Holzfigur ist mehr als 500 Jahre alt

Huntloser Kostbarkeit zeigt das Leiden von Jesus Christus

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Ein altes Dia Glas zeigt Kopf und Oberkörper der Huntloser Christusfigur.

Huntlosen - Von Dirk Faß. In der Kirche des knapp 1.900 Einwohner großen Dorfs Huntlosen findet sich eine wahre Kostbarkeit, die allerdings weder aus Gold noch einem anderen wertvollen Material besteht: Es handelt sich um die Christusfigur am Kreuz über dem Altar in der St.-Briccius-Kirche in Huntlosen. Dabei war die Skulptur zeitweise gar auf dem Dachboden des Gotteshauses verschwunden. Der Großenkneter Heimatforscher Dirk Faß hat ihre Geschichte recherchiert:

Die Figur wurde vermutlich um 1450 gefertigt. Wer der Holzbildhauer war, der vor mehr als 500 Jahren Hand anlegte, ist unbekannt. Ursprünglich hing das Kreuz an einer Wand im Turmgewölbe. Doch nachdem 1855 eine neue Orgel eingebaut worden war, musste das Kruzifix weichen. Bis zum Jahr 1902 ruhte es, zusammen mit einem kleineren Kreuz aus dem 14. Jahrhundert, einer Bischofsgestalt und einer Apostelfigur, die den heiligen Jakobus darstellt, auf dem Turmboden unter dem Glockenstuhl.

Doch es sollte dort nicht für ewig versauern. Für eine große Ausstellung wurden die auf dem Boden gelagerten Kunstwerke 1905 nach Oldenburg gebracht. Für das große Kruzifix war 1918 nach vielen Bemühungen der Kirchengemeinde die Anerkennung als „Leihgabe“ erreicht worden. Im Zusammenhang mit der Nachkriegsrenovierung 1948 erhielt die lebensgroße Christusfigur ein frisches Kreuz und bekam seinen Platz über dem ebenfalls neu aufgestellten Altar.

Figur ein Meisterwerk ihrer Art

Die Skulptur zeigt Jesus, wie er durch sein Leiden aus der Gottesferne immer stärker in den Bereich menschlicher Empfindungsnähe tritt. Die Augen sind geschlossen, der Mund ist entspannt, die Mundwinkel sind geneigt. Der Tod ist eingetreten.

Ein sehr altes Dia vom Kopf der Büste lässt erkennen, dass das Kruzifix ursprünglich bemalt war. Die aufgetupften nachgeahmten Blutspuren unterhalb der Dornenkrone, die über die Stirn und den seitlichen Halsbereich laufen, sind auf der Abbildung noch gut zu erkennen.

Wenn auch die Christusfigur mit den Jahren an Farbfrohheit verloren hat, so ist sie ein Meisterwerk ihrer Art. Unvergleichlich herausgearbeitet sind die Dornenkrone und das gelockte Kopfhaar wie auch der Bart. Zart sind die Rippen gerundet, in Bewegung fallen die Gewandzipfel, eine idealisierte Glätte und mehr äußere Wirklichkeit ersetzen die erschütternde Erlebnis-Gestaltung. Hilflos und widerstandlos erscheint das Hängen des Körpers.

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