Für „Lebensmittelretter“ mit viel Appetit

Großhändler „Kornkraft“ aus Huntlosen bietet Endverbrauchern Gastrogebinde an

Kühllager: „Kornkraft“gibt Gastrogebinde mit Bio-Ware an Endkunden ab. Archivfoto: fra
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Kühllager: „Kornkraft“gibt Gastrogebinde mit Bio-Ware an Endkunden ab.

Unter dem Begriff „Lebensmittelretter“ versteht man landläufig Personen, die noch essbare Produkte aus Abfallcontainern von Supermärkten „befreien“ – weil sie zum Wegwerfen viel zu schade sind. Der Bio-Großhändler „Kornkraft“ aus Huntlosen hat sich die Idee zu eigen gemacht und unterbreitet Privatkunden in diesen Tagen ein ungewöhnliches Angebot, wie auch sie zu „Lebensmittelrettern“ werden können.

Huntlosen – „Das ist eine Aktion aus dem Großhandel“, sagt Michael Schmitz, der bei dem Huntloser Unternehmen unter anderem für Marketing und Qualitätssicherung zuständig ist, auf Anfrage unserer Zeitung. Zu den „Kornkraft“-Kunden gehörten nicht nur Einzelhändler, sondern eben auch Restaurants oder Schulmensen, die jetzt geschlossen sind. Und die nähmen Produkte sonst in Großgebinden ab: „Die sind natürlich größer, als sie ein normaler Haushalt benötigt“, so Schmitz. Gemeint seien damit vor allem Molkereiprodukte: Milch, diverse Sorten Yoghurt, (Frisch-)Käse und dergleichen mehr – oft in fünf Kilo großen Einheiten. „Das sind alles Produkte, die schnell ablaufen können“, sagt Schmitz weiter. Bislang sei die Aktion noch „mäßig erfolgreich“ und werde nur vereinzelt genutzt, räumt er ein. Doch habe das Unternehmen auch gar nicht viel anderes erwartet. Gleichwohl: „Vielleicht hat ja der eine oder andere ja eine Idee“ – so lasse sich eine Großpackung vielleicht auch teilen. Bestimmte Käsesorten ließen sich einfrieren, so Schmitz weiter: „Dann hat man einen Halbjahresbedarf für Pizzen“, scherzt er.

Lebensmittel-Firma reagiert auf Corona-Situation

Letztlich sei es eine spontane Idee gewesen, um auf die aktuelle Situation zu reagieren. Denn sonst müsste die Firma einwandfreie Lebensmittel entsorgen. Zudem sei ein anderer Absatzweg für überzählige Ware zunehmend verschlossen: Denn die „Tafeln“ arbeiteten gegenwärtig nicht mehr so, wie noch vor der Krise, gibt Schmitz weiterhin zu bedenken. Wer Interesse an diesen größeren Portionen haben sollte, könne sich vorab telefonisch in einem der „Kornkraft“-Läden informieren, was und wie vorhanden ist, erläutert er weiter. Die Mitarbeiter hätten eine Übersicht und könnten gegebenenfalls Ware in die Geschäfte ordern. Darüber hinaus sei die Versorgungslage mit Bio-Lebensmitteln aktuell nicht gefährdet: „Es ist alles da“, sagt Schmitz. Gewisse Produkte, etwa Nudeln, Mehl oder Konserven, seien allerdings stark nachgefragt. Die Versorgungslage sei mit Stand Freitag gut. Sollte ein Produkt einmal vergriffen sein, wäre es am Folgetag wieder verfügbar. Zudem: „Das Hamstern nimmt ab“, fügt Schmitz an.

„Digitale“ Hausmesse als Alternative in Corona-Zeiten

Einen anderen Weg beschreitet das Huntloser Unternehmen gegenwärtig mit seiner „digitalen“ Hausmesse. War ursprünglich für Sonntag ein Treffen am Firmensitz in Hosüne geplant, können sich Aussteller nun über das Internet präsentieren, berichtet Schmitz. Im vergangenen Jahr haben 500 Besucher an der Fachmesse teilgenommen. Bis Dienstag haben Anbieter auf der Internetseite des Großhändlers Gelegenheit, ihre Ware in Handy-Videos oder Imagefilmen, vorzustellen. Vollends virtuell ist diese Aktion allerdings nicht, so Schmitz abschließend: „Kornkraft“ habe Musterkisten an ihre Kunden geschickt, um Produkte auch ausprobieren zu können.

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