Oberkirchenrat informiert Synode über den Beschluss / Mitarbeiter werden freigestellt

Kirche schließt Blockhaus zum Monatsende

Seitenansicht eines Gebäudes des Blockhauses an den Ahlhorner Fischteichen.
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Die Tage des Blockhauses als Jugendheim der evangelisch-lutherischen Kirche sind gezählt: Die traditionsreiche Einrichtung wird in wenigen Tagen geschlossen. Danach sollen Projektentwickler eine Nachnutzung ausloten.

Ahlhorn – Es ist so gekommen, wie verschiedene Quellen es vorher schon vermutet hatten: Die Oldenburgische Landeskirche schließt das Blockhaus Ahlhorn zum 31. Mai. Damit ist das Ende der Einrichtung mit seiner fast 75-jährigen Geschichte endgültig besiegelt. Oberkirchenrat Detlef Mucks-Büker hat diese Entscheidung am Donnerstag, dem ersten Tag der dritten Tagung der 49. Synode, laut Mitteilung aus Oldenburg bekannt gegeben.

Diese Entscheidung hat insbesondere Konsequenzen für die rund 20 Mitarbeiter des Jugendheimes: Sie verlieren ihre dortigen Arbeitsplätze. „In Bezug auf die Mitarbeitenden im Blockhaus dürfte von Anfang an klar gewesen sein, dass die Frage einer Weiterbeschäftigung vor Ort wie bisher an der Perspektive einer entsprechenden Nachnutzung hängen werde“, so Mucks-Büker. „Diese Perspektive habe sich während der vergangenen Monate leider nicht ergeben“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Dermaßen klar war diese Konsequenz allerdings bisher nicht kommuniziert worden. Erst vergangene Woche hatte die Kirche in einer Pressekonferenz bekannt gegeben, dass die Einrichtung endgültig an einen Projektentwickler übergeben wurde. Zuvor hatte die Kirchenleitung stets von einem „Winterschlaf“ des Blockhauses gesprochen, und davon dass Wirtschaftsberater damit beauftragt seien, einen Übernahmekandidaten zu finden. Während des Termins auf die berufliche Zukunft der Mitarbeiter angesprochen, hatte Mucks-Büker defensiv geantwortet, dass „große Veränderungen“ auf die Angestellten zukämen. Einen Bericht, der unserer Zeitung bereits Mitte dieses Monats vorlag, wonach das Blockhaus Ende Mai geschlossen werden solle, hatte Kirchensprecher Dirk-Michael Grötzsch damals auf Anfrage nicht bestätigen wollen.

Nachdem sich die Anzeichen einer Betriebsschließung „immer mehr verdichtet hätten“, sei dies unverzüglich der Mitarbeitendenvertretung (MAV) mitgeteilt worden, hieß es nun am Donnerstag. Daraufhin seien zwischen MAV und Oberkirchenrat „die gesetzlich vorgeschriebenen Erörterungsgespräche zur Ausübung des Mitberatungsrechtes seitens der MAV geführt worden, berichtete Mucks-Büker der Synode. Auf Nachfrage unserer Zeitung konkretisiert Grötzsch den Begriff „unverzüglich“: Anfang des Monats sei der Arbeitnehmervertretung die Entscheidung angezeigt worden. Die Erörterungsgespräche seien seit Anfang dieser Woche förmlich beendet. Auch mit dem Ergebnis, „nun zügig in Sozialplanverhandlungen einzutreten, ganz wie es die Dienstvertragsordnung vorschreibe“, erläutert die Landeskirche den Ablauf in ihrer Mitteilung. Wie Grötzsch im Gespräch ergänzt, gehe die Kirche davon aus, dass sich die Verhandlungen zur Ausgestaltung des Sozialplanes bis in den Juli hinziehen werden. Stehe nach dem Abschluss dann ein Rahmen fest, sollen unverzüglich die Gespräche mit den Mitarbeitern begonnen werden. Bis dahin seien sie freigestellt. Danach soll es in die individuellen Gespräche gehen. Dabei seien verschiedene Szenarien vorstellbar: Es könne aber „vereinzelt passieren“, dass es zu einer „Beendigung des Arbeitsverhältnisses“ kommt, so Grötzsch. Doch auch die Weiterbeschäftigung an anderer Stelle oder Aufhebungsverträge seien denkbar.

Vier Tage vor der Schließung informiert

Grundvoraussetzung für all dies sei ein entsprechender Betriebsstilllegungsbeschluss, den der Oberkirchenrat mit Wirkung zum 31. Mai inzwischen gefasst habe. Auch das Kuratorium des Blockhauses Ahlhorn werde am kommenden Montag noch satzungsgemäß entsprechend beschließen müssen, kündigte Mucks-Büker der Synode an. „Die Mitarbeitenden werden noch heute informiert und zu einer Betriebsversammlung am Montag eingeladen, wo unser Bischof zum Gespräch mit ihnen über die Situation zur Verfügung steht. Auch die MAV ist selbstverständlich dazu eingeladen“, heiß es am Donnerstag, somit vier Tage vor diesem Termin.

Diese Entscheidung sei in vielerlei Hinsicht schwerwiegend, räumte der Oberkirchenrat in der Pressemitteilung ein. „Aus Sicht der Kirchenleitung ist sie jedoch unumgänglich, so bedauerlich das auch ist. In den anstehenden Sozialplanverhandlungen werden wir darum nach Möglichkeit versuchen, den Mitarbeitenden in der Schwere dieser Entscheidung und ihrer Konsequenzen so angemessen und wertschätzend wie möglich zu begegnen. Dazu sind wir nicht nur durch das Arbeitsrecht verpflichtet.“ Mit Hinblick auf die Pläne der beiden Bremer Projektentwickler, die nach neuen Mietern für das Areal suchen, sagt Mucks-Büker: „Insgesamt jedoch dürfen wir zum jetzigen Zeitpunkt begründet darauf hoffen, dass es im Blockhaus Ahlhorn auch künftig gut und sinnvoll weitergehen wird.“ Man werde, bis es so weit sei, noch längere Zeit Geduld aufbringen müssen, so der Oberkirchenrat, da ab 2022 voraussichtlich mit Baumaßnahmen zu rechnen sei, „die eine schnelle Wiederaufnahme des Betriebs vor Ort „zunächst wenig wahrscheinlich sein lasse“. Damit seien jedoch lediglich Arbeiten künftiger Mieter gemeint, nicht aber der Kirche, so Grötzsch. Auf dem Gelände gebe es einen Sanierungsstau in Höhe von geschätzt mehr als zwei Millionen Euro.

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