Landkreis soll Trägerschaft übernehmen/Investitionen von 1,2 Millionen Euro

Großenkneten ist mit dem Gymnasium überfordert

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Die Gemeinde Großenkneten hofft, dass der Landkreis die Trägerschaft für das Gymnasium in Ahlhorn übernimmt.

Ahlhorn/Landkreis - Von Karsten Tenbrink. Die Schülerzahlen steigen stetig, der erste Jahrgang seit Wiedereinführung der Oberstufe legt derzeit die Abiturprüfungen ab und eine bauliche Erweiterung ist geplant – am Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium (DBG) in Ahlhorn läuft offenbar alles bestens. Aber: „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren führt dazu, dass wir personell und finanziell an unsere Leistungsgrenzen kommen“, sagt Großenknetens Erster Gemeinderat, Klaus Bigalke.

Das DBG ist das einzige öffentliche Gymnasium im Landkreis, das sich in Trägerschaft einer Gemeinde befindet. Die übrigen fallen unter die Zuständigkeit des Landkreises. Der Grund dafür liegt in der Entwicklung der Schule, doch der Wunsch der Gemeinde nach einer Änderung dieses Zustands ist nicht neu.

Im August 1975 übernahm die Gemeinde Großenkneten die Trägerschaft des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ahlhorn von der Kirche. Andernfalls hätte die Schließung der Einrichtung gedroht. Fortgeführt wurde sie jedoch nur mit den Schuljahrgängen fünf bis zehn. Wegen der stetigen Entwicklung der Einrichtung und Reformen im Schulwesen beschloss der Gemeinderat 2007, beim niedersächsischen Kultusministerium die Erweiterung um eine Oberstufe zu beantragen. Im selben Jahr wurde der Einzugsbereich der Schule um die Gemeinden Hatten und Wardenburg erweitert. Die Kosten der Schülerbeförderung – eigentlich Aufgabe des Landkreises – übernahm nach entsprechenden Absprachen die Gemeinde. Im Raum stand schon damals das Anliegen der Kommune, dass das Gymnasium in die Trägerschaft des Landkreises übergeht. 2010 stellten die Kreistagsgremien eine Beratung über diesen Wunsch zurück, bis klar wäre, ob das Kultusministerium die Einrichtung der Oberstufe genehmigt. Das tat es, mit Wirkung zum Schuljahr 2013/2014. Der damalige Landrat Frank Eger kündigte im März 2013 an, die Entwicklung der Einrichtung vor allem im Hinblick auf die Schülerzahlen abwarten zu wollen und den politischen Gremien des Landkreises erst Anfang des Jahres 2016 den Beschluss zur Übernahme der Trägerschaft zu empfehlen.

Nun hofft Bigalke, dass es mit einer Übernahme der Trägerschaft durch den Landkreis zum Schuljahr 2016/2017 klappt. Das setzt voraus, dass eine entsprechende Beschlussempfehlung der Verwaltung in den politischen Gremien des Kreistags auf den Tisch kommt und das Votum der Abgeordneten positiv ausfällt.

Für die Gemeinde steht finanziell eine Menge auf dem Spiel. Anfang Mai entscheidet der Verwaltungsausschuss über eine Investition in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Entstehen sollen ein zusätzlicher, teilbarer Unterrichtsraum, ein naturwissenschaftlicher Unterrichts- samt Vorbereitungsraum, ein Lehrerzimmer, das dem gewachsenen Bedarf gerecht wird, und eine Mensa. Mit Ausnahme der Mensa würde der Landkreis die Kosten für die bauliche Erweiterung bei einer Übernahme der Trägerschaft erstatten. Daneben entfielen für die Gemeinde künftig nicht nur die Betriebskosten – im vergangenen Jahr lagen sie bei gut 245000 Euro – sondern auch die Kosten für die Schülerbeförderung, die 2014 etwas mehr als 293000 Euro betrugen.

Momentan verfügt das Schulgebäude über zehn eigene Unterrichtsräume und nutzt 26 der insgesamt 48 Räume an der benachbarten Oberschule. Naturwissenschaftliche Fachräume werden ebenso gemeinsam von den beiden Schulen genutzt wie die Sporthalle und der Sportplatz.

Der gestiegene Bedarf lässt sich an den Schülerzahlen des DBG ablesen: 2010 besuchten 433 Jungen und Mädchen die insgesamt 17 Schulklassen (Jahrgangsstufe fünf bis zehn). 2014 waren es 599 Schüler in 27 Klassen (Jahrgangsstufe fünf bis zwölf).

Das Schulgebäude stammt aus dem Jahr 2000. Damals lagen die Baukosten bei knapp 1,9 Millionen Euro, der Landkreis übernahm davon rund 665000 Euro. Schon in den Jahren 2007 und 2008 wurden die Räume für die Verwaltung erweitert. Das kostete die Gemeinde knapp 400000 Euro.

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