte er. Ende Juli habe Metropolpark die Kündigung zunächst telefonisch angekündigt. Kurz danach sei ein entsprechendes Schreiben eingegangen. Dabei habe man ihm gesagt, dass Mercedes die Fläche für zunächst zwei Jahre nutzen werde. Zudem bestehe die Option für eine Verlängerung von bis zu zwei mal sechs Monaten. „Zwei Vereine liegen seit Jahrzehnten an dem Platz“, so Bergmann, „jetzt stehen sie innerhalb weniger Wochen vor dem Aus.“ Glücklicherweise sei es der Fluggruppe inzwischen gelungen, ihre acht Cessnas auf den Plätzen in Ganderkesee, Diepholz und Damme unterzubringen.

Auch die Luftwaffe nutzt das Aerodrom für ihre Übung „Notverfahren Wasserlandung“ und fliegt Fallschirmspringer nach Bad Zwischenahn und setzt sie dort über dem Meer ab. Ihre letzten Flüge stehen schon in dieser Woche an.

fra

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