Der „Urwald-Baumweg“ bei Ahlhorn lockt mit skurrilen Gehölzen und viel Geschichte

Jahrhunderte lang genutzt – dann geschützt

Ein alter, mit Moos bewachsener Baumstamm liegt in einem Wald. 
+
Moosbewachsen, alt und knorrig: Der Urwald wird seinem Namen gerecht.  

Ahlhorn – Ein längerer Spaziergang durch den Wald hat gerade im Frühling seinen besonderen Reiz und trägt zur Erholung für Körper, Geist und Seele bei. Wer aber einmal zur Abwechslung einen ganz außergewöhnlichen Forst aufsuchen möchte, der besucht den „Urwald-Baumweg“. Zu erreichen ist er auf Bundesstraße  213 zwischen Ahlhorn und Bethen, wo sich auf der rechten Seite ein ausgewiesener Parkplatz befindet.

Der „Urwald-Baumweg“ zählt zu den langjährig ungenutzten Naturwäldern im Oldenburger Raum. Insgesamt 28 Hektar des knapp 38 Hektar großen, 1998 ausgewiesenen Naturwaldes sind bereits seit 120 Jahren ohne forstliche Nutzung. Mehr als 250-jährige starke Eichen und skurril geformte schätzungsweise 200-jährige Hainbuchen prägen diesen Teil des Hutewaldes. Und wie es sich für einen solchen „uralten“ Wald gehört, wird er in den Chroniken bereits sehr früh erwähnt: So findet sich der Wald bereits ab Mitte des 13. Jahrhunderts in den Aufzeichnungen. Die damaligen Landesherren, Fürstbischöfe zu Münster, nutzten ihn zu Jagd. Denen Adeligen standen in dem Areal zudem die Holznutzungen sowie das Recht auf die Schweinemast zu.

Im Laufe der Zeit erfuhr der Wald eine immer intensivere Nutzung: Bereits im 17. bis 19. Jahrhundert litt das Gebiet sehr stark unter der Nutzung durch den Eintrieb von Schweinen, Rindern, Schafen und Ziegen – der sogenannten Hutewaldwirtschaft – der Heidemahd und dem sogenannten Plaggenhieb. Bei Letzterem wurde der Waldboden, inklusive Vegetation, abgehoben und etwa als Einstreu in Ställen benutzt. Vermischt mit tierischen Extrementen wurde dieser dann in die sandigen, nährstoffarmen Böden in der Region eingearbeitet. Die dadurch über Jahrhunderte entstandenen Ackerböden sind typisch für Geestgebiete im Nordwesten und tragen seither den Namen „Plaggenesch“, wie er noch heute in Flurbezeichnungen auftaucht.

Bäume krümmen und winden sich

Erst 1873 löste der Oldenburgische Staat alle Berechtigungen Dritter ab und es folgte eine Zeit nur mäßiger Holzeinschläge. Das Waldbild veränderte sich dadurch nur wenig. Im Jahre 1938 wurde dieser alte Wald zum Naturschutzgebiet erklärt. Seit jener Zeit sind forstliche Eingriffe untersagt. Der „Urwald-Baumweg“ nimmt innerhalb der Hute-Naturwälder einen besonderen Platz ein. In ihm hat die konkurrenzstarke Rotbuche begonnen, sich gegenüber der Eiche durchzusetzen. Beide Baumarten geben mit ihren Windungen und Krümmungen dem Wald ein leicht gespenstisches Aussehen.

Wie in einem verwunschenen Wald: Die Bäume entlang des „Urwald-Baumwegs“ haben eigentümliche Formen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brütende Hitze in Deutschland - Zum Wochenstart Abkühlung

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Meistgelesene Artikel

Tödlicher Motorradunfall in Winkelsett

Tödlicher Motorradunfall in Winkelsett

Tödlicher Motorradunfall in Winkelsett
Zwei Häuser in der Wildeshauser Innenstadt evakuiert

Zwei Häuser in der Wildeshauser Innenstadt evakuiert

Zwei Häuser in der Wildeshauser Innenstadt evakuiert
Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“

Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“

Sorge um Zukunft des „Landhauses Dünsen“

Kommentare