Gästeführer erklärt Geschichte

Jan-Hinnerk führt durch die Historie der Gemeinde Großenkneten

Bernhard Kempermann sitzt in seiner Verkleidung als Jan-Hinnerk auf einer Bank
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Jan-Hinnerk, oder auch Bernhard Kempermann.

Großenkneten – Er erklärt mit Spaß und Begeisterung und macht manchmal auch ein bisschen Quatsch. Bernhard Kempermann erzählt auf seinen Führungen durch die Gemeinde Großenkneten allen Interessierten aus der Geschichte der Umgebung.

  • Geschichtsführungen durch Großenkneten
  • Seit Corona keine Veranstaltungen
  • Hobbyhistoriker hat Pläne für die Zukunft

Mal per Rad, mal auf dem Kremserwagen oder auch klassisch zu Fuß versucht Kempermann dabei immer auf seine Zuhörer einzugehen. Meistens trägt er dabei ein blau-weiß gestreiftes Hemd, darüber eine Weste und auf dem Kopf eine Prinz-Heinrich-Mütze. So wird er zu seinem Alias Jan-Hinnerk.

„Jan-Hinnerk ist, so wie er jetzt ist, eine fiktive Person“, erklärt Kempermann. Aber eine Vorlage zu dieser gab es tatsächlich. Wie viele Generationen seiner Familie lebt der 65-Jährige in Großenkneten. Einer seiner Vorfahren, Johann Friedrich Kempermann, wohnte Ende des 18. Jahrhunderts dort und erhielt 1797 das „Höker-Recht“. So durfte er unter anderem Öl, Seife und Tabak „Hökern“ und „Krömern“, zwei spätmittelalterliche Ausdrücke für den Verkauf und Handel. An diesen Verwandten ist die Idee des Jan-Hinnerk angelehnt.

Das Lesen erweitert den Horizont.

Bernhard Kempermann, oder auch Jan-Hinnerk

Das und noch viel mehr über diese Zeit weiß Kempermann aus Büchern, die er über die vergangenen Jahrzehnte gesammelt hat. „Ich stöbere gern in Büchereien“, erzählt er. „Das Lesen erweitert den Horizont.“ Und er liest alles, was er über die Geschichte Großenknetens auftreiben kann. So sei ein grober Überblick über die vergangenen 7 000 Jahre entstanden, erzählt der Lokalhistoriker. „Natürlich gibt es mal mehr und mal weniger, aber es ist schon erstaunlich, was es alles zu finden gibt.“ Und dabei habe er bis heute nicht einmal im Internet recherchiert.

„Neues von Jan-Hinnerk“ im Internet

Trotzdem versucht der gebürtige Kneter, viel im Internet aktiv zu sein. So hat er seit Beginn der Pandemie die Zeit gefunden, eine eigene Internetseite zu kreieren. Dort postet er regelmäßig „Neues von Jan-Hinnerk“ und streut in einer eigenen Rubrik seine geschichtlichen Funde aus Großenkneten ein. Sein Neffe helfe ihm zwar bei der Umsetzung seiner Onlinepräsenz, vieles mache er aber selbst. Seine Devise dabei: „Immer dazu lernen, immer offen sein.“ Das helfe, den Kopf frisch zu halten.

Kempermann freut sich, wenn seine Beiträge Gestalt annehmen und er in den Statistiken sehen kann, wie viele Leute er erreicht. „Da ist man dann auch schon ein bisschen stolz drauf, in so einem Alter einen Internetauftritt zu haben.“ Da er auch leidenschaftlich gern koche, stelle er einige eigene Rezepte auf seine Seite. Diese „haben sogar meistens mehr Klicks als die Geschichtshappen“, verrät er. Der „Bookweeten-Janhinnerk“, ein Pfannkuchengericht aus Buchweizen, habe übrigens nichts mit seiner Person zu tun.

Seit der Pandemie keine Veranstaltungen

Kempermann selbst genießt seine Zeit als Fremdenführer. Besonders der Kontakt zu den Menschen gefällt ihm. „15 Leute vor sich zu haben, die anfangen zu strahlen, wenn du was erzählst, das sind die schönsten Erlebnisse.“ In der Umgebung zeige er gerne einen acht Kilometer langen Spaziergang. „Da sieht man noch den ursprünglichen Weg, der nach Hellbusch und Hagel führt. Da ist eine richtige Schneise im Wald, wo man heute noch erkennen kann, wo es früher mal lang ging.“ Außerdem gehe er in Großenkneten gerne die acht geschichtlichen Informationstafeln ab und weise auch bei seinen Führungen darauf hin.

Seit der Pandemie konnte er diese jedoch keinem Besucher mehr zeigen. „Seit vergangenem März habe ich nichts gemacht. Das lässt die Situation einfach nicht zu.“ Nichtsdestotrotz schmiedet er weiterhin Pläne. Ein paar Veranstaltungen seien terminlich schon festgelegt. „Aber ob die wirklich stattfinden können, da muss man mal gucken.“ Für die Zukunft hat der umtriebige 65-Jährige noch viele Ideen. „Eine Großenkneter Energietour wäre interessant, der Slogan der Gemeinde ist ja auch ,mit Energie für Sie’.“ Sein Traum wäre jedoch ein eigenes Museum, „am liebsten im Muhler Haus.“ Dafür müsse er aber noch um einiges älter werden, damit er dafür die Zeit habe.

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