Ahlhorner Firma vertreibt Covid-19-Schnelltests / Herstellung und Produktion in Deutschland

Kleine Schwämmchen statt Abstrich-Tupfer

Dr. Michael in einer Lagerhalle in Ahlhorn.
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Dr. Michael Müller vertreibt die neuen in Deutschland entwickelten und hergestellten Covid-19-Schnelltest.

Ahlhorn – Corona-Tests sind ein wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen die Pandemie. Selbsttests sollen für eine größere Breite der Untersuchungen sorgen. Die ersten sind in Niedersachsen bereits an Schulen ausgeliefert worden. Doch für manche Anwender stellen Abstriche, die mittels entsprechender Stäbchen in Rachen oder Nase genommen werden, eine Hemmschwelle dar.

Dem soll nun ein neuer Test Abhilfe schaffen, der in Deutschland entwickelt wurde und auch hier hergestellt wird: Das benötigte Testmaterial wird mittels eines kleinen Schwamms aufgenommen, der 90 Sekunden lang an der Innenseite der Wangen und der Zunge entlanggeführt wird. Der Speichelsammler des Einmaltests wird dann in eine Halterung gesteckt. Das Ergebnis soll nach zehn Minuten vorliegen.

Hersteller sei die Firma „Ulti Med“ aus Ahrensburg, berichtet Dr. Michael Müller, Geschäftsführer der Ahlhorner Firma Dr. Dietrich Müller, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Ahlhorner vertreiben das Produkt als erste Firma in Deutschland. Dafür bediene sich sein Unternehmen unter anderem eines Logistikzentrums nebst eines Callcenters, so Müller. Bis zu 10 000 Einheiten könnten von dort aus täglich versendet werden, diese lagerten aber nicht in Ahlhorn. Die Produkte seien seit Montag im Angebot.

Noch nicht für Endanwender zugelassen

Die Genauigkeit dieses Schnelltests sei vergleichbar mit der anderer solcher Untersuchungen, so Müller. Bei einem positiven Ergebnis werde aber ein PCR-Test über ein Labor erforderlich – darin unterscheide sich der Marktneuling nicht von schon längeren verfügbaren Varianten. Der „Ulti Med“-Speicheltest sei erst seit Ende Februar auf dem Markt und noch nicht für die Eigenanwendung zugelassen, so Müller. Diese „Laien-Zulassung“ sei jedoch beantragt, die entsprechende Genehmigung werde in Kürze erwartet.

Der Abgabepreis an Endverbraucher sei gegenwärtig allerdings noch knapp doppelt so hoch wie bei anderen handelsüblichen Tests. Geplant sei, das Produkt später auch im Einzelhandel anzubieten, sagt Müller. Bislang müssten die Anwender zuvor noch unterwiesen werden. Das erfolge unter anderem durch eigenes Personal, das etwa in Unternehmen gehe und dort vor Ort die Benutzung erläuterten, oder mittels eines Anleitungsvideos, das auf der „Youtube“-Seite seiner Firma verfügbar sei sowie in Videokonferenzen.

Anwendung in Schulen vorstellbar

Die Vorteile des von ihm vertriebenen Tests sieht er in der einfachen Anwendung und Akzeptanz bei dauerhafter Nutzung: „Wenn ein Lehrer 20 Schüler in der Klasse hat, ist der erste bereits mit dem Test fertig, wenn er den letzten ausgegeben hat“, schildert er ein mögliches Einsatzszenario.

Auch könne er sich vorstellen, dass bei immer steter Wiederholung von Schnelluntersuchungen – wie sie in einigen Firmen angesagt sind – irgendwann eine Abneigung gegen die verwendeten Abstrich-Tupfer entstehe. „Wir brauchen einfache Tests“, sagt der Ahlhorner Geschäftsmann.

Das mittelständische Unternehmen ist auf Folien, Isolierstoffe, Dichtungen und Kunststoffteile spezialisiert. Über die Zusammenarbeit, auch mit Firmen aus dem medizinischen Bereich, sei der Kontakt zu dem Ahrensburger Hersteller entstanden, so Müller abschließend.

Produktfoto des von der Ahrensburger Firma entwickelten Schnelltests.

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