„Mehr als eine Hundefriseurschule“

Großenkneterin lehrt Hundegesundheit, -pflege und alles rund um die Selbstständigkeit

Auf einem Hundefriseurtisch sitzen  Mirko Richter,die Hunde Amira und Frodo und Marleen Schaumberger-Richter.
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Sie versuchen ihren Schülern alles über den richtigen Umgang mit den Vierbeinern beizubringen: Ehemann Mirko Richter,die Hunde Amira und Frodo und Marleen Schaumberger-Richter.

Der richtige Umgang mit dem eigenen Hund ist oftmals nicht leicht. Welches Futter eignet sich am besten? Und pflege ich das Fell des Vierbeiners am besten? Diese und viele weitere Fragen beantwortet Marleen Schaumberger-Richter. Sie unterrichtet in ihrem Kurs „Fachkraft für Hundegesundheit und Pflege“ alles, was Herrchen und Frauchen über die artgerechte Pflege von Hunden wissen müssen. Und das sei viel mehr als eine Ausbildung zur Hundefriseurin, erklärt die 42-Jährige.

  • Marleen Schaumberger-Richter möchte mit den Klischees des Hundefriseursalons aufräumen.
  • Sie bildet in ihrem Unterricht zur „Fachkraft für Hundegesundheit und Pflege“ aus.
  • Dabei geht sie insbesondere auf die Arbeit in einer Selbstständigkeit ein.

Westrittrum – Pflege-, Gesundheits-, und Ernährungsfragen stehen ebenso im Mittelpunkt des Lehrplans wie auch Büroorganisation und Existenzgründung, denn nach ihrem Kurs wären alle Teilnehmer auch auf eine selbstständige Tätigkeit im eigenen Salon vorbereitet. „Ich möchte damit den Hundesalon aus dem Klischee herausholen und ihn in eine professionelle Hunde-Gesundheits-Pflegestelle wandeln.“

Ein Wochenende pro Monat über einem Zeitraum von etwa einem Jahr unterrichtet sie die Kursteilnehmer. In dieser Zeit stünden auch ganz praxisnahe Inhalte auf dem Plan: „Wie der Umgang mit dem Kunden zum Beispiel. Oder wie man einen Hund überhaupt auf den Tisch bekommt.“ Insbesondere werde auch der Frage nachgegangen, wann der Hund zum Tierarzt muss. „Bei chronischen Erkrankungen können die Herrchen schon helfen. Diese müssen aber erst einmal erkannt werden.“

Online- sowie Präsenzunterricht

Die meisten Teilnehmer kämen von weit her, erzählt die Hundepflegerin. „Ein Großteil unserer Auszubildenden kommt aus Süddeutschland, wir hatten aber auch Personen aus Südamerika und Osteuropa hier, die ihre Zeit in Deutschland für eine Ausbildung genutzt haben.“ Die meisten seien jung, kämen direkt nach dem schulischen Abschluss, um sich ausbilden zu lassen.
Damit sich die Schüler nicht jeden Monat auf den Weg nach Großenkneten begeben müssen, werde viel online vermittelt. Dieses Konzept sei während der Pandemie ausgearbeitet worden. In Lehrvideos werde eigenständig gelernt und wiederholt. Auch per Videokonferenzen werde die Theorie vermittelt. Zu den praktischen Inhalten müsse jedoch angereist werden. Im unteren Stockwerk ihres Wohnhauses befindet sich der Salon, der gleichzeitig auch Lehrraum ist. Platz sei für maximal sechs Teilnehmer, damit sei der Kurs auch immer relativ schnell ausgebucht, so Schaumberger-Richter.

Damit die Auszubildenden Modelle zum Üben haben, stellen Freiwillige ihre Hunde zur Verfügung. Eine „Win-Win-Situation“, wie die Hundepflegerin beschreibt. „Die Vierbeiner erhalten eine kostenlose Rundumbetreuung, und meine Schüler können das Gelernte in die Praxis umsetzen.“ Dafür habe sich im Laufe der Jahre eine Stammkundschaft aufgebaut, „jedoch suchen wir immer nach neuen Modellen.“ Auch Frodo und Amira, die eigenen Hunde der Pflegerin, werden regelmäßig als Übungshunde eingespannt.

Nach Abschluss des Kurses kann eine Prüfung abgelegt werden. Dies sei aber nicht unbedingt notwendig, erklärt Schaumberger-Richter. „Unser Arbeitsfeld ist eine Grauzone und kein vom Staat anerkannter Ausbildungsberuf. Die Prüfung ist vielmehr etwas für die Teilnehmer, ein eigener Abschluss sozusagen.“

„Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten und habe mich bereits mit 16 Jahren bundesweit beworben.

Marleen Schaumberger-Richter, Hundepflegerin

Gebürtig kommt die 42-Jährige aus Guben in Brandenburg. Ihre Berufsausbildung als Tierpflegerin hat sie nach Norddeutschland gezogen. „Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten und habe mich bereits mit 16 Jahren bundesweit beworben. Gelandet bin ich dann in Moorbek“, so Schaumberger-Richter. Nach ihrer Ausbildung beschloss sie, sich mit einem Hundesalon selbstständig zu machen, um kurz darauf ein Studium zur Tierheilpraktikerin zu absolvieren. „Im Laufe der Zeit sind dann immer öfter Hunde in den Salon gekommen, die leichte Erkrankungen hatten, eine Ohrenentzündung zum Beispiel“, erzählt die 42-Jährige. Deren Besitzer habe sie dann pflegerisch beraten. „Viele haben gefragt, wo ich das alles gelernt habe. Diese Fragen habe ich mir dann auch gestellt. Wo könnte so etwas gelernt werden?“ So entstand die Idee, die Hundepflege und Behandlung zusammenzulegen und beides in einem Kurs zu lehren.

Pedro und Greta werden bald auf Führungen durch Großenkneten zu sehen sein.

Für ihre Zukunft hat Schaumberger-Richter neben der Pflegeschule noch eine weitere Idee. „Ich möchte vermehrt Eselswanderungen anbieten.“ Mit ihren beiden Eseln Pedro und Greta habe sie schon einmal sie eine solche Wanderung für eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe gemacht. Es sei schön gewesen zu sehen, wie die Kinder mit den Tieren umgingen, erklärt die 42-Jährige. Wann mit dem Eselspaar jedoch losgezogen werden kann, müsse aber die Pandemiesituation zeigen.

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