Hegering Großenkneten nutzt Wärmebildtechnik, um in Wiesen versteckte Rehe zu finden

Kitz-Retter setzen Drohnen ein

Ein Mann an einem Feldrand steuert eine Drohne per Fernsteuerung, eine junge Frau über prüft die Aufnahmen des Fluggerätes mittels einer Videobrille.
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Moderne Technik: Jendrik Wendt und seine Schwester Anneke trainieren mit der Wärmebilddrohne.

Landkreis/Großenkneten – In diesen Tagen beginnen auch in unserer Region die Mäharbeiten. „Jedes Jahr werden leider viele Rehkitze dabei verletzt oder getötet, weil sie von den Ricken in Wiesen und Futteranbauflächen abgelegt werden und sich bei Gefahr des anrückenden Mähwerks instinktiv ducken statt zu flüchten“, weist der Hegering Großenkneten auf ein Problem dieser Jahreszeit hin.

Die Jungtiere fielen so den Mäharbeiten zum Opfer, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden. „Unsere Jäger engagieren sich jetzt sogar mit Wärmebild-Drohnen für die Kitzrettung“, erklärt Hegeringleiter Max Hunger in einer Mitteilung, „rechtlich bleibt die Verantwortung für ein totgemähtes Rehkitz allerdings beim Landwirt. In der Vergangenheit wurden in solchen Fällen schon erhebliche Bußgelder verhängt.“

Jendrik Wendt aus Großenkneten ist im Hegering Anlaufstelle für die Wärmebild-Drohne, die mit Spenden von Geschäftsleuten und den Landwirten angeschafft worden sei. Mit diesem ferngesteuerten Fluggerät können kurz vor dem Mähen die Kitze erkannt und in Sicherheit gebracht werden, erläutern die Waidleute. Derzeit trainiere Wendt Jäger aus den einzelnen Revieren in der Flugtechnik und habe die Wartung des kostspieligen Gerätes übernommen. „Es gehört einige Übung dazu, die Drohne wirkungsvoll einzusetzen“, sagt er. Wichtig sei es, dass dieser Einsatz zeitlich koordiniert werde. Wenn viele Landwirte zur gleichen Zeit zu mähen anfingen, sei das ein Problem. In diesem Fall sollten die Revierinhaber festlegen, welche Fläche besonders dringend bearbeitet werden müsse. „Wir in Großenkneten können derzeit an einem Tag etwa zehn Hektar abfliegen. Manche Landwirte haben aber Grasflächen von 50 Hektar und mehr. Die Jäger müssen dann teilweise schon morgens im Dunkeln anfahren, um die Flächen halbwegs zu schaffen“, so Wendt.

Landwirt achtet auf versteckte Kitze

Landwirt Hauke Ahrens aus Großenkneten habe sich für seine Mähwerke eigene Rettungssysteme gekauft, die durch akustische Signale anzeigen, wenn sich das Gerät einem versteckten Rehkitz nähert. Trotz dieser Technik wende er zusätzlich noch ein altbewährtes Mittel zur Kitzrettung an: „Wir mähen jeden Abend einmal außen um die Flächen herum. Die entstehende Unruhe veranlasst die Ricke, ihr Kitz wegzuführen. Das klappt hervorragend und wird von uns schon lange praktiziert.“ Hunger weist in der Mitteilung des Hegerings eindringlich auf die Verantwortung der Landwirte für die Rettung der Rehe hin: „Nach der Rechtsprechung hat der Landwirt alle möglichen und zumutbaren Vorsorgemaßnahmen zu treffen, um das Ausmähen von Kitzen zu vermeiden. Nach dem sogenannten Verursacherprinzips ist er und der Maschinenführer für das Absuchen des Landes verantwortlich.“

Der zuständige Jäger sollte bestenfalls zwei Tage vor der Mahd, spätestens 24 Stunden davor, informiert werden, damit er Vergrämungsmaßnahmen vornehmen kann. Eine hundertprozentige Erfolgsquote bei der Kitzrettung könne es aber nicht geben, so die Waidleute abschließend. „Aber wer einmal solch ein vom Kreiselmäher zerstückeltes Kitz gesehen hat, der wird sich mit Sicherheit künftig für die Rettung engagieren“, ist sich Hegeringleiter Hunger sicher.

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