Rettungsaktion in Sage misslingt trotz Einsatz von Feuerwehr und Tierschützern

Katzenwelpen verhungern in Mauerspalt

Gerettet: zwei Katzenwelpen kamen in die Obhut der Tierschützer und wurden versorgt.
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Gerettet: zwei Katzenwelpen kamen in die Obhut der Tierschützer und wurden versorgt.

Sage – Zu einer dramatischen Rettung von zwei Katzenwelpen und dem tragischen Tod von weiteren zwei oder drei Geschwistertieren kam es am Wochenende in der Ortschaft Sage in der Gemeinde Großenkneten.

Davon berichtet die Tierschutzgruppe Oldenburg Land (TSGOL). Danach rief ein Anwohner bei der Notfallnummer der TSGOL an und berichtete, dass er unter dem Dach etwa zehn Wochen alte Katzenwelpen habe, die in Not geraten seien. „Er teilte mit, dass er zwei der Tiere bereits befreien konnte“, so Edith Kaminski von der Tierschutzgruppe. „An die anderen komme er aber nicht heran.“

Die Tierschützer fuhren sofort nach Sage. Dort fanden sie die zwei geretteten Welpen, die ihre Augen noch nicht geöffnet hatten. Eine Mitarbeiterin der Katzenhilfe aus Oldenburg kümmerte sich gleich um die Winzlinge und versorgte sie. „Die anderen Welpen waren jedoch zwischen Außenfassade und Innenwand des Hauses gefallen“, berichtet Kaminski. „Wir waren ratlos und baten die Polizei um Unterstützung.“

„Ein trauriger, tragischer und sinnloser Tod“

Innerhalb kurzer Zeit waren eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes der Gemeinde Großenkneten, die Feuerwehr aus Sage, ein Tierarzt sowie die Polizei vor Ort. Die Feuerwehr versuchte, die genaue Lage der Welpen mit Wärmebildkamera zu klären, nahm Ziegel aus dem Mauerwerk und versuchte so, an die Kätzchen heranzukommen. Nach Angaben der Tierschutzgruppe stellte sich aber heraus, dass die Welpen nur gerettet werden konnten, wenn die gemauerte Wand geöffnet wird. Das habe der Hausbesitzer jedoch verweigert und die Tierschützer vom Grundstück verwiesen. „Nach vielen verzweifelten Versuchen der Feuerwehrleute musste die Aktion schließlich erfolglos abgebrochen werden“, so Kaminski, die sich ausdrücklich bei den Polizeibeamten und den Feuerwehrleuten bedankt. „Nun verhungerten hilflose, total unschuldige kleine Katzen“, so ihre bittere Bilanz. „Was für ein trauriger, tragischer und sinnloser Tod.“

Seit Jahren versuchen die Tierschützer nach eigenen Angaben, Gemeinden davon zu überzeugen, eine Kastrationspflicht für frei lebende Katzen einzuführen. „Kastration ist der einzige gangbare Weg, um solche Dramen zu verhindern“, sagt Kaminski. „Eine Katze ist mit sechs Monaten geschlechtsreif und bekommt ab dann zweimal jährlich Junge fast bis zu ihrem Tod.“ Es gebe keine Abnehmer für diese Flut an Katzen und jede Geburt ohne Anbindung an den Menschen mache die Katzen scheuer. „Sie werden verjagt, kämpfen um ihr Überleben und das ihrer Jungen, ohne eine Chance auf Hilfe.“

Deshalb sollten Menschen, die Katzen halten oder ihnen regelmäßig Futter hinstellen, dafür sorgen, dass die Tiere kastriert sind. „Achten Sie bitte darauf, dass Katzen und andere Tiere nicht unters Dach können. Die arme Mutterkatze hatte ja nur nach einem trockenen und sicheren Platz für ihre Jungen gesucht. Das Elend hätte auf jeden Fall bei mehr Sorgfalt vermieden werden können“, so Kaminski.

Im Landkreis Oldenburg gibt es laut Deutschen Tierschutzbund mit der Stadt Wildeshausen nur eine Kommune, die eine Kastrationspflicht eingeführt hat. In anderen Gemeinden scheiterten bisher alle dahingehenden Initiativen.  

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