„Werden den Rückbau von Ställen erleben“

Landwirtschaftsminister Meyer zeigt sich in Sannum kampfeslustig

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Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) warb für die Fortsetzung der Agrarwende.

Sannum - Von Ove Bornholt. Kampfeslustig präsentierte sich der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) am Mittwochabend während einer Wahlkampfveranstaltung auf Gut Sannum. „Wir haben Lust, wir haben noch etwas vor“, sagte der 42-Jährige, der ankündigte: „Wir werden den Rückbau von Ställen erleben.“

Meyer verwies darauf, dass die „sanfte Agrarwende bisher erstaunlich gut bewältigt“ wurde. Der Antibiotika-Einsatz in der Landwirtschaft sei bei Puten und Schweinen halbiert worden. Auch werde weniger Geflügel gehalten. Zudem kam er auf den „Kampf um sauberes Wasser“ zu sprechen. Das Problem werde man gemeinsam mit den Landwirten lösen. Überhaupt lobte er die Bauern, die beim Umsetzen des Schnabelkürzungsverbots und der Ringelschwanzprämie eine „tolle Leistung“ gezeigt hätten. „Ich glaube, dass wir etwas Gutes tun, für die bäuerliche Landwirtschaft“, so Meyer.

Zuhörer von Bilanz vergangener Jahre überzeugt

In Zukunft kündigte er an, „die Sau rauszulassen“. Gemeint ist die Abschaffung der Kastenhaltung für Schweine. „Wir fördern die freie Abferkelung“, so der Minister, der auch darauf verwies, dass die Förderung für den ländlichen Raum in den vergangenen vier Jahren um 15 Prozent gestiegen sei. Das Geld sei zum Beispiel in Dorfgemeinschaftshäuser, Touristik und den Ausbau des Internets geflossen.

Eine Bilanz, die bei den knapp 30 Zuhörern gut ankam. Allerdings mahnte Uwe Behrens, Ratsherr der KA in Großenkneten: „Zur Wende gehört auch ein Halt.“ Die Tierzahl gehe in seiner Gemeinde nicht zurück. Er forderte, Schlupflöcher im Baugesetz zu stopfen.

Der Minister nahm den Hinweis auf und kündigte an, im Baugesetzbuch die Privilegierung der Landwirtschaft bei Bauvorhaben streichen zu wollen. Das müsste allerdings auf Bundesebene geschehen, so Meyer.

Ahlhorner Fischteichen geht das Wasser aus

Jochen Schritt, Geschäftsführer bei Kornkraft in Huntlosen, blickt der Landtagswahl skeptisch entgegen. „Die AfD wird reinkommen. Mit Rot-Grün wird es nicht klappen. Wie kann man das Erreichte sichern?“, wollte er von Meyer wissen.

Der räumte ein, eine neue Regierung könne zum Beispiel die Umstellprämie für konventionell wirtschaftende Bauern, die zum Biobetrieb werden wollen, „schnell herunterfahren“. Die SPD würde die Agrarwende nur in einer Regierung mit den Grünen fortsetzen, die CDU wolle hingegen „alles zurückdrehen“.

Während der Veranstaltung präsentierte sich auch der Grünen-Landtagsabgeordnete Hans-Joachim Janßen, der erneut kandidiert. Seine Schwerpunkte waren zu stark mit Nitrat belastete Brunnen, die Abschaffung von Werkverträgen in der Fleischindustrie und ein Sanierungsplan für die Ahlhorner Fischteiche. Denen gehe das Wasser aus. Wenn nichts geschehe, „werden wir dieses Kleinod auf Dauer verlieren“.

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