Karpfen kommen ins Winterquartier

Gästeführer erklärt Besuchern das Abfischen der Ahlhorner Fischteiche

Viele Kinder können sich die Tiere aus der Nähe anschauen.
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Viele Kinder können sich die Tiere aus der Nähe anschauen.

„Der Ausflug lohnt sich jedes Jahr“ und „Das muss man einmal gesehen haben“, haben am Dienstagmorgen einige Besucher der Ahlhorner Fischteiche gesagt. Etwa 20 Erwachsene und zehn Kinder begleiten zusammen mit Gästeführer Jakob Rauschenberger das jährliche Abfischen der Zucht-Gewässer. Dabei erfahren sie viel Interessantes über die Fischwirtschaft und lernen verschiedene Arten kennen.

Ahlhorn – „Etwa 30 Tonnen an Karpfen werden jährlich insgesamt aus den Teichen geholt. Einige von ihnen werden in anderen Gewässern überwintern, andere gehen in den Verkauf“, fängt Rauschenberger bereits auf dem Parkplatz „Am Karpfen“ an zu erzählen. Während die Besuchergruppe sich dem schon entwässerten Teich nähert, berichtet der 76-Jährige weiter. „Die Karpfen werden hier in Eigenregie gezüchtet. Der Rogen entsteht in flachen Becken, in denen wir fünf weibliche und acht bis zehn männliche Karpfen einsetzen.“ Nachdem die weiblichen Fische ihren Rogen auf dem Gewässergrund ablegen, dauere es vier Wochen, bis die kleinen Fische groß genug seien, um aus dem Aufzuchtgewässer gefischt zu werden und sie in den verschiedenen Teichen groß zu ziehen.

Doch nicht nur Karpfen stehen auf dem Zuchtplan der Fischwirtschaft, auch Forellen werden dort zum Verkauf groß gezogen. Sechs Tonnen Forellen werden jährlich in der Fischwirtschaft verkauft. „Das klingt zwar erst einmal viel“, so Rauschenberger, „ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass in Deutschland jährlich 25 000 Tonnen der Saiblinge produziert werden. Dieselbe Menge kommt dann sogar noch einmal aus dem Ausland.“

Die Helfer versuchen, mit mehreren Schleppnetzen die Fische durch den Rinnsal des Teiches zu führen.

Am Teich angekommen, sehen die Besucher die Mitarbeiter der Teichwirtschaft und einige Helfer, wie sie versuchen mit drei Schleppnetzen die Fische von der einen Seite des leeren Gewässers zur anderen zu schleppen. Dabei begleiten sie die Kinder, die mit Gummistiefeln an den Füßen immer wieder in das letzte Rinnsal des Teiches starren, um einen Karpfen zu entdecken. Es dauert nicht lange, bis etwa einhundert von ihnen im ersten Netz zappeln. Von dort aus werden die Fische mit von Keschern in große Eimer umgefüllt, die dann mithilfe eines Baggers zu Wassertanks gelangen. In diesen werden sie später in ihre Wintergewässer gebracht.

Karpfen werden umgesiedelt

Drei Abfisch-Helfer in Ahlhorn.
Die Helfer machen sich auf den Weg zum Ende des Rinnsals © Prigge
Ein Rohr wird durchgespült
Einige Fische haben sich jedoch in ein Verbindungsrohr zwischen die Teiche zurückgezogen, weshalb es mit Wasser durchgespült werden muss. © Prigge
Drei Helfer treiben Fische im Wasser umher
Während manche Helfer die Fische in die Mitte des Rinnsals treiben... © Prigge
Ein Gitter verschließt das Verbindungsrohr
... verschließt ein anderer das Rohr professionell mit einem Gitter. © Prigge
Helfer befördern Karpfen mit mehreren Netzen zur anderen Seite des Teiches.
Anschließend werden die Karpfen mit mehreren Schleppnetzen zur anderen Seite des Teiches befördert. © Prigge
Ein Bagger und die Besuchergruppe warten auf die Ankunft der Fische.
Dort angekommen werden die Fische in große Eimer gehoben. © Prigge
Karpfen im Eimer.
So werden mehrere Tonnen Karpfen pro Jahr aus den Ahlhorner Fischteichen geholt. © Prigge
Störe im Eimer.
Aber auch bis zu 500 Kilogramm Beifang, wie zum Beispiel Störe, werden herausgefischt.  © Prigge
Ein Bagger hebt die Fische.
Mit einem Bagger werden die Fische anschließend gehoben. © Prigge
Fische im Eimer.
Und wenn sie erst einmal sicher abgestellt wurden... © Prigge
Die Karpfen kommen in ein Transportbehältnis.
... kommen sie in ein Transportbehältnis, um sie in ihre Winterquartiere zu bringen. © Prigge

Während dieser Prozedur können die Besucher nicht nur Karpfen entdecken. Auch Barsche, Hechte und sogar Störe holen die Helfer aus dem Teich. Etwa 300 bis 500 Kilogramm Beifang gibt es jährlich. Dieser wird als Rogen von anderen Gewässern im Gefieder von Wasservögeln nach Ahlhorn gebracht.

Zum Schluss kommen die Karpfen in einen Transportbehälter.

Als die Kinder an den Eimern versuchen, die Tiere anzufassen, erzählt Rauschenberger, dass es immer toll sei, in die aufgeregten Gesichter zu blicken, wenn sie die vielen Fische sehen. Dass dies seine letzte Führung ist, erzählt er am Ende des Abfisch-Tages. „Aus privaten Gründen höre ich auf.“ Es sei für ihn keine Arbeit gewesen, Besucher zu betreuen. „Ich weiß ja über alles Bescheid, ich mache das ja schon seit 13 Jahren. Für mich ist das Freizeit. Es hat eine Menge Spaß gemacht, es war eine schöne Zeit.“

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