Corona-Schnelltests an Kindergärten

Johanniter testen kostenlos Kita-Personal

Eine Frau wird auf Corona getestet
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Mit einem Stäbchen wird ein Abstrich gemacht. Nicht der erste Test für Sarah Grotelüschen.

Huntlosen – Die Gemeinde Großenkneten stellt allen Gemeindebeschäftigten an Schulen sowie den Mitarbeitern in den Kindertagesstätten ab sofort wöchentlich kostenlose Coronatests zur Verfügung, auch ohne dass ein konkreter Verdacht vorliegt. Getestet wurde gestern und heute an fünf Kindergärten und einer Schule der Gemeinde.

Die freiwilligen Testungen geschehen nacheinander. Die erste von sechs Mitarbeitern des Kindergartens Huntlosen ist die Pädagogin Sarah Grotelüschen. Für sie ist der anstehende Corona-Test „kein Thema”. Sie habe schon einmal einen Antigen-Test bei ihrem Hausarzt machen lassen. Sie war zwar etwas aufgeregt und empfand den jetzigen Test etwas unangenehm. Aber nach der Prozedur erzählt sie ihren Kollegen, dass auch das nur „ein bisschen kitzelt“.

„Die Aktion wurde nach einer Vereinbarung zwischen dem Niedersächsischen Kultusministerium und den Spitzenverbänden der Kommunen ins Leben gerufen“, verrät Klaus Bigalke, Erster Gemeinderat Großenknetens. „Unsere Aufgabe ist es, das nun vor Ort umzusetzen.“ Vorgesehen war allerdings eine kreisweite Organisation der Testungen.

Nun organisiert jedoch jede Gemeinde eigene Konzepte. „Jeder hatte andere Vorstellungen und manche sind mit Konzepten vorgeprescht”, meint Bigalke weiter. So sei es dann zu keinem gemeinsamen Weg gekommen.

Getestet wird an der frischen Luft

Die Organisation in der Gemeinde Großenkneten übernimmt die Johanniter-Unfallhilfe Ahlhorn. Dafür stehen Rettungshelfer Christian Gallikowski und Ersthelfer Nico Henke in weißen Schutzanzügen, Masken und Gesichtsschutz an ihrem Einsatzfahrzeug parat. Getestet wird draußen vor der Einrichtung, um zusätzliche Kontakte zu vermeiden.

„Ein Vorteil ist definitiv die Testdurchführung vor Ort”, sagt Frauke Asche, Sozialamtsleiterin Großenknetens. Die Mitarbeiter könnten ganz spontan aus ihrer Kita-Gruppe heraus und es entstünden keine zusätzlichen Wege zum Arzt. Dieser könnte aber trotzdem aufgesucht werden. „Für die Mitarbeiter, die gerade nicht vor Ort sein können, wird auch eine Testung beim Hausarzt angeboten“, so Asche weiter. Die Kosten für die sogenannten Antigen-Tests werden zur einen Hälfte vom Land Niedersachsen und zur anderen Hälfte von der Gemeinde übernommen. Ein einzelner Test koste etwa 20 Euro.

Um ein Ergebnis zu erhalten, benötigen die Helfer der Johanniter lediglich einen Abstrich aus der Nase. Dieser wird auf ein Kontrollplättchen aufgetragen. Nach etwa 20 Minuten steht dann das Testergebnis fest. „Ein nun negatives Resultat bedeutet, dass man annähernd zu einhundert Prozent nicht ansteckend ist“, erklärt Stefan Greiber, Pressesprecher der Johanniter.

Ein negatives Ergebnis eines Antigen-Tests.

Bei einem positiven Ergebnis könne man die Genauigkeit des Ergebnisses nicht genau benennen. „Da entstehen die Abweichungen, von denen man schon gehört hat. Aber dann greifen die Schutzmaßnahmen und der Folgetest.” Dieser, der PCR-Test, könne in einem solchen Fall auch vor Ort durchgeführt werden. Anschließend müsse er direkt in ein Labor geschickt werden und die betroffene Person müsse sich in sofortige Quarantäne begeben. Nach ein paar Tagen sei dann das endgültige Testergebnis da.

Obwohl für die Gemeindebeschäftigten keine Kosten entstehen, werde das Angebot nicht von allen angenommen. Es herrsche eine große Unsicherheit, meint Asche. „Eine große Gruppe sind zum Beispiel die Reinigungskräfte der Einrichtungen. Sie haben zwar das Angebot erhalten, sagen aber, sie hätten ohnehin keinen Kontakt zu dem Personal und zu den Kindern.“

Insgesamt sei die Resonanz aber trotzdem hoch. Im Vorhinein haben sich 93 von 130 Beschäftigen für einen Test ausgesprochen. „Weit über 50 Prozent sind also bereit für eine Testung“, sagt Gallikowski. Das finde er erstaunlich. Bei seinen bisherigen Testungen habe er eine Anspannung unter den Getesteten bemerkt. „Die Angst vor einem positiven Ergebnis ist da.“

Auch Sonja Hatzler, Kindergartenleiterin des evangelischen Kindergartens Huntlosen, sieht das ähnlich. „Manche nehmen teil, andere wollen sich das erst einmal anschauen und entscheiden spontan, ob sie sich Testen lassen, oder nicht.“

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