Zehn Meter breiter Streifen abgeholzt

Kahlschlag an der Bahn erzürnt SPD-Mitglieder

+
Dirk Faß (links), Heiner Bilger (hinten) und andere SPD-Fraktionsmitglieder sowie Antje Reimann von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems (r.) begutachten den Kahlschlag. 

Großenkneten - Von Ove Bornholt. „Wahnsinn“ ist noch eines der milderen Worte, mit denen die Mitglieder des SPD-Ortsvereins Großenkneten den Kahlschlag beim Bahnübergang Hahnenkämpe, zwischen Großenkneten und Ahlhorn, kommentieren.

Beim Ortstermin am Montag zeigten sich die Sozialdemokraten erzürnt über das Ausmaß der Baumfällarbeiten, die an der Strecke vorgenommen wurden. Auf mehreren Hundert Metern Länge ist ein bis zu zehn Meter breiter Streifen abgeholzt worden.

Das Bild der Verwüstung machte die SPD-Mitglieder und Antje Reimann von der Biologischen Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems betroffen. Ratsherr Dirk Faß aus Sage hatte die Abholzung am Mittwoch vergangener Woche bemerkt, als er in der Gegend spazieren war. Ursprünglich befand sich am Rande des Waldes neben der Strecke ein Weg, der auch gerne von Reitern genutzt wurde. Doch der ist nun unpassierbar, denn Baum- und Buschreste türmen sich teilweise meterhoch.

„Ich hätte ja nachvollziehen können, wenn die Bahn ein paar Äste raus nimmt“, meinte Heiner Bilger, Vorsitzender der Fraktion im Gemeinderat. „Aber ich kann nicht verstehen, dass sie gleich alles fällen. Das sind doch Eichen, die fallen nicht so ohne Weiteres um.“ Mit der Meinung steht er nicht alleine da. „Hier wurde ausnahmslos abgeholzt. Ohne jede Sichtkontrolle“, empörte sich Reimann von der Schutzgemeinschaft Hunte-Weser-Ems. „Alles, was kreucht und fleucht, platt gemacht“, ächzte Faß.

Kahlschlag bei Döhlen im September

Es ist nicht das erste Mal, dass die Deutsche Bahn mit ihren Baumfällarbeiten Unmut erregt. Erst im September war es zu einem ähnlichen Kahlschlag bei Döhlen, ebenfalls in der Gemeinde Großenkneten, gekommen. Die Bahn spricht in diesem Zusammenhang gern von einer „präventiven Vegetationsbearbeitung“. Unter anderem will der Konzern Sturmschäden und Zugausfälle durch auf die Gleise gestürzte Bäume vermeiden.

In der Regel erfolgt nur eine kurze Benachrichtigung an die Naturschutzbehörde des Landkreises Oldenburg. Bleibt abzuwarten, ob die Abholzung in diesem Fall noch ein Nachspiel für die Deutsche Bahn hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

USA schieben früheren Nazi-Kollaborateur nach Deutschland ab

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Rückkehr der "Siedler" und "Desperados"

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Sonne, Strand und Meer: Beliebte Strandhotels auf Mallorca

Kindergartenfest Bücken

Kindergartenfest Bücken

Meistgelesene Artikel

Tag der offenen Tür beim OOWV in Wildeshausen

Tag der offenen Tür beim OOWV in Wildeshausen

Frau verhindert durch Bremsung schweren Verkehrsunfall

Frau verhindert durch Bremsung schweren Verkehrsunfall

Polizisten im Hubschrauber mit Laserpointer geblendet

Polizisten im Hubschrauber mit Laserpointer geblendet

Kommentare